Für Kinder investieren: Wie aus kleinen Beträgen langfristig ein Vermögen werden kann

Wer früh für ein Kind investiert, hat einen Vorteil, den man später nicht nachkaufen kann: Zeit. Regelmässige Einzahlungen, ein langer Anlagehorizont und der Zinseszinseffekt können selbst aus überschaubaren monatlichen Beträgen über Jahrzehnte ein beträchtliches Vermögen entstehen lassen.

Kann ein Kind damit sogar Millionär werden? Rechnerisch ja. Garantiert natürlich nicht. Entscheidend sind Einzahlungshöhe, Anlagedauer, Rendite, Kosten und die Entwicklung der Finanzmärkte.

Die interessantere Erkenntnis ist ohnehin eine andere: Wer früh beginnt, muss für dasselbe langfristige Vermögensziel deutlich weniger monatlich investieren als jemand, der erst Jahrzehnte später startet.

Kurz gesagt

  • Je früher Geld investiert wird, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken.

  • Ein Sparplan automatisiert regelmässige Einzahlungen und reduziert die Versuchung, den perfekten Einstiegszeitpunkt abzuwarten.

  • Bereits kleine monatliche Beträge können über einen langen Anlagehorizont zu einem beträchtlichen Vermögen anwachsen.

  • Wertschriften bieten langfristige Renditechancen, ihr Wert kann aber erheblich schwanken und Verluste sind möglich.

  • Sobald das Kind ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt, kann grundsätzlich auch die Säule 3a für den weiteren Vermögensaufbau genutzt werden.

  • Eine Million ist kein Versprechen, sondern das mögliche Ergebnis einer Modellrechnung über mehrere Jahrzehnte.

Warum lohnt es sich, früh für Kinder zu investieren?

Beim langfristigen Vermögensaufbau sind drei Faktoren besonders wichtig: der investierte Betrag, die erzielte Rendite und die Zeit.

Gerade bei Kindern ist der letzte Faktor aussergewöhnlich günstig. Wer ab Geburt investiert, hat bis zum 18. Geburtstag bereits einen Anlagehorizont von 18 Jahren. Bleibt das Geld darüber hinaus investiert, können daraus mehrere Jahrzehnte werden.

Dabei spielt der Zinseszins eine zentrale Rolle. Er bedeutet vereinfacht, dass nicht nur das ursprünglich investierte Kapital eine Rendite erzielen kann, sondern im Laufe der Zeit auch bereits erwirtschaftete Erträge.

Je länger dieser Prozess dauert, desto stärker kann sich der Effekt bemerkbar machen.

Das funktioniert allerdings nicht geradlinig. Kapitalmärkte kennen gute und schlechte Jahre. Eine angenommene durchschnittliche Rendite von beispielsweise 5 Prozent bedeutet nicht, dass das Portfolio jedes Jahr genau 5 Prozent gewinnt.

Was können 200 Franken pro Monat bewirken?

Nehmen wir an, Eltern investieren ab der Geburt ihres Kindes jeden Monat 200 Franken in ein breit diversifiziertes Wertschriftenportfolio.

Für die Modellrechnung nehmen wir eine durchschnittliche Rendite von 5 Prozent pro Jahr an.

Annahme

Wert

Monatliche Einzahlung

200 Franken

Laufzeit

18 Jahre

Einzahlungen insgesamt

43'200 Franken

Angenommene Rendite

5% pro Jahr

Vermögen mit 18

rund 70'000 Franken

Aus Einzahlungen von insgesamt 43'200 Franken könnten unter diesen Annahmen bis zum 18. Geburtstag rund 70'000 Franken entstehen.

Die Differenz stammt aus der angenommenen Wertentwicklung und deren Wiederanlage.

Wichtig ist das Wort «angenommen». Die Rendite ist nicht garantiert. Gebühren, Steuern, Inflation und die tatsächliche Entwicklung der Finanzmärkte beeinflussen das Ergebnis.

Wer verschiedene Möglichkeiten für das langfristige Investieren vergleichen möchte, findet weitere Informationen in unserem Blog zum Sparplan.

