«Ciao CASH»: Finanzkompetenz für Kinder spielerisch lernen

Transparenzhinweis: Für diese Empfehlung erhalten wir keine Vergütung. Adriano Lucatelli hat Ciao CASH selbst mit seiner Grossnichte gespielt und empfiehlt es aufgrund seiner persönlichen Erfahrung.

 

Über Geld sprechen Erwachsene erstaunlich viel. Hypotheken. Löhne. Steuern. Börsenkurse. Inflation. Mit Kindern dagegen häufig erstaunlich wenig. Dabei beginnen finanzielle Entscheidungen lange vor dem ersten Lohn. Schon beim Sackgeld stellt sich die wohl fundamentalste Frage der persönlichen Finanzplanung:

Heute ausgeben oder für später aufheben?

Genau hier setzt «Ciao CASH» an.

Das Kartenspiel der Basler Schuldenberatung Plusminus bringt Kindern ab 10 Jahren den Umgang mit Geld näher – nicht mit Lektionen und Definitionen, sondern mit Entscheidungen.

Ich habe das Spiel mit meiner Grossnichte getestet.

Und ziemlich schnell festgestellt: Wenn Finanzbildung Spass macht, muss man Kinder nicht zum Lernen überreden.

Sie tun es einfach.

Kurz zusammengefasst

  • «Ciao CASH» ist ein Kartenspiel für Kinder ab 10 Jahren, das den Umgang mit Geld spielerisch vermittelt.

  • Kinder beschäftigen sich mit Einnahmen, Ausgaben, Sparzielen, Investitionen und unerwarteten Ereignissen.

  • Statt abstrakter Finanzbegriffe erleben sie unmittelbar, dass jede Geldentscheidung Konsequenzen hat.

  • Besonders wertvoll ist das Spiel als Gesprächseinstieg für Eltern, Grosseltern, Gottis und Göttis.

  • Finanzkompetenz entsteht nicht durch eine einzige Partie. Entscheidend ist, Geld auch im Alltag zum Thema zu machen.

  • Wer den nächsten Schritt gehen möchte, kann Kindern auch die Grundlagen von Kapitalmärkten erklären oder mit einem kleinen Kinderportfolio zeigen, wie langfristiges Investieren funktioniert.

Wie ich auf Ciao CASH gekommen bin

Ich beschäftige mich beruflich jeden Tag mit Geld, Vorsorge und Investieren.

Und privat mit einer Frage, die fast noch interessanter ist:

Wie erklärt man Kindern Finanzen, ohne dass nach zwei Minuten jemand gähnt?

Als ich von Ciao CASH hörte, war ich deshalb neugierig.

Also habe ich meine Grossnichte zu einer Partie eingeladen.

Die Spielmechanik war schnell verstanden.

Noch interessanter waren aber die Diskussionen, die daraus entstanden.

Soll ich das Geld jetzt ausgeben?

Soll ich sparen?

Was passiert, wenn plötzlich eine unerwartete Ausgabe kommt?

Warum kann es sinnvoll sein, nicht alles sofort zu konsumieren?

Das sind im Kern dieselben Fragen, mit denen sich Erwachsene beschäftigen.

Nur normalerweise mit mehr Nullen.

Was ist Ciao CASH?

Ciao CASH ist ein Kartenspiel der Basler Schuldenberatung Plusminus für Kinder ab 10 Jahren.

Im Spiel geht es darum, mit einem begrenzten Budget umzugehen und gleichzeitig möglichst viele Glückspunkte zu sammeln.

Das ist ein cleverer Ansatz.

Denn Geld ist kein Selbstzweck.

Auch im echten Leben besteht das Ziel nicht darin, am Ende möglichst viele Franken auf einem Konto anzuschauen.

Geld ermöglicht Entscheidungen.

Heute etwas erleben.

Für ein Ziel sparen.

Sich gegen unerwartete Ausgaben absichern.

Oder Geld langfristig investieren.

Ciao CASH übersetzt solche Entscheidungen in eine Umgebung, in der Kinder ausprobieren dürfen.

Ohne echte finanzielle Konsequenzen.

Ein Fehlentscheid kostet vielleicht die Spielrunde.

Nicht die nächste Monatsmiete.

 

Was lernen Kinder dabei?

Geld ist für Kinder zunächst ziemlich abstrakt.

Die Karte wird ans Terminal gehalten.

Das Smartphone macht pling.

