Krypto-Begriffe erklärt. Mehr Durchblick, weniger Fachchinesisch.

Bitcoin kennt fast jeder. Bei Blockchain, Token und Wallet wird es bereits unübersichtlicher. Dabei lassen sich die Grundlagen durchaus verständlich erklären. Auch ohne Kapuzenpulli und drei Bildschirme.

Wer die Begriffe auseinanderhalten kann, versteht besser, was ein Krypto-Vermögenswert leistet, wie der Zugang funktioniert und wo Risiken entstehen. Das ist eine gute Grundlage. Eine Kaufempfehlung ergibt sich daraus noch nicht.

Kurz zusammengefasst

  • Krypto-Vermögenswerte ist der Oberbegriff. Nicht jeder digitale Token erfüllt die Funktion einer Währung.

  • Bitcoin ist eine Kryptowährung. Ethereum bezeichnet ein Netzwerk, dessen eigene Kryptowährung Ether heisst.

  • Eine Blockchain dokumentiert Transaktionen. Eine Wallet verwaltet den Zugang zu den darauf erfassten Vermögenswerten.

  • Mining und Staking sind unterschiedliche Verfahren zur Absicherung eines Netzwerks.

  • Technische Sicherheit schützt nicht vor Kursverlusten, Betrug oder Fehlern bei der Verwahrung.

Bitcoin, Altcoins und Tokens auseinanderhalten

Was sind Krypto-Vermögenswerte?

Krypto-Vermögenswerte sind digitale Werte, deren Übertragung und Zuordnung auf kryptografischen Verfahren und meist einer Blockchain beruhen. Dazu gehören Kryptowährungen sowie Tokens mit unterschiedlichen Funktionen.

«Kryptowährung» ist deshalb als Sammelbegriff etwas ungenau. Ein Token kann beispielsweise Zugang zu einer Anwendung oder ein Stimmrecht innerhalb eines Projekts vermitteln. Damit wird er noch nicht zum Zahlungsmittel für den nächsten Kaffee.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist ein dezentrales Zahlungsnetzwerk und zugleich die Bezeichnung seiner digitalen Währung. Nach den geltenden Protokollregeln ist die Gesamtmenge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt. Die technischen Grundlagen erläutert die Dokumentation auf Bitcoin.org.

Diese Knappheit hat Bitcoin den Beinamen «digitales Gold» eingebracht. Sie garantiert jedoch weder steigende Kurse noch einen verlässlichen Schutz vor Inflation. Auch ein knappes Gut kann deutlich an Wert verlieren.

Was sind Altcoins?

Altcoins ist die gebräuchliche Sammelbezeichnung für Kryptowährungen ausser Bitcoin. Dazu zählen etwa Ether und Litecoin. Ihre Funktionen, technischen Grundlagen und Risiken unterscheiden sich erheblich.

Mehrere Kryptowährungen zu halten bedeutet deshalb nicht automatisch eine wirksame Diversifikation. Wenn sich ihre Kurse ähnlich bewegen, bleibt die Risikostreuung begrenzt. Zehn verschiedene Logos sind noch keine Anlagestrategie.

Was unterscheidet Coins und Tokens?

Im üblichen Sprachgebrauch gehört ein Coin zu einer eigenen Blockchain. Ein Token wird auf einer bestehenden Blockchain ausgegeben. Die Begriffe werden allerdings nicht überall einheitlich verwendet.

Begriff

Gemeint ist

Beispiel

Netzwerk

Die technische Infrastruktur mit ihren Regeln

Ethereum

Coin

Der eigene Krypto-Vermögenswert eines Netzwerks

Ether, abgekürzt ETH

Token

Ein auf einer bestehenden Blockchain ausgegebener Krypto-Vermögenswert

Ein nach dem ERC-20-Standard ausgegebener Token auf Ethereum

Tokens können unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Welche Rechte tatsächlich damit verbunden sind, hängt vom jeweiligen Projekt und seiner rechtlichen Ausgestaltung ab. Ein Token macht Sie nicht automatisch zur Aktionärin oder zum Aktionär. Die Ethereum-Dokumentation zu Token-Standards erklärt die technische Seite.

Blockchain, Mining und Staking verstehen

Eine Blockchain ist ein Register, das Daten in miteinander verknüpften Blöcken festhält. Bei öffentlichen Netzwerken wie Bitcoin speichern und prüfen zahlreiche Computer die Transaktionshistorie nach gemeinsamen Regeln.

