Finanzwissen für Kinder, das Lust aufs Lernen macht

Ein Video über Geld ist schnell angeschaut. Ob danach etwas hängen bleibt, ist eine andere Frage. Gute Lerninhalte knüpfen an das an, was Kinder beschäftigt. Warum reicht das Sackgeld nicht für alles? Was passiert beim Bezahlen mit dem Handy? Und weshalb kostet derselbe Wunsch plötzlich mehr?

Dafür braucht es weder Börsenkurse am Frühstückstisch noch einen Finanzplan bis zur Pensionierung. Ein passendes Angebot und ein gemeinsames Gespräch sind ein guter Anfang.

Kurz zusammengefasst

  • Pro Juventute bietet einen Einstieg rund ums erste Sackgeld und den Umgang mit Konsum.

  • Der Podcast «Alles über Knete» richtet sich an Kinder im Primarschulalter.

  • SRF school und Iconomix eignen sich für Jugendliche, die wirtschaftliche Zusammenhänge vertiefen möchten.

  • MoneyTime verbindet für 10- bis 15-Jährige englischsprachige Lektionen mit einem virtuellen Geldspiel.

  • Alter, Sprache und Vorwissen sind wichtiger als die Länge der Angebotsliste. Ausprobieren gehört zum Lernen dazu.

Welche Lernangebote passen zu Ihrem Kind?

Die folgende Auswahl ist keine Rangliste. Sie reicht vom ersten Sackgeld bis zu Fragen rund um Budget und Berufseinstieg.

Angebot

Zielgruppe oder Einordnung

Format

Pro Juventute

Kinder beim Einstieg ins Sackgeld, gemeinsam mit den Eltern

Erklärvideo und Ratgeber

Alles über Knete

Kinder im Primarschulalter

Podcast

SRF school

Jugendliche, je nach Thema und Schulstufe

Videos und Unterrichtsmaterial

Iconomix

Jugendliche und Lernende

Anwendungen, Videos und Online-Magazine

MoneyTime

10 bis 15 Jahre laut Anbieter

Onlinekurs mit virtuellem Geldspiel

Prüfen Sie vor der Nutzung die konkrete Lektion sowie allfällige Kosten, Registrierungspflichten und Zugangsbedingungen. Ein Angebot für Jugendliche passt nicht automatisch zu einem Kind, das gerade sein erstes Sackgeld erhält.

Fünf Angebote zum Entdecken

Pro Juventute für die ersten eigenen Geldentscheidungen

Das Erklärvideo zum Sackgeld von Pro Juventute richtet sich an Kinder, die neu Sackgeld bekommen. Es ist dafür gedacht, gemeinsam mit den Eltern angeschaut zu werden. Die begleitenden Informationen helfen, Erwartungen und Regeln zu klären.

Der praktische Einstieg liegt auf der Hand. Besprechen Sie anschliessend, wofür das Sackgeld vorgesehen ist und welche Ausgaben Sie weiterhin übernehmen. So wird aus einer allgemeinen Erklärung eine Vereinbarung, mit der Ihr Kind etwas anfangen kann.

Alles über Knete für neugierige Kinder

Warum kostet der Kakao im Café so viel? Was geschieht eigentlich in einer Bank? Der Podcast «Alles über Knete» greift solche Alltagsfragen in Geschichten auf. Er richtet sich an Kinder im Primarschulalter und ihre Familien.

Produziert wird er im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Diese Herkunft gehört zur Einordnung dazu. Ebenso der deutsche Kontext, der sich bei Bankprodukten oder rechtlichen Fragen nicht ohne Weiteres auf die Schweiz übertragen lässt.

SRF school für grössere Zusammenhänge

Die Reihe «Wirtschaft und Gesellschaft» von SRF school behandelt Themen wie Geldanlage, Versicherungen, Leasing und Konsumkredite. Sie greift Situationen aus dem Leben junger Menschen in der Schweiz auf.

Das eignet sich besonders für Jugendliche, bei denen die ersten grösseren finanziellen Entscheidungen näher rücken. Wählen Sie eine Folge passend zur aktuellen Frage. Wer über den ersten Lohn nachdenkt, muss nicht gleich das gesamte Wirtschaftssystem durcharbeiten.