Warum eignet sich ein Sparplan für Kinder?

Ein Sparplan löst ein erstaunlich alltägliches Problem: Man muss nicht jeden Monat erneut daran denken, Geld zu investieren.

Ein festgelegter Betrag wird regelmässig investiert. Dadurch entsteht Disziplin, ohne dass jedes Mal eine neue Anlageentscheidung notwendig ist.

Gleichzeitig investieren Anlegerinnen und Anleger zu unterschiedlichen Kursen. In manchen Monaten sind die Märkte teuer, in anderen günstiger. Ein Sparplan verhindert zwar keine Verluste, reduziert aber die Abhängigkeit von einem einzigen Einstiegszeitpunkt.

Vor allem verschiebt er den Fokus weg von der Frage «Ist heute der perfekte Zeitpunkt?» hin zu einer sinnvolleren Frage: «Wie lange kann das Geld investiert bleiben?»

Bei Descartes können Sie ein Kinderportfolio eröffnen und regelmässig für ein Kind investieren.

Was passiert mit dem Geld, wenn das Kind 18 wird?

Das hängt davon ab, wem das Anlagekonto gehört und wie es ausgestaltet ist.

Beim Kinderportfolio von Descartes läuft das Anlagekonto auf den Namen der Person, die für das Kind investiert. Das Vermögen geht deshalb nicht automatisch am 18. Geburtstag auf das Kind über. Die Kontoinhaberin oder der Kontoinhaber entscheidet, wann das Geld verschenkt beziehungsweise übertragen wird.

Das kann beispielsweise für eine Ausbildung, einen Auslandaufenthalt, die erste Wohnung oder schlicht als langfristiges Startkapital geschehen.

Diese Flexibilität kann sinnvoll sein. Der 18. Geburtstag ist schliesslich ein gesetzlich wichtiger Termin, aber nicht zwingend der perfekte Tag, um ein langfristiges Portfolio aufzulösen.

Und danach? Vermögensaufbau mit der Säule 3a

Sobald das Kind selbst ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt, kann grundsätzlich die Säule 3a ins Spiel kommen.

Entscheidend ist also nicht der 18. Geburtstag, sondern das Erwerbseinkommen.

Die Säule 3a verbindet langfristiges Vorsorgesparen mit steuerlichen Vorteilen. Beiträge können innerhalb der gesetzlichen Grenzen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Wird das 3a-Guthaben langfristig in Wertschriften investiert, kann es ebenfalls an den Renditechancen der Kapitalmärkte teilnehmen.

Das Geld ist dafür gebunden und kann nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen vorzeitig bezogen werden.

Warum ein früher Einstieg relevant sein kann, erklären wir ausführlicher in unserem Blog Säule 3a: Ab welchem Alter anfangen?.

Kann aus 200 Franken pro Monat tatsächlich eine Million werden?

Jetzt kommt die Modellrechnung.

Nehmen wir weiterhin an, die Eltern investieren während der ersten 18 Lebensjahre jeden Monat 200 Franken und erzielen durchschnittlich 5 Prozent Rendite pro Jahr.

Mit 18 stehen damit modellhaft rund 70'000 Franken zur Verfügung.

Bleibt dieses Kapital anschliessend bis zum Alter von 65 Jahren investiert und erzielt weiterhin durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr, könnte allein dieses Startkapital auf rund 700'000 Franken anwachsen.

Nun nehmen wir zusätzlich an, dass das erwachsene Kind ab 18 jeden Monat 500 Franken investiert. Das könnte beispielsweise teilweise über die Säule 3a erfolgen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen und Einzahlungslimiten eingehalten werden.

Unter diesen Annahmen ergibt sich ungefähr folgende Entwicklung:

Alter

Modelliertes Gesamtvermögen

18

70'000 Franken

30

225'000 Franken

50

800'000 Franken

65

1'800'000 Franken

Die Million wäre in diesem Modell also erreichbar.

Aber die Tabelle ist keine Prognose. Sie ist eine mathematische Illustration.