Diese Struktur erschwert nachträgliche Manipulationen. Sie macht aber nicht jede Anwendung automatisch sicher. Entscheidend sind unter anderem das Netzwerk, seine Regeln und die verwendete Software. Ein Blockchain-Etikett ersetzt keine Qualitätsprüfung.

Mining gehört zu Netzwerken mit dem Verfahren Proof of Work, etwa Bitcoin. Dabei konkurrieren spezialisierte Rechner darum, einen gültigen neuen Block zu erzeugen. Erfolgreiche Miner erhalten eine Blockvergütung aus neu ausgegebenen Bitcoin und Transaktionsgebühren. Die technische Bitcoin-Dokumentation beschreibt dieses Zusammenspiel.

Staking gehört zu Proof-of-Stake-Netzwerken wie Ethereum. Validatoren hinterlegen Kryptowährung und wirken an der Bestätigung neuer Blöcke mit. Dafür können sie Vergütungen erhalten. Bei Fehlverhalten drohen Sanktionen bis zum Verlust eines Teils des hinterlegten Betrags. Die Erklärung auf Ethereum.org zeigt, weshalb solche Erträge kein risikoloser Sparzins sind.

Wallets und Schlüssel richtig einordnen

Eine Wallet ist die Benutzeroberfläche für den Zugriff auf Krypto-Vermögenswerte. Die Coins liegen nicht als Dateien darin. Ihre Zuordnung wird auf der Blockchain erfasst.

Mit dem Private Key, dem privaten Schlüssel, lassen sich Transaktionen autorisieren. Viele Wallets verwenden zudem eine Seed Phrase, eine Wiederherstellungsphrase, aus der sich Schlüssel wiederherstellen lassen. Wer sie erhält, kann unter Umständen über die zugehörigen Vermögenswerte verfügen. Sie gehört deshalb nicht in fremde Hände. Mehr dazu erklärt die Wallet-Einführung von Ethereum.org.

Bei der Selbstverwahrung tragen Sie die Verantwortung für die Schlüssel. Bei einer Fremdverwahrung übernimmt ein Anbieter diese Aufgabe. Damit kommen dessen Sicherheitsvorkehrungen, Vertragsbedingungen und mögliche Ausfallrisiken ins Spiel. Bequemlichkeit ist nützlich. Ein Sicherheitsversprechen ersetzt sie nicht.

Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger?

Die wichtigsten Fragen bleiben auch bei digitalen Anlagen erstaunlich bodenständig. Was erwerben Sie genau? Welche Rechte haben Sie? Wer verwahrt den Zugang? Welche Kosten und Verlustrisiken entstehen?

Auch die Verpackung zählt. Wer ein börsengehandeltes Krypto-Produkt kauft, hält ein Finanzprodukt mit eigenen Bedingungen und Risiken. Er besitzt damit nicht automatisch Coins in einer selbst verwalteten Wallet.

Wie sich Bitcoin als Portfoliobaustein einordnen lässt, erläutern wir im Blog über Bitcoin in der strategischen Asset Allocation. Entscheidend bleiben die Gewichtung und das Gesamtportfolio.

Häufige Fragen zu Krypto-Begriffen

Sind Ethereum und Ether dasselbe?

Ethereum ist das Netzwerk. Ether ist dessen eigene Kryptowährung, abgekürzt ETH. Sie wird unter anderem für Transaktionsgebühren und beim Staking eingesetzt.

Sind Bitcoin-Transaktionen anonym?

Bitcoin ist pseudonym. Transaktionen werden öffentlich dokumentiert, zunächst unter Adressen statt Klarnamen. Lassen sich Adressen Personen zuordnen, können auch deren Transaktionen nachvollziehbar werden.

Macht die Zulassung eines Bitcoin-Produkts Bitcoin sicher?

Nein. Die US-Börsenaufsicht SEC genehmigte am 10. Januar 2024 die Börsennotierung und den Handel mehrerer Bitcoin-Spot-ETPs. In ihrer Stellungnahme hielt sie ausdrücklich fest, dass dies keine Billigung von Bitcoin selbst darstellt. Eine Produktzulassung beseitigt das Anlagerisiko nicht.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Er stellt weder eine verbindliche Offerte noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Krypto-Vermögenswerten oder Finanzprodukten dar. Ob eine Anlage geeignet ist, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen, Zielen und Ihrer Risikofähigkeit ab.