Goal-Based Investing: Investieren mit klaren Zielen
Wer Geld anlegen möchte, landet erstaunlich schnell bei Produkten. Welcher ETF? Welche Aktienquote? Passiv oder aktiv? Schweiz oder Welt?
Alles berechtigte Fragen.
Nur kommen sie eigentlich zu frĂĽh.
Bevor Sie entscheiden, wie Sie investieren, sollten Sie wissen, wofĂĽr Sie investieren.
Vielleicht möchten Sie in fünf Jahren Wohneigentum kaufen. Für Ihre Kinder Kapital aufbauen. Mit 60 weniger arbeiten. Ihre Säule 3a ergänzen. Oder einfach langfristig Vermögen aufbauen, um später mehr finanzielle Freiheit zu haben.
Unterschiedliche Ziele.
Unterschiedliche Zeithorizonte.
Und deshalb möglicherweise unterschiedliche Anlagestrategien.
Genau darum geht es beim Goal-Based Investing.
Nicht das Produkt steht am Anfang.
Sondern Ihr Ziel.
Kurz zusammengefasst
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Goal-Based Investing richtet die Anlagestrategie an konkreten finanziellen Zielen aus.
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Ein Anlageziel sollte möglichst mit einem Betrag und einem Zeithorizont verbunden werden.
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Je länger der Anlagehorizont ist, desto besser können zwischenzeitliche Marktschwankungen grundsätzlich ausgehalten werden.
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Neben dem Anlagehorizont bestimmen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft, welches Risiko sinnvoll ist.
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Unterschiedliche Ziele können unterschiedliche Anlagestrategien und Aktienquoten erfordern.
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Ein Hauskauf in fĂĽnf Jahren sollte deshalb nicht zwingend gleich finanziert werden wie die Pensionierung in 30 Jahren.
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Regelmässiges Investieren kann helfen, langfristige Ziele systematisch zu finanzieren.
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Goal-Based Investing schützt nicht vor Börsenverlusten. Es hilft aber dabei, kurzfristige Marktbewegungen nicht wichtiger werden zu lassen als das eigentliche Ziel.
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Die entscheidende Frage lautet nicht: «Welche Anlage ist gerade die beste?» Sondern: «Welche Strategie passt zu meinem Ziel?»
Was ist Goal-Based Investing?
Goal-Based Investing bedeutet zielorientiertes Investieren.
Das Prinzip ist einfach:
Sie investieren Ihr Geld nicht einfach mit dem abstrakten Ziel, möglichst viel Rendite zu erzielen.
Sie geben Ihrem Vermögen eine konkrete Aufgabe.
Zum Beispiel:
150'000 Franken Eigenkapital fĂĽr Wohneigentum in acht Jahren.
100'000 Franken fĂĽr die Ausbildung der Kinder in 15 Jahren.
Zusätzliches Vermögen für die Pensionierung in 25 Jahren.
Oder ein langfristiges Anlagevermögen, das Ihnen später mehr finanzielle Freiheit geben soll.
Aus dem Ziel ergeben sich anschliessend die relevanten Fragen.
Wie viel Kapital wird benötigt?
Wann wird es benötigt?
Wie viel ist bereits vorhanden?
Wie viel kann regelmässig investiert werden?
Und welches Risiko können und möchten Sie auf dem Weg dorthin tragen?
Damit wird aus:
«Ich möchte investieren.»
etwas wesentlich Konkreteres:
«Ich möchte bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes finanzielles Ziel erreichen.»
Klingt weniger aufregend als der nächste Börsentipp.
Ist fĂĽr die Finanzplanung aber meistens nĂĽtzlicher.
Warum das Ziel vor der Anlagestrategie kommen sollte
Stellen wir uns zwei Personen vor.
Beide sind 40 Jahre alt.
Beide besitzen 100'000 Franken.
Beide möchten ihr Geld investieren.
Trotzdem kann für beide eine völlig unterschiedliche Strategie sinnvoll sein.
Person A möchte das Geld in drei Jahren als Eigenkapital für eine Wohnung einsetzen.