Die Rechnung unterstellt über Jahrzehnte eine durchschnittliche Rendite von 5 Prozent und konstante Einzahlungen. Die tatsächlichen Kapitalmarktrenditen schwanken und können auch über längere Zeiträume tiefer ausfallen. Kosten, Steuern und Inflation sind in dieser vereinfachten Betrachtung ebenfalls nicht berücksichtigt.

Insbesondere die Inflation ist wichtig. 1 Million Franken in mehreren Jahrzehnten besitzt nicht dieselbe Kaufkraft wie 1 Million Franken heute.

Was ist wichtiger als die Million?

Das eigentliche Ziel muss nicht darin bestehen, aus dem eigenen Kind einen Millionär oder eine Millionärin zu machen.

Ein langfristig aufgebautes Vermögen kann bereits weit vorher wertvoll sein. Es kann eine Ausbildung erleichtern, einen finanziellen Puffer schaffen oder später mehr Freiheit bei wichtigen Lebensentscheidungen ermöglichen.

Noch wertvoller wird das Startkapital, wenn Kinder gleichzeitig lernen, wie Sparen und Investieren funktionieren.

Eltern können beispielsweise erklären, warum der Portfoliowert manchmal steigt und manchmal fällt, weshalb Diversifikation wichtig ist und warum ein Börsenrückgang nicht automatisch ein Grund ist, alles zu verkaufen.

Das finanzielle Geschenk besteht dann aus zwei Teilen: Kapital und Finanzwissen.

Das zweite braucht etwas mehr Erklärung, lässt sich dafür aber nicht so leicht ausgeben.

FAQ: Für Kinder investieren und langfristig Vermögen aufbauen

Wie früh sollte man für ein Kind investieren?

Grundsätzlich gilt: Je früher, desto länger ist der mögliche Anlagehorizont. Wer bereits nach der Geburt beginnt, gibt dem investierten Geld viele Jahre Zeit. Ob eine Wertschriftenanlage geeignet ist, hängt jedoch auch vom Anlageziel, der Risikofähigkeit und dem geplanten Zeitpunkt der Verwendung ab.

Wie viel sollte man monatlich für ein Kind investieren?

Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Betrag. Entscheidend ist, dass die Sparrate zum eigenen Budget passt und langfristig tragbar ist. Auch kleinere regelmässige Beträge können über viele Jahre zu einem erheblichen Vermögen anwachsen.

Ist ein Sparkonto oder ein Wertschriftenportfolio besser?

Das hängt insbesondere vom Anlagehorizont und der Risikofähigkeit ab. Ein Sparkonto weist keine aktienbedingten Kursschwankungen auf. Ein breit diversifiziertes Wertschriftenportfolio bietet langfristig höhere Renditechancen, ist dafür aber mit Markt- und Verlustrisiken verbunden.

Ist eine Rendite von 5 Prozent pro Jahr realistisch?

5 Prozent dienen in diesem Blog ausschliesslich als Modellannahme. Kapitalmarktrenditen sind nicht garantiert und schwanken von Jahr zu Jahr. Die tatsächliche Rendite kann über den betrachteten Zeitraum deutlich höher oder tiefer ausfallen.

Kann mein Kind mit 18 in die Säule 3a einzahlen?

Nicht der Geburtstag ist entscheidend. Voraussetzung ist grundsätzlich ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen. Wer diese Voraussetzung erfüllt, kann im Rahmen der geltenden Regeln in die Säule 3a einzahlen.

Kann mein Kind mit einem Sparplan garantiert Millionär werden?

Nein. Ein Sparplan garantiert weder eine bestimmte Rendite noch ein bestimmtes Endvermögen. Die Million in diesem Blog ist das Ergebnis einer vereinfachten Modellrechnung. Sie zeigt vor allem, wie stark ein langer Anlagehorizont und regelmässiges Investieren wirken können.

Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine individuelle Anlage-, Vorsorge-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Sämtliche Berechnungen sind vereinfachte Modellbeispiele. Kapitalmarktrenditen sind nicht garantiert. Anlagen in Wertschriften unterliegen Wertschwankungen und Verlustrisiken. Gebühren, Steuern und Inflation können die tatsächliche Vermögensentwicklung erheblich beeinflussen.