Die Standardabweichung ist eine statistische Kennzahl, die zeigt, wie stark einzelne Werte um ihren Durchschnitt schwanken. In der Finanzwelt wird sie häufig verwendet, um die Schwankungsbreite von Renditen und damit die Volatilität einer Anlage zu messen.
Eine hohe Standardabweichung bedeutet, dass die beobachteten Renditen stärker um ihren Durchschnitt schwanken. Eine tiefe Standardabweichung weist dagegen auf geringere Schwankungen hin.
Ein Beispiel: Zwei Anlagen erzielen über einen bestimmten Zeitraum dieselbe durchschnittliche Rendite. Anlage A entwickelt sich relativ gleichmässig, während Anlage B zwischen hohen Gewinnen und starken Verlusten schwankt. Anlage B weist entsprechend eine höhere Standardabweichung auf.
Die Standardabweichung basiert auf der Varianz. Während die Varianz die durchschnittliche quadrierte Abweichung vom Mittelwert misst, ist die Standardabweichung deren Quadratwurzel. Dadurch wird sie wieder in derselben Einheit wie die betrachteten Werte ausgedrückt.
In der Geldanlage wird die Standardabweichung häufig als Risikomass verwendet. Dabei ist wichtig: Sie unterscheidet nicht zwischen positiven und negativen Abweichungen. Eine überraschend hohe Rendite erhöht die Standardabweichung genauso wie ein unerwartet hoher Verlust.
Die Kennzahl fliesst auch in weitere Risikomasse ein, beispielsweise in die Sharpe Ratio, welche die erzielte beziehungsweise erwartete Mehrrendite ins Verhältnis zur Volatilität setzt.
Die Standardabweichung misst also, wie stark Renditen schwanken – nicht, ob diese Schwankungen für Anlegerinnen und Anleger gut oder schlecht sind.