Person B möchte es frühestens mit 65 verwenden.
Das Vermögen ist identisch.
Das Alter ist identisch.
Der Verwendungszweck nicht.
Und damit unterscheidet sich auch der Anlagehorizont fundamental.
Person B hat grundsätzlich deutlich mehr Zeit, zwischenzeitliche Kursverluste auszusitzen.
Person A nicht.
Fällt ein Aktienportfolio kurz vor dem geplanten Immobilienkauf deutlich, hilft es wenig, dass Aktien langfristig attraktive Renditechancen bieten.
Die Wohnung wartet möglicherweise nicht zehn Jahre, bis sich die Börse erholt hat.
Eine Anlage ist deshalb nicht einfach gut oder schlecht. Sie muss zum Ziel passen.
Das ist der Kern von Goal-Based Investing.
Aus einem Wunsch muss ein finanzielles Ziel werden
«Ich möchte früher in Pension gehen» ist ein Wunsch.
«Ich möchte mit 60 mein Arbeitspensum auf 50% reduzieren und dafür bis dahin 500'000 Franken freies Vermögen aufbauen» ist ein finanzielles Ziel.
Dieser Unterschied ist wichtig.
Denn erst wenn ein Ziel konkret wird, lässt sich daraus eine Strategie ableiten.
Ein gutes Anlageziel beantwortet deshalb idealerweise drei Fragen:
Was möchte ich erreichen?
Wie viel Kapital brauche ich dafĂĽr?
Wann brauche ich dieses Kapital?
Natürlich lässt sich nicht alles im Leben 20 Jahre im Voraus exakt berechnen.
Das muss es auch nicht.
Ziele dürfen sich verändern.
Aber eine ungefähre Richtung ist deutlich hilfreicher als gar keine.
Wer nicht weiss, wohin das Kapital soll, kann schwer beurteilen, welcher Weg dorthin sinnvoll ist.
Ein Ziel, ein Anlagehorizont, ein Risiko
Sobald das Ziel definiert ist, wird der Zeithorizont entscheidend.
Der Anlagehorizont beschreibt den Zeitraum, während dessen das Geld investiert bleiben kann, bevor es voraussichtlich benötigt wird.
Grundsätzlich gilt:
Je länger der Anlagehorizont, desto besser können kurzfristige Marktschwankungen ausgehalten werden.
Das bedeutet nicht, dass langfristige Anlagen risikolos sind.
Aktien können auch über längere Zeiträume deutlich an Wert verlieren.
Aber wer das Geld morgen benötigt, hat wesentlich weniger Spielraum als jemand, der es erst in 25 Jahren einsetzen möchte.
Deshalb kann dieselbe Person gleichzeitig mehrere sinnvolle Anlagestrategien haben.
Das Geld für die Steuerrechnung nächsten Monat gehört nicht in ein Aktienportfolio.
Das Kapital fĂĽr die Pensionierung in 30 Jahren muss dagegen nicht zwingend auf dem Sparkonto auf seinen grossen Auftritt warten.
Unterschiedliches Ziel.
Unterschiedlicher Horizont.
Unterschiedliche Aufgabe fĂĽr das Geld.
Wie viel Risiko passt zum Ziel?
Der Anlagehorizont ist wichtig.
Aber er ist nicht alles.
Eine passende Anlagestrategie sollte zusätzlich Ihre Risikofähigkeit und Ihre Risikobereitschaft berücksichtigen.
Die Risikofähigkeit beantwortet die objektive Frage:
Wie viel Verlust können Sie finanziell verkraften?
Dabei spielen beispielsweise Einkommen, Vermögen, Verpflichtungen, Liquiditätsbedarf und Anlagehorizont eine Rolle.
Die Risikobereitschaft beantwortet dagegen:
Wie viel Risiko möchten Sie persönlich tragen?
Das klingt ähnlich.
Ist es aber nicht.
Sie könnten finanziell durchaus in der Lage sein, ein Portfolio mit hoher Aktienquote zu halten.
Wenn Sie bei einem Kursverlust von 20% trotzdem alles verkaufen würden, passt die Strategie möglicherweise nicht zu Ihnen.
