Finanzbücher für Kinder, die mehr können als das Sparsäuli

Das erste Sackgeld stellt erstaunlich grosse Fragen. Alles ausgeben? Für einen Wunsch sparen? Oder etwas teilen? Gute Finanzbücher greifen diese Fragen auf, ohne gleich eine Banklehre daraus zu machen.

Unsere Auswahl reicht von der Vorlesegeschichte bis zum Einstieg ins Anlegen. Welches Buch passt, hängt vom Alter, der Lesefreude und den Fragen Ihres Kindes ab. Das beste Finanzbuch ist schliesslich das, das auch geöffnet wird.

Kurz zusammengefasst

  • Für kleine Kinder eignen sich Geschichten über Sackgeld, Wünsche und Sparen.

  • Schulkinder können mit Sachbüchern die Zusammenhänge zwischen Geld, Banken und Wirtschaft entdecken.

  • Jugendliche profitieren von einer kritischen Auseinandersetzung mit Vermögensaufbau und Anlagerisiken.

  • Altersangaben sind eine Orientierung. Interesse und Lesekompetenz zählen ebenso.

  • Mit Gesprächen und kleinen Alltagsexperimenten wird aus dem Gelesenen praktische Erfahrung.

Welches Finanzbuch passt zu welchem Alter?

Die Auswahl ist keine Rangliste. Die Bücher verfolgen unterschiedliche Ansätze und richten sich an verschiedene Altersgruppen.

Buch

Orientierung zum Alter

Schwerpunkt

Sprache

Conni bekommt Taschengeld

Ab 3 Jahren, zum Vorlesen

Sackgeld und erste Sparwünsche

Deutsch

Mein Geld, dein Geld

Ab 7 Jahren

Geld im Alltag und in der Gesellschaft

Deutsch

Jetzt geht’s ums Geld

Ab 9 Jahren

Banken, Wirtschaft und Geldanlage

Deutsch

Ein Hund namens Money

Unsere Einordnung ab etwa 10 Jahren

Sparen und Vermögensaufbau als Geschichte

Deutsch

Rich Dad Poor Dad for Teens

Ab 13 Jahren, mit ausreichenden Englischkenntnissen

Geldentscheidungen und unternehmerisches Denken

Englisch

Die Verlagsangaben dienen als Orientierung. Bei «Ein Hund namens Money» ist die Altersangabe unsere redaktionelle Einschätzung. Prüfen Sie vor dem Kauf die konkrete Ausgabe und nach Möglichkeit eine Leseprobe.

Fünf Bücher für kleine und grössere Geldfragen

Conni bekommt Taschengeld

Liane Schneider und Illustratorin Annette Steinhauer beginnen dort, wo Geld für Kinder greifbar wird. Conni möchte ein Sparpony und entdeckt das Sackgeld. Damit stellt sich auch die Frage, ob ein kleiner Wunsch sofort erfüllt werden soll oder ein grösserer etwas Geduld braucht.

Die Geschichte eignet sich zum gemeinsamen Vorlesen. Danach lässt sich mit dem eigenen Sparsäuli weiterdenken. Wofür möchte Ihr Kind sparen? Und worauf würde es dafür vorübergehend verzichten? Die Geschichte ist unter anderem im Conni-Pixi-Set von Carlsen enthalten.

Mein Geld, dein Geld

Woher kommt Geld? Was macht eine Bank? Und weshalb haben nicht alle Menschen gleich viel davon? «Mein Geld, dein Geld» von Mike Schäfer, illustriert von Meike Töpperwien, öffnet den Blick über das eigene Portemonnaie hinaus.

Das Sachbuch für Kinder ab sieben Jahren behandelt auch gesellschaftliche Fragen rund ums Geld. Es bietet damit Gesprächsstoff für Familien, die über mehr sprechen möchten als über die Höhe des nächsten Sackgelds.

Jetzt geht’s ums Geld

Wer bereits wissen möchte, wie Banken funktionieren und was Aktien eigentlich sind, findet in «Jetzt geht’s ums Geld»von Matthew Oldham, Lara Bryan und Eddie Reynolds einen breiteren Einstieg. Illustrationen, Worterklärungen und ein Register helfen beim Entdecken.

Usborne führt das Buch ab neun Jahren. Es eignet sich besonders für neugierige Kinder, die nach der ersten Antwort gleich die nächste Frage stellen. Begriffe wie Inflation lassen sich anschliessend mit Beispielen aus dem Alltag vertiefen.