Der Einkauf ist bezahlt.

Was dahinter passiert, bleibt weitgehend unsichtbar.

Ciao CASH macht einen Teil dieser Mechanik sichtbar.

Im Spiel gibt es Einnahmen und Ausgaben, Sparziele und Investitionen sowie Ereignisse, mit denen niemand gerechnet hat.

Das kann ein Geldgeschenk sein.

Oder ein kaputtes Velo.

Auch das ist ziemlich realistisch.

Kinder erleben dadurch eine einfache finanzielle Wahrheit:

Wer heute alles ausgibt, hat morgen weniger Handlungsspielraum.

Umgekehrt bedeutet Sparen nicht einfach Verzicht.

Es kann ermöglichen, später etwas zu finanzieren, das einem wichtiger ist.

Damit vermittelt das Spiel etwas, das sich nur schwer mit einer Definition erklären lässt: Opportunitätskosten.

Jeder Franken kann nur einmal ausgegeben werden.

Das gilt mit zehn.

Und mit fünfzig.

Sparen lernen ist gut. Entscheiden lernen ist besser.

Finanzbildung wird häufig auf Sparen reduziert.

Sparen ist wichtig.

Aber Finanzkompetenz bedeutet mehr.

Kinder müssen lernen, zwischen verschiedenen Zielen abzuwägen.

Was möchte ich jetzt?

Was möchte ich später?

Wie viel Reserve brauche ich?

Welches Risiko möchte ich eingehen?

Und wann lohnt es sich, Geld nicht nur zu sparen, sondern langfristig anzulegen?

Genau deshalb gefällt mir der spielerische Ansatz von Ciao CASH.

Es gibt nicht einfach eine Erwachsenenstimme, die sagt:

«Du solltest mehr sparen.»

Kinder erleben selbst, was ihre Entscheidungen bewirken.

Das ist ein grosser Unterschied.

Denn Finanzwissen bleibt eher hängen, wenn man eine Konsequenz erlebt, statt nur von ihr zu lesen.

Das eigentliche Spiel beginnt nach der Partie

Für Eltern liegt der grösste Wert von Ciao CASH deshalb vielleicht gar nicht auf dem Tisch.

Sondern im Gespräch danach.

Warum hast du dich so entschieden?

Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

War dir das kurzfristige Vergnügen wichtiger als das Sparziel?

Wie viel Reserve wäre sinnvoll gewesen?

Solche Fragen machen aus einem Kartenspiel einen Einstieg in finanzielle Bildung.

Und plötzlich lässt sich die Verbindung zum Alltag herstellen.

Beim Sackgeld.

Beim Sparen für ein neues Velo.

Beim ersten eigenen Konto.

Oder später beim Investieren.

Das Ziel sollte dabei nicht sein, aus einem zehnjährigen Kind eine Portfoliomanagerin oder einen Portfoliomanager zu machen.

Es reicht völlig, wenn Kinder verstehen:

Geld gibt Optionen. Und Entscheidungen heute beeinflussen die Optionen von morgen.

Das ist schon ziemlich viel Finanzwissen.

Vom Spiel zum echten Geld

Irgendwann stellt sich die nächste Frage.

Wie lässt sich das Gelernte im Alltag anwenden?

Ein klassischer Einstieg ist das Sackgeld.

Kinder erhalten einen begrenzten Betrag und können selbst entscheiden, wie viel sie ausgeben und wie viel sie für ein grösseres Ziel zurücklegen.

Später lässt sich auch Investieren greifbar machen.

Warum kann Geld langfristig wachsen?

Was ist eine Aktie?

Warum schwanken Börsenkurse?

Weshalb sollte man nicht alles in ein einziges Unternehmen investieren?

Solche Fragen erklären wir beispielsweise in «Kapitalmärkte für Kids» mit einfachen Analogien.

Weitere Bücher, Videos und Lernangebote finden Sie in unserem Überblick zu den besten Finanz-Lerninhalten für Kinder.

Und wer Finanzwissen mit echtem langfristigem Vermögensaufbau verbinden möchte, kann auch gemeinsam mit dem Kind beobachten, wie sich ein kleines Kinderportfolio entwickelt.

Bei Descartes ist das bereits ab 10 Franken möglich.

Dann wird aus der abstrakten Aussage «Geld kann langfristig für dich arbeiten» etwas Sichtbares.