Eine gute Anlagestrategie muss deshalb zwei Tests bestehen.
Sie muss finanziell tragbar sein.
Und emotional aushaltbar.
Denn die theoretisch optimale Strategie hilft wenig, wenn sie beim ersten schwierigen Börsenjahr aufgegeben wird.
Nicht jedes Ziel braucht ein eigenes Depot
Goal-Based Investing wird manchmal so dargestellt, als müsste für jeden Wunsch ein separates Portfolio eröffnet werden.
Ferien 2028.
Wohnung 2032.
Kinder 2040.
Pensionierung 2055.
Das kann sinnvoll sein.
Muss es aber nicht.
Entscheidend ist, dass Vermögen mit deutlich unterschiedlichen Zeithorizonten und Risikoprofilen nicht gedanklich in denselben Topf geworfen wird.
Kurzfristige Liquidität erfüllt eine andere Aufgabe als langfristiges Anlagevermögen.
Gebundene Vorsorge erfüllt eine andere Aufgabe als frei verfügbares Vermögen.
Und Geld, das Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in drei Jahren benötigen, sollte anders betrachtet werden als Kapital, das Jahrzehnte investiert bleiben kann.
Ob dafür technisch mehrere Depots nötig sind, ist zweitrangig.
Wichtig ist die finanzielle Architektur dahinter.
Drei Ziele, drei unterschiedliche Aufgaben
Nehmen wir eine 35-jährige Person mit drei finanziellen Zielen.
Ziel 1: Eine grössere Reise in zwei Jahren.
Das Geld wird bald benötigt. Kapitalerhalt und Verfügbarkeit sind deshalb wichtiger als maximale Renditechancen.
Ziel 2: Wohneigentum in acht Jahren.
Der Zeithorizont ist länger. Je nach Risikofähigkeit und Flexibilität beim Kaufzeitpunkt kann ein Teil des Kapitals investiert werden. Je näher der geplante Kauf rückt, desto wichtiger wird jedoch die Reduktion des Risikos.
Ziel 3: Finanzielle Freiheit ab 60.
Hier beträgt der Anlagehorizont 25 Jahre. Zwischenzeitliche Börsenschwankungen haben deshalb eine völlig andere Bedeutung. Eine höhere Aktienquote kann grundsätzlich eher in Betracht kommen, sofern Risikofähigkeit und Risikobereitschaft dazu passen.
Dreimal dieselbe Person.
Dreimal Kapital.
Aber nicht dreimal dieselbe Aufgabe.
Das ist Goal-Based Investing in der Praxis.
Welche Rolle spielt die Aktienquote?
Die Aktienquote beeinflusst wesentlich, wie stark ein Portfolio schwanken kann und welche langfristigen Renditechancen damit verbunden sind.
Eine höhere Aktienquote bedeutet grundsätzlich höhere langfristige Renditechancen.
Aber auch stärkere Wertschwankungen und höhere Verlustrisiken.
Die richtige Aktienquote lässt sich deshalb nicht allein aus dem Alter ableiten.
«100 minus Alter» mag angenehm einfach sein.
Das Leben ist es selten.
Entscheidend sind Anlageziel, Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Risikobereitschaft.
Goal-Based Investing beantwortet dabei zuerst das Warum und wann.
Die Wahl der Anlagestrategie beantwortet danach das Wie.
Genau darin liegt die Abgrenzung.
Was passiert, wenn das Ziel näher rückt?
Ein Anlageziel ist nicht statisch.
Nehmen wir an, Sie investieren fĂĽr Wohneigentum.
Beim Start liegt der geplante Kauf zwölf Jahre entfernt.
Fünf Jahre später sind es noch sieben.
Weitere fünf Jahre später nur noch zwei.
Damit verändert sich die Situation.
Ein Börsencrash zwölf Jahre vor dem Kauf ist etwas anderes als ein Börsencrash sechs Monate vor der notariellen Beurkundung.
Deshalb kann es sinnvoll sein, das Risiko schrittweise zu reduzieren, wenn ein finanzielles Ziel näher rückt und der benötigte Betrag zunehmend planbar wird.
