Für Kinder anlegen: Warum Schweizer Eltern noch immer aufs Sparkonto setzen

Viele Eltern beginnen früh, für ihre Kinder Geld auf die Seite zu legen.

Das ist die gute Nachricht.

Die weniger gute: Ein grosser Teil dieses Geldes bleibt jahrelang auf dem Sparkonto oder im Sparsäuli.

Die Studie «Digitales Anlegen für Kinder» der Hochschule Luzern zeigt, wie Schweizer Eltern für ihre Kinder sparen und investieren. Rund 1'000 Eltern mit Kindern unter 18 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz wurden dafür befragt.

Das Resultat ist ziemlich eindeutig.

76 Prozent der Eltern, die finanziell für ihre Kinder vorsorgen, nutzen ausschliesslich Sparkonten oder Bargeld. Nur 21 Prozent investieren in Wertschriften.

Sparen ist also weit verbreitet.

Anlegen deutlich weniger.

Kurz zusammengefasst

  • Schweizer Eltern beginnen häufig früh, für ihre Kinder zu sparen. Wertschriften spielen dabei bisher eine deutlich kleinere Rolle als Sparkonten und Bargeld.

  • Wer für ein Kind investiert, verfügt häufig über einen langen Anlagehorizont. Das schafft mehr Zeit, um Kursschwankungen auszusitzen.

  • Je früher Geld investiert wird, desto länger kann der Zinseszinseffekt wirken.

  • Ob Sparkonto, ETF, Fonds oder digitale Vermögensverwaltung sinnvoll sind, hängt vom Ziel, vom Anlagehorizont und vom tragbaren Risiko ab.

  • Entscheidend ist nicht, ob eine Lösung digital ist, sondern wie das Portfolio aufgebaut und diversifiziert ist.

  • Für kurzfristig benötigtes Geld kann ein Sparkonto sinnvoll sein. Für langfristige Ziele kann eine breit diversifizierte Wertschriftenanlage eine Ergänzung sein.

Eltern sparen früh. Aber meistens klassisch.

62 Prozent der befragten Eltern beginnen bereits im ersten Lebensjahr ihres Kindes mit dem Sparen. Weitere 11 Prozent starten sogar vor der Geburt.

Am guten Vorsatz fehlt es offensichtlich nicht.

Trotzdem landet das Geld meistens dort, wo schon das Geld der Grosseltern lag: auf dem Sparkonto.

Das fühlt sich sicher an. Kurzfristig ist ein Sparkonto tatsächlich deutlich weniger schwankungsanfällig als eine Wertschriftenanlage. Langfristig kommt jedoch ein anderes Risiko hinzu: die Inflation.

Bleibt Geld über viele Jahre niedrig verzinst liegen, kann seine reale Kaufkraft sinken.

Wer für ein Kind spart, sollte deshalb nicht nur fragen, wie sicher das Geld morgen ist.

Sondern auch, was es in zehn oder zwanzig Jahren noch wert sein soll.

Kinder haben etwas, das beim Anlegen besonders wertvoll ist: Zeit

Wer kurz vor einer geplanten Ausgabe steht, kann starke Börsenschwankungen schlecht aussitzen.

Ein Kleinkind hat dieses Problem normalerweise nicht.

Wer beispielsweise ab der Geburt für Ausbildung, Studium oder den Start ins Erwachsenenleben spart, verfügt möglicherweise über einen Anlagehorizont von 15 oder 20 Jahren.

Das macht Kursschwankungen nicht harmlos. Aktien können deutlich an Wert verlieren und Verluste sind jederzeit möglich. Ein langer Anlagehorizont schafft jedoch mehr Zeit, um schwierige Marktphasen zu überstehen.

Und er gibt dem Zinseszinseffekt Zeit, seine Arbeit zu machen.

Erträge, die wieder angelegt werden, können selbst neue Erträge erwirtschaften. Je länger dieser Prozess läuft, desto stärker kann der Effekt werden.

Zeit ist beim Investieren eben nicht nur Geld.

Zeit ist ein ziemlich guter Mitarbeiter. Und verlangt keinen Lohn.

Warum investieren trotzdem so wenige Eltern?

Die Studie liefert dafür einige Hinweise. Viele Eltern kennen digitale Anlagelösungen für Kinder wenig oder empfinden sie als zu riskant.

Nur 22 Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, das Geld ihres Kindes über eine digitale Anlageplattform anzulegen. Bei Eltern, die bereits Erfahrung mit Wertschriften haben, ist die Offenheit deutlich höher.

Das ist interessant.

Denn «digital» beschreibt zunächst einmal den Zugang zur Anlage. Nicht deren Risiko.

Entscheidend ist, worin das Geld investiert wird.

Ein konzentriertes Portfolio aus wenigen Einzelaktien kann hohe Risiken aufweisen. Ein breit aufgestelltes Portfolio verteilt das Vermögen dagegen auf viele Anlagen, Märkte oder Anlageklassen.

Genau deshalb spielt Diversifikation beim langfristigen Investieren eine zentrale Rolle.

Die relevante Frage lautet also nicht:

«Ist digitales Anlegen riskant?»

Sondern:

«Welche Anlagestrategie steckt dahinter und passt das Risiko zum Anlagehorizont?»

ETF-Sparplan, Fonds oder digitale Vermögensverwaltung?

Eltern, die bereits investieren, nutzen laut Studie insbesondere ETF- und Fondssparpläne sowie digitale Vermögensverwaltungen.

Das ist nachvollziehbar.

Regelmässige Sparpläne automatisieren das Investieren. Statt jeden Monat neu entscheiden zu müssen, wird ein definierter Betrag laufend angelegt.