Iconomix zum Mitdenken und Ausprobieren

Auf dem Portal für Lernende von Iconomix, dem Bildungsangebot der Schweizerischen Nationalbank, finden sich Anwendungen, Videos und Online-Magazine zu Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu gehören Angebote zur Finanzkompetenz sowie zu Geld, Lohn und Arbeit.

Für Jugendliche lässt sich damit ein Thema gezielt vertiefen. Tauchen unbekannte Begriffe auf, hilft unser Finanzglossar beim Nachschlagen. Entscheidend ist anschliessend die eigene Erklärung. Wer einen Begriff mit einem Beispiel beschreiben kann, ist meist weiter als jemand, der nur die Definition wiederholt.

MoneyTime für Kinder mit guten Englischkenntnissen

MoneyTime richtet sich laut Anbieter an Kinder von 10 bis 15 Jahren. Das Programm verbindet Lektionen über Geld mit einem Spiel, in dem virtuelles Einkommen ausgegeben, gespart, gespendet oder investiert werden kann.

Es kommt infrage, wenn Ihr Kind englische Erklärungen gut versteht und gerne selbstständig lernt. Prüfen Sie die passende Landesversion und die Konditionen. Ein virtuelles Anlageergebnis ist dabei ein Lernanlass, keine Vorschau auf spätere Börsengewinne.

So wird aus Bildschirmzeit Finanzwissen

Beginnen Sie mit einer Frage statt mit einem Lernplan. Vielleicht möchte Ihr Kind etwas kaufen, spart auf ein Ziel oder wundert sich über einen Preis. Wählen Sie dazu eine Folge oder Übung und lassen Sie Ihr Kind danach in eigenen Worten erzählen, was es verstanden hat.

Der nächste Schritt darf klein sein. Für ein Ausflugsbudget von beispielsweise 20 Franken kann Ihr Kind überlegen, wie viel für einen Eintritt, einen Snack oder ein Souvenir bleiben soll. Das ist ein vereinfachtes Übungsbeispiel. Interessant ist die Entscheidung dahinter, nicht die perfekte Rechnung.

Auch digitales Bezahlen lässt sich so erklären. Ein Tippen auf dem Handy ist bequem. Kostenlos wird der Einkauf dadurch nicht. Schauen Sie gemeinsam an, welcher Betrag bezahlt wurde und was vom vereinbarten Budget übrig bleibt.

Wer lieber ohne Bildschirm lernt, findet in unseren Blogs über Finanzbücher für Kinder und das Kartenspiel «Ciao CASH» weitere Ideen.

Häufige Fragen zur Finanzbildung für Kinder

Ab welchem Alter sind Lerninhalte über Geld sinnvoll?

Sobald Ihr Kind Fragen zum Kaufen, Bezahlen oder Sparen stellt. Für jüngere Kinder eignen sich kurze Erklärungen mit konkreten Beispielen. Budgetplanung, Kredite und Geldanlage können später hinzukommen.

Sind allgemeine Finanzkanäle auch für Kinder geeignet?

Nicht automatisch. Eine verständliche Erklärung für Erwachsene ist noch kein altersgerechtes Lernangebot. Prüfen Sie einzelne Inhalte auf Vorwissen, Werbung, Produktempfehlungen und die Übertragbarkeit auf die Schweiz.

Muss ich einen kostenpflichtigen Kurs buchen?

Nein. Für den Einstieg reichen frei zugängliche Erklärungen, Gespräche und kleine Alltagserfahrungen. Ein bezahlter Kurs kann Struktur bieten, ist aber keine Voraussetzung für Finanzbildung.

Darf mein Kind beim Umgang mit Geld Fehler machen?

In einem überschaubaren, vorher vereinbarten Rahmen können Fehlentscheidungen zum Lernen gehören. Besprechen Sie gemeinsam, was passiert ist und was Ihr Kind beim nächsten Mal anders machen möchte. Die Verantwortung für das Familienbudget bleibt bei den Erwachsenen.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt eine redaktionelle Auswahl von Lernangeboten dar. Er ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung und enthält keine verbindliche Offerte. Altersangaben sind Orientierungshilfen. Prüfen Sie die Eignung für Ihr Kind sowie Sprache, Kosten, Datenschutz und Nutzungsbedingungen des jeweiligen Angebots. Externe Inhalte und Konditionen können sich ändern.