Dollar Cost Averaging oder alles auf einmal investieren?

Nach einer Erbschaft, einem Bonus oder einer längeren Sparphase stellt sich die Frage, wann das Geld an die Börse soll. Alles sofort? Oder lieber in Portionen? Dollar Cost Averaging verteilt den Einstieg auf mehrere Termine. Das kann die Entscheidung erleichtern. Die Börse überlisten lässt sich damit nicht.

Kurz zusammengefasst

  • Dollar Cost Averaging bedeutet, regelmässig einen festen Betrag zu investieren, unabhängig vom Kurs.

  • Bei tieferen Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei höheren weniger.

  • Ein tieferer durchschnittlicher Kaufpreis als der einfache Durchschnitt der beobachteten Kurse garantiert keinen Gewinn.

  • Bei bereits vorhandenem Kapital verschiebt ein gestaffelter Einstieg einen Teil der Marktteilnahme nach hinten.

  • Ein Sparplan aus laufendem Einkommen ist eine andere Ausgangslage. Noch nicht verdientes Geld lässt sich nicht vorab investieren.

So funktioniert der Durchschnittskosteneffekt

Sie investieren zu festen Terminen jeweils denselben Betrag. Trotz des Namens funktioniert Dollar Cost Averaging auch in Franken. Das folgende fiktive Beispiel zeigt drei Käufe ohne Gebühren. Bruchteile von Anteilen sind möglich.

Kauf

Betrag in Franken

Preis je Anteil in Franken

Gekaufte Anteile

1

300

100

3

2

300

50

6

3

300

75

4

Total

900

 

13

Der durchschnittliche Einstandspreis beträgt rund 69,23 Franken je Anteil. Der einfache Durchschnitt der drei Kurse liegt bei 75 Franken. Der Unterschied entsteht, weil Sie beim tiefsten Kurs die meisten Anteile erwerben.

Nach dem dritten Kauf sind die 13 Anteile bei einem Kurs von 75 Franken insgesamt 975 Franken wert. Eine Einmalanlage von 900 Franken zum ersten Kurs hätte dann einen Wert von 675 Franken. In diesem Kursverlauf gewinnt DCA. Bei anderen Verläufen kann das Ergebnis umgekehrt ausfallen. Das Beispiel ist keine Prognose.

Was für eine Einmalanlage spricht

Ist das Kapital bereits verfügbar, kann eine Einmalanlage früher vollständig an der Marktentwicklung teilnehmen. Bei steigenden Kursen ist das ein Vorteil. Fallen die Kurse direkt nach dem Einstieg, trifft der Rückgang dagegen sofort den ganzen investierten Betrag.

Wer den Einstieg staffelt, hält zwischenzeitlich mehr Geld ausserhalb der gewählten Anlage. Das reduziert zunächst die Marktexposition, kann aber Renditechancen kosten. Vanguard erläutert die Abwägung zwischen Einmalanlage und gestaffeltem Investieren, auf Englisch. Eine allgemeine Garantie für die bessere Methode gibt es nicht.

Wann ein Einstieg in Etappen helfen kann

Wer nach einer sofortigen Kursschwäche aus Angst verkaufen würde, kann mit einem festen Einstiegsplan besser zurechtkommen. Legen Sie Betrag, Termine und Enddatum vorab fest. Sonst wird aus dem Plan schnell ein dauerhaftes Warten auf bessere Kurse.

DCA verändert die Volatilität der gekauften Anlage nicht. Sobald das gesamte Kapital investiert ist, besteht das entsprechende Marktrisiko. Passt dieses Risiko nicht zu Ihnen, hilft eine andere Vermögensaufteilung mehr als ein längerer Anlauf. Auch Diversifikation bleibt wichtig. Ein riskanter Einzeltitel wird durch zwölf Käufe nicht zu zwölf verschiedenen Anlagen.

Ein monatlicher Sparplan ist kein aufgeschobener Einstieg

Wer monatlich aus dem Lohn investiert, legt neu verfügbares Geld an. Hier steht der Gesamtbetrag nicht schon am Anfang bereit. Der Vergleich mit einer sofortigen Einmalanlage desselben Betrags geht deshalb an der Lebensrealität vorbei. Wie ein solcher Sparplan funktioniert und worauf Sie dabei achten sollten, lesen Sie im Blog zum Sparplan.

Prüfen Sie bei regelmässigen Käufen auch die Gebühren. Fixe Transaktionskosten können kleine Raten unverhältnismässig belasten. Mehr dazu lesen Sie im Blog über Gebühren und Performance.

Häufige Fragen

Garantiert DCA einen günstigeren Einstieg?

Nein. Bei durchgehend steigenden Kursen wären die frühen Käufe günstiger gewesen. Entscheidend sind der tatsächliche Kursverlauf und die Kosten.

Über wie viele Monate sollte ich staffeln?

Eine universell richtige Dauer gibt es nicht. Je länger Sie warten, desto länger bleibt ein Teil des Kapitals ausserhalb der Zielanlage. Wählen Sie einen begrenzten Zeitraum, den Sie konsequent umsetzen können.

Schützt DCA vor Verlusten?

Nein. Während der Einstiegsphase ist zunächst weniger Kapital investiert. Die bereits gekauften Anteile können trotzdem verlieren, später auch das vollständig investierte Portfolio.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt weder eine persönliche Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Das Rechenbeispiel ist fiktiv und berücksichtigt keine Kosten oder Steuern. DCA, Diversifikation und ein langer Anlagehorizont garantieren weder Gewinne noch Kapitalerhalt. Anlagen können an Wert verlieren. Massgebend sind Ihre finanzielle Situation, Ihre Ziele und die aktuellen Produkt- und Vertragsunterlagen.