Bei einem passiven Fonds oder ETF kann das Geld beispielsweise breit über verschiedene Unternehmen und Märkte verteilt werden. Eine digitale Vermögensverwaltung übernimmt zusätzlich Aufgaben wie die Zusammenstellung und laufende Steuerung des Portfolios.

Welcher Ansatz sinnvoll ist, hängt vom Anlageziel, vom Anlagehorizont und vom gewünschten Risiko ab.

Auch die Kosten gehören zum Vergleich. Über viele Jahre können selbst kleine Gebührenunterschiede relevant werden, weil jeder Franken an Kosten nicht mehr weiter investiert werden kann.

Nur sollte man daraus nicht den umgekehrten Schluss ziehen, dass die billigste Lösung automatisch die beste ist.

Entscheidend sind Portfolio, Risiko, Kosten und die Performance nach Kosten gemeinsam.

Anlegen für Kinder ist auch Finanzbildung

Die Studie zeigt noch etwas anderes: Finanzielle Bildung spielt beim Sparen für Kinder bisher eine eher untergeordnete Rolle.

Das ist eine verpasste Gelegenheit.

Ein Anlageportfolio kann Kindern später sehr anschaulich zeigen, dass Geld nicht nur ausgegeben oder auf ein Konto gelegt werden kann.

Es kann investiert werden. Sein Wert schwankt. Unternehmen erwirtschaften Gewinne. Märkte fallen und erholen sich. Geduld spielt eine Rolle.

Das sind Lektionen, die sich mit einem Sparsäuli nur begrenzt vermitteln lassen.

Bei Descartes kann ein Portfolio für ein Kind auf den Namen der schenkenden Person eröffnet werden. Eltern, Grosseltern, Gottis oder Göttis behalten damit die Kontrolle über das Vermögen und entscheiden später selbst, wann es dem Kind übertragen wird.

Einzahlungen werden bereits ab 10 Franken investiert. Wer regelmässig sparen möchte, kann dafür einen Dauerauftrag einrichten.

Sparkonto oder investieren für Kinder?

Es gibt darauf keine pauschale Antwort.

Geld, das in absehbarer Zeit benötigt wird, hat andere Anforderungen als Kapital, das 15 oder 20 Jahre investiert bleiben kann. Auch die persönliche Risikobereitschaft und die finanzielle Situation spielen eine Rolle.

Die Studie zeigt aber eine interessante Diskrepanz.

Schweizer Eltern denken langfristig, wenn es um ihre Kinder geht.

Beim Geld wählen viele trotzdem eine ausgesprochen kurzfristig orientierte Lösung.

Wer über viele Jahre für ein Kind Vermögen aufbauen möchte, sollte deshalb zumindest prüfen, ob ein Sparkonto allein zum Ziel passt oder ob eine breit diversifizierte Anlage eine sinnvolle Ergänzung sein kann.

Denn Kinder haben beim Investieren einen Vorteil, den wir Erwachsenen gerne zurückkaufen würden.

Zeit.

Mehr zur konkreten Umsetzung finden Sie unter Anlegen für Kinder und bei Descartes Invest.

Häufige Fragen zum Anlegen für Kinder

Wie kann ich für mein Kind Geld anlegen?

Eltern können für ihre Kinder beispielsweise über ein Sparkonto, Fonds, ETFs oder eine digitale Vermögensverwaltung vorsorgen. Welche Lösung passt, hängt vor allem davon ab, wann das Geld benötigt wird und wie viel Risiko getragen werden kann. Bei einem langen Anlagehorizont kann eine breit diversifizierte Wertschriftenanlage eine Möglichkeit sein.

Ist ein Sparkonto oder ein ETF für Kinder besser?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Sparkonto unterliegt keinen Börsenschwankungen und eignet sich deshalb eher für Geld, das kurzfristig verfügbar sein soll. ETFs bieten langfristig Renditechancen, unterliegen aber Kursschwankungen und Verlustrisiken. Je länger der Anlagehorizont, desto mehr Zeit bleibt, zwischenzeitliche Schwankungen auszusitzen.

Ab wann lohnt es sich, für ein Kind zu investieren?

Beim langfristigen Vermögensaufbau kann ein früher Start vorteilhaft sein. Je länger Geld investiert bleibt, desto länger können wiederangelegte Erträge vom Zinseszinseffekt profitieren. Ein früher Start garantiert jedoch keine bestimmte Rendite.

Wie viel sollte man monatlich für ein Kind investieren?

Dafür gibt es keinen allgemein richtigen Betrag. Entscheidend ist, dass die Sparrate zur eigenen finanziellen Situation passt und langfristig durchgehalten werden kann. Bei Descartes können Einzahlungen in ein Kinderportfolio bereits ab 10 Franken investiert werden.

Können auch Grosseltern, Gottis oder Göttis für ein Kind investieren?

Ja. Bei Descartes kann ein Portfolio für Kinder von Eltern, Grosseltern, Gottis oder Göttis eröffnet werden. Das Portfolio läuft auf den Namen der schenkenden Person. Diese behält die Kontrolle über das Vermögen und entscheidet später über die Übertragung an das Kind.

Welche Risiken hat das Investieren für Kinder?

Auch bei einem langen Anlagehorizont können Aktien und andere Wertschriften deutlich an Wert verlieren. Diversifikation kann einzelne Risiken reduzieren, beseitigt das Verlustrisiko aber nicht. Die gewählte Anlagestrategie sollte deshalb zum Anlagehorizont und zum tragbaren Risiko passen.

Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Anlagen sind mit Risiken verbunden. Der Wert von Anlagen kann sowohl steigen als auch fallen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.