Ein Hund namens Money

Ein sprechender Labrador als Finanzcoach? In einer Geschichte funktioniert das erstaunlich gut. In «Ein Hund namens Money» von Bodo Schäfer begegnet die elfjährige Kira einem Hund, der sich mit Geld auskennt. Die Erzählung führt an Sparziele, Aktien, Fonds und Schulden heran.

Wir ordnen das Buch ab etwa zehn Jahren ein, idealerweise begleitet von Gesprächen. Denn eine motivierende Geschichte vereinfacht Zusammenhänge. Die darin vermittelten Ideen sind ein Anlass zum Nachdenken, keine Erfolgsgarantie. Und die finanziellen Probleme Erwachsener bleiben deren Verantwortung.

Rich Dad Poor Dad for Teens

Für Jugendliche mit ausreichenden Englischkenntnissen bietet «Rich Dad Poor Dad for Teens» von Robert T. Kiyosaki einen Einstieg in Geldentscheidungen, Vermögenswerte, Schulden und unternehmerisches Denken. Der Anbieter richtet die Ausgabe an Jugendliche ab 13 Jahren.

Das Buch vertritt eine pointierte Sicht auf finanziellen Erfolg. Genau deshalb lohnt sich die gemeinsame Diskussion. Welche Annahmen stecken hinter den Beispielen? Welche Risiken werden berücksichtigt? Und was lässt sich auf die Schweiz übertragen? Finanzkompetenz zeigt sich auch darin, einem Bestseller nicht alles abzunehmen.

Vom Bücherregal in den Alltag

Ein Buch erklärt das Sparen. Ein eigener Wunsch macht es konkret. Kostet ein Spiel beispielsweise 40 Franken und legt Ihr Kind jede Woche 5 Franken zurück, dauert es ohne zusätzliche Einzahlungen acht Wochen. Ein einfacher Plan, dessen Fortschritt sichtbar wird.

Auch digitale Zahlungen gehören ins Gespräch. Beim Bezahlen mit dem Smartphone verschwinden keine Münzen aus dem Portemonnaie. Geld wird trotzdem ausgegeben. Gemeinsam einzelne Ausgaben anzuschauen, macht diesen Zusammenhang greifbar.

Wer lieber spielt als liest, findet in unserem Blog über «Ciao CASH» eine weitere Möglichkeit, Geldentscheidungen zum Familienthema zu machen.

Für längerfristige Ziele können Erwachsene zudem das Anlegen für Kinder prüfen. Dabei gehören Kosten, Anlagehorizont und mögliche Verluste genauso zum Gespräch wie Renditechancen. Das Sackgeld für den nächsten Ausflug braucht keine Börsenkarriere.

Häufige Fragen zu Finanzbüchern für Kinder

Ab welchem Alter kann ich mit meinem Kind über Geld sprechen?

Sobald Ihr Kind beim Einkaufen, Bezahlen oder Sparen Fragen stellt. Für kleine Kinder reichen konkrete Situationen und kurze Geschichten. Ein vollständiges Verständnis von Banken oder Zinsen ist dafür nicht nötig.

Muss mein Kind dafür schon Sackgeld bekommen?

Nein. Auch ein Geburtstagsgeschenk, ein gemeinsamer Einkauf oder ein Sparwunsch bieten einen Einstieg. Sackgeld kann später einen überschaubaren Rahmen schaffen, in dem das Kind eigene Entscheidungen ausprobiert.

Welches Buch eignet sich als erstes?

Zum Vorlesen bietet sich «Conni bekommt Taschengeld» an. Für Schulkinder, die bereits viele Fragen stellen, ist «Mein Geld, dein Geld» eine Möglichkeit. Entscheidend ist, ob das Buch zum Kind passt, nicht ob es möglichst viele Finanzbegriffe enthält.

Lernen Kinder durch Finanzbücher automatisch besser mit Geld umzugehen?

Ein Buch kann Wissen vermitteln und Gespräche anstossen. Es garantiert weder vernünftige Entscheidungen noch späteren Wohlstand. Eigene Erfahrungen, Vorbilder und die persönlichen Lebensumstände spielen ebenfalls eine Rolle.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt eine redaktionelle Buchauswahl dar. Er ersetzt keine individuelle Anlageberatung und ist weder eine verbindliche Offerte noch eine Aufforderung zum Abschluss eines Finanzprodukts. Altersangaben sind Richtwerte. Prüfen Sie Sprache, Ausgabe und Eignung für Ihr Kind. Descartes unterhält keine Geschäftsbeziehungen zu den genannten Verlagen und erhält keine Kaufprovisionen.