In der Fachsprache wird eine solche schrittweise Anpassung teilweise als Glide Path bezeichnet.
Das Prinzip ist einfacher als der Begriff:
Je näher ein wichtiges und wenig flexibles Ziel kommt, desto weniger sollte sein Erreichen von der Börsenstimmung am entscheidenden Tag abhängen.
Und wenn das Ziel sehr langfristig ist?
Dann spielt Zeit fĂĽr Sie.
Nicht garantiert.
Aber sie verändert die Ausgangslage.
Bei langfristigen Zielen können kurzfristige Marktschwankungen weniger wichtig sein als bei kurzfristigem Kapitalbedarf.
Genau deshalb sollte langfristiges Investieren nicht mit kurzfristigem Trading verwechselt werden.
Beim Goal-Based Investing lautet die Frage nicht:
Was macht der Markt nächste Woche?
Sondern:
Ist meine Strategie weiterhin geeignet, mein Ziel in zehn, 20 oder 30 Jahren zu erreichen?
Das ist weniger aufregend.
Beim langfristigen Investieren kann Langeweile durchaus eine Qualität sein.
Warum regelmässiges Investieren gut dazu passt
Ein finanzielles Ziel besteht meist aus zwei Komponenten:
dem bereits vorhandenen Vermögen und den zukünftigen Einzahlungen.
Gerade bei langfristigen Zielen können regelmässige Einzahlungen deshalb einen erheblichen Unterschied machen.
Ein Sparplan kann diesen Prozess automatisieren.
Statt jeden Monat neu zu entscheiden, ob gerade ein guter Zeitpunkt zum Investieren ist, wird regelmässig ein festgelegter Betrag angelegt.
Das hat einen praktischen Vorteil:
Die Strategie hängt weniger von Ihrer täglichen Motivation und Ihrer aktuellen Meinung zum Aktienmarkt ab.
Der Dauerauftrag interessiert sich nicht dafĂĽr, ob der SMI heute 2% verloren hat.
Er ĂĽberweist trotzdem.
Für langfristigen Vermögensaufbau ist diese Emotionslosigkeit häufig ziemlich nützlich.
Was passiert bei einem Börsencrash mit meinem Ziel?
Börsen fallen.
Das gehört zum Investieren.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wie man jede Korrektur verhindert.
Das kann niemand.
Entscheidend ist, ob die Anlagestrategie so gewählt wurde, dass ein Rückgang verkraftbar ist.
Bei einem Ziel in 25 Jahren kann ein zwischenzeitlicher Börsencrash unangenehm sein, ohne den Plan grundsätzlich zu zerstören.
Bei einem Ziel in zwölf Monaten kann derselbe Verlust erhebliche Konsequenzen haben.
Goal-Based Investing macht Risiko deshalb konkret.
Nicht:
«Wie volatil ist mein Portfolio?»
Sondern:
«Was bedeutet ein Verlust für mein Ziel?»
Diese Perspektive ist häufig hilfreicher.
Denn Menschen investieren nicht für eine möglichst elegante Volatilitätskennzahl.
Sie investieren fĂĽr ihr Leben.
Klare Ziele können vor schlechten Anlageentscheidungen schützen
Finanzmärkte liefern jeden Tag neue Gründe, etwas zu tun.
Aktien steigen.
Aktien fallen.
Zinsen ändern sich.
Ein neues Anlagethema wird plötzlich unverzichtbar.
Und irgendwo prognostiziert bereits jemand den nächsten Crash.
Wer kein klares Anlageziel besitzt, kann leicht anfangen, auf jedes neue Signal zu reagieren.
Ein definiertes Ziel schafft dagegen einen Referenzpunkt.
Hat sich mein Ziel verändert?
Hat sich mein Anlagehorizont verändert?
Hat sich meine finanzielle Situation verändert?
Hat sich meine Risikofähigkeit verändert?
Wenn die Antwort überall Nein lautet, muss eine Schlagzeile nicht automatisch eine Portfolioänderung auslösen.
Das schĂĽtzt nicht vor Verlusten.