Warum frühe Finanzbildung so wertvoll ist

Kinder müssen nicht wissen, wie man ein Discounted-Cashflow-Modell baut.

Viele Erwachsene müssen das übrigens auch nicht.

Viel wichtiger sind einige grundlegende Prinzipien.

Nicht alles ausgeben, nur weil man es kann.

Kurzfristige Wünsche gegen langfristige Ziele abwägen.

Verstehen, dass Rendite und Risiko zusammengehören.

Und erkennen, dass Zeit beim Vermögensaufbau ein enorm wichtiger Faktor ist.

Gerade der letzte Punkt ist für Kinder besonders interessant.

Sie besitzen etwas, das sich später mit keinem Geld der Welt zurückkaufen lässt:

sehr viel Anlagezeit.

Wie stark dieser Zeitfaktor wirken kann, zeigen wir auch in unserem Blog «Der Weg zur Million für Ihr Kind».

Finanzielle Bildung und langfristiges Anlegen gehören deshalb für mich zusammen.

Das eine vermittelt Wissen.

Das andere macht es erlebbar.

Mein Fazit zu Ciao CASH

Ciao CASH erfindet Finanzbildung nicht neu.

Zum Glück.

Es macht etwas viel Wichtigeres:

Es macht sie zugänglich.

Kinder treffen Entscheidungen, erleben Konsequenzen und sprechen über Geld, ohne dass daraus eine Schulstunde wird.

Genau deshalb hat mich das Spiel überzeugt.

Nicht jedes Kind wird danach begeistert ein Budget führen.

Und vermutlich wird auch niemand nach der ersten Partie freiwillig die TER verschiedener ETF vergleichen.

Muss auch nicht sein.

Wenn ein Kind aber versteht, dass Geld begrenzt ist, Sparen Möglichkeiten schafft und heutige Entscheidungen Auswirkungen auf morgen haben, ist bereits viel erreicht.

Denn der beste Zeitpunkt, Finanzkompetenz aufzubauen, ist nicht mit dem ersten grossen Vermögen.

Sondern lange davor.

Häufige Fragen zu Finanzbildung und Ciao CASH

Ab welchem Alter eignet sich Ciao CASH?

Ciao CASH ist für Kinder ab 10 Jahren konzipiert. Wie gut ein Kind mit den finanziellen Konzepten umgehen kann, hängt natürlich auch von seiner individuellen Entwicklung und seinem bisherigen Umgang mit Geld ab.

Was lernen Kinder mit Ciao CASH?

Das Spiel vermittelt spielerisch grundlegende Konzepte wie Einnahmen, Ausgaben, Budgetieren, Sparen, Investieren und den Umgang mit unerwarteten finanziellen Ereignissen.

Warum ist Finanzbildung für Kinder wichtig?

Kinder treffen schon früh Entscheidungen über Geld. Grundlegende Finanzkompetenz kann ihnen helfen, Konsum, Sparen, Risiko und langfristige Ziele besser einzuordnen und später selbstständigere finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Wie können Eltern Finanzwissen im Alltag vermitteln?

Sackgeld, gemeinsame Sparziele und Gespräche über alltägliche Kaufentscheidungen sind einfache Möglichkeiten. Später können auch Themen wie Aktien und Kapitalmärkte oder langfristiges Anlegen für Kinder hinzukommen.

Sollte man für Kinder nur sparen oder auch investieren?

Das hängt insbesondere vom Anlagehorizont, vom Ziel und von der Risikofähigkeit ab. Bei einem langen Anlagehorizont kann eine breit diversifizierte Wertschriftenanlage höhere Renditechancen bieten als reines Sparen, ist aber mit Wertschwankungen verbunden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blog über langfristige digitale Anlagen für Kinder.

Wie kann ich meinem Kind Investieren erklären?

Am besten möglichst konkret. Unternehmen können beispielsweise als kleine Teile eines grossen Kuchens erklärt werden, Aktien als Anteile daran und Diversifikation als Verteilung auf viele verschiedene Unternehmen. Weitere Beispiele finden Sie in «Kapitalmärkte für Kids».

Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt weder eine Anlage-, Rechts- noch Steuerberatung dar. Anlagen in Wertschriften sind mit Risiken verbunden und können an Wert verlieren. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Welche Form des Sparens oder Investierens für ein Kind geeignet ist, hängt von der individuellen Situation, dem Anlageziel, dem Anlagehorizont und der Risikofähigkeit ab.