Das systematische Risiko, auch Marktrisiko oder nicht diversifizierbares Risiko genannt, umfasst Risiken, die den gesamten Kapitalmarkt oder grosse Teile davon betreffen. Im Gegensatz zum unsystematischen Risiko lässt es sich nicht durch Diversifikation innerhalb eines Portfolios vollständig beseitigen.
Zu den möglichen Ursachen systematischer Risiken gehören beispielsweise Zinsänderungen, Inflation, Rezessionen, geopolitische Ereignisse oder geldpolitische Entscheidungen von Zentralbanken. Solche Faktoren können zahlreiche Unternehmen, Branchen und Anlageklassen gleichzeitig beeinflussen.
In der modernen Finanztheorie spielt das systematische Risiko eine wichtige Rolle, unter anderem im Capital Asset Pricing Model (CAPM). Im CAPM wird das systematische Risiko einer Anlage mithilfe des Beta-Faktors gemessen. Ein Beta von 1 bedeutet, dass eine Anlage im Durchschnitt ähnlich stark auf Marktbewegungen reagiert wie der Vergleichsmarkt. Ein Beta über 1 weist auf eine stärkere, ein Beta zwischen 0 und 1 auf eine geringere Sensitivität gegenüber Marktbewegungen hin.
Auch ein breit diversifiziertes Portfolio bleibt systematischen Risiken ausgesetzt. Diversifikation kann das unsystematische Risiko reduzieren, das allgemeine Marktrisiko jedoch nicht vollständig beseitigen.