Aber möglicherweise vor einem der hartnäckigsten Risiken beim langfristigen Investieren:
dem eigenen Verhalten.
Genau damit beschäftigt sich auch die Behavioral Finance.
Goal-Based Investing und finanzielle Freiheit
Nicht jedes Ziel braucht einen exakten Kaufpreis oder ein konkretes Datum.
Finanzielle Freiheit kann ebenfalls ein legitimes Anlageziel sein.
Vielleicht möchten Sie mit 55 weniger arbeiten.
Mit 60 die Möglichkeit haben, ganz aufzuhören.
Ein Sabbatical finanzieren.
Ein Unternehmen grĂĽnden.
Oder schlicht genügend Vermögen besitzen, damit nicht jede berufliche Entscheidung vom nächsten Lohn abhängig ist.
Das Ziel muss dann nicht zwingend lauten:
«Ich brauche am 1. Januar 2048 exakt 742'000 Franken.»
Es kann auch lauten:
«Ich möchte über die nächsten 20 Jahre ein Vermögen aufbauen, das mir mehr finanzielle Optionen gibt.»
Auch daraus lassen sich Anlagehorizont, Sparrate und eine passende Strategie ableiten.
Denn Vermögen hat nicht nur einen finanziellen Wert.
Es schafft Handlungsspielraum.
Was hat Goal-Based Investing mit der Säule 3a zu tun?
Sehr viel.
Die Säule 3a ist bereits per Definition mit einem langfristigen Vorsorgeziel verbunden.
Trotzdem sollte auch dort die Anlagestrategie zum persönlichen Zeithorizont und Risikoprofil passen.
Eine 30-jährige Person mit mehreren Jahrzehnten bis zur Pensionierung befindet sich in einer anderen Situation als eine Person wenige Jahre vor dem geplanten Bezug.
Gleichzeitig ist die Säule 3a nur ein Teil der gesamten Finanzplanung.
Wer beispielsweise eine Frühpensionierung plant, benötigt neben gebundenem Vorsorgevermögen häufig auch frei verfügbares Kapital.
Damit entstehen unterschiedliche Vermögenstöpfe mit unterschiedlichen Aufgaben.
Goal-Based Investing hilft, sie nicht einfach alle als «mein Geld» zu betrachten.
Sondern als Kapital mit einem Zweck.
Wie setzt Descartes Goal-Based Investing um?
Bei Descartes Invest beginnt die Wahl des Portfolios mit Ihrer persönlichen Situation.
Anlageziel, Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Risikobereitschaft bestimmen, welche Risikoklasse grundsätzlich zu Ihnen passt.
Danach folgt die Frage, wie das Kapital investiert werden soll.
Bei Descartes stehen dafĂĽr unterschiedliche Anlagemodelle und Aktienquoten zur VerfĂĽgung.
So wird die Reihenfolge nicht:
Produkt → Portfolio → hoffentlich passendes Ziel.
Sondern:
Ziel → Risiko → Strategie → Portfolio.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied.
Ist aber ziemlich genau der Punkt.
Muss ich meine Ziele regelmässig überprüfen?
Ja.
Nicht jeden Dienstag.
Aber wenn sich Ihr Leben verändert.
Eine neue Stelle.
Familienzuwachs.
Wohneigentum.
Selbständigkeit.
Eine Erbschaft.
Eine Scheidung.
Ein geplanter frĂĽherer Ruhestand.
Solche Veränderungen können Anlageziele, Zeithorizonte und Risikofähigkeit beeinflussen.
Auch ohne grosses Lebensereignis lohnt sich eine periodische ĂśberprĂĽfung.
Nicht um ständig die Strategie zu wechseln.
Sondern um sicherzustellen, dass die bestehende Strategie noch zum ursprĂĽnglichen Zweck passt.
Ein Portfolio sollte sich Ihrem Leben anpassen.
Nicht Ihr Leben dem Portfolio.
Fazit: Gute Geldanlage beginnt nicht mit einem Produkt
Goal-Based Investing ist keine neue Anlageklasse.
Kein ETF.
Kein Algorithmus.
Und auch kein Trick, mit dem Börsenverluste verschwinden.
Es ist vor allem eine andere Reihenfolge beim Denken.
Zuerst kommt das Ziel.
Dann der Zeithorizont.
Dann das Risiko.
Und erst danach die konkrete Anlagestrategie.
Das hilft, kurzfristige Marktbewegungen in Relation zu dem zu setzen, was eigentlich zählt.
Nicht die Performance nächste Woche.
Sondern die Frage, ob Ihr Geld langfristig das tut, wofĂĽr Sie es vorgesehen haben.
Denn eine gute Rendite ist erfreulich. Eine gute Rendite, die Sie Ihrem Ziel näherbringt, ist nützlicher.
Häufige Fragen zu Goal-Based Investing
Was bedeutet Goal-Based Investing?
Goal-Based Investing bedeutet zielorientiertes Investieren. Dabei wird eine Anlagestrategie nicht primär anhand eines Produkts oder einer möglichst hohen Rendite gewählt, sondern auf ein konkretes finanzielles Ziel, den Anlagehorizont und das persönliche Risikoprofil abgestimmt.
Welche Ziele eignen sich fĂĽr Goal-Based Investing?
Grundsätzlich lassen sich sehr unterschiedliche Ziele damit planen, beispielsweise Wohneigentum, die Ausbildung von Kindern, eine grössere Reise, die Pensionierung, eine Frühpensionierung oder der langfristige Aufbau von frei verfügbarem Vermögen.
Brauche ich fĂĽr jedes Anlageziel ein eigenes Portfolio?
Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass Ziele mit unterschiedlichen Zeithorizonten und Risikoprofilen getrennt betrachtet werden. Ob dafür tatsächlich separate Depots benötigt werden, hängt von der individuellen Situation und der gewählten Lösung ab.
Welche Rolle spielt der Anlagehorizont?
Der Anlagehorizont beschreibt, wie lange das Kapital investiert bleiben kann. Je länger der Zeitraum, desto besser können zwischenzeitliche Kursschwankungen grundsätzlich ausgehalten werden. Bei kurzfristigen Zielen gewinnt dagegen der Kapitalerhalt zunehmend an Bedeutung.
Welche Aktienquote passt zu meinem Ziel?
Die passende Aktienquote hängt nicht nur vom Ziel ab, sondern auch von Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Risikobereitschaft. Eine höhere Aktienquote bietet grundsätzlich höhere langfristige Renditechancen, geht aber auch mit stärkeren Schwankungen und Verlustrisiken einher.
Was passiert, wenn sich mein Anlageziel verändert?
Dann sollte geprüft werden, ob Anlagehorizont, Sparrate und Anlagestrategie weiterhin passen. Goal-Based Investing ist kein statischer Plan. Die Strategie kann angepasst werden, wenn sich Ihre Lebenssituation oder Ihre finanziellen Ziele wesentlich verändern.
Eignet sich Goal-Based Investing für die Säule 3a?
Ja. Gerade bei der Säule 3a spielen Anlagehorizont und persönliches Risikoprofil eine wichtige Rolle. Allerdings ist 3a-Vermögen gebunden. Für Ziele, die vor dem möglichen Bezug liegen, kann deshalb zusätzlich frei verfügbares Vermögen erforderlich sein.
Ist Goal-Based Investing besser als einfach einen ETF zu kaufen?
Das sind zwei unterschiedliche Ebenen. Goal-Based Investing definiert, wofür investiert wird und welches Risiko dafür angemessen ist. Ein ETF kann anschliessend ein Instrument sein, mit dem die gewählte Anlagestrategie umgesetzt wird. Ein gutes Produkt ersetzt deshalb nicht die vorgelagerte Finanzplanung.
Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Vorsorgeberatung dar. Anlagen in Wertschriften sind mit Risiken verbunden. Der Wert von Anlagen kann schwanken und Verluste sind möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Welche Anlagestrategie geeignet ist, hängt insbesondere vom persönlichen Anlageziel, Anlagehorizont, der finanziellen Situation sowie der individuellen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.