Wann sich eine Währungsabsicherung lohnt

Ihre ausländische Anlage legt zu. Auf dem Depot in Franken sieht das Ergebnis trotzdem bescheiden aus. Der Wechselkurs hat mitgerechnet. Wer international investiert, sollte deshalb nicht nur auf Aktienkurse oder Zinsen schauen, sondern auch auf die Währung. Sie ist Teil des Portfolios, selbst wenn sie nie bewusst gewählt wurde.

Kurz zusammengefasst

  • Wechselkurse können die Rendite einer ausländischen Anlage in Franken erhöhen oder verringern.

  • Eine Währungsabsicherung soll diesen Einfluss reduzieren. Sie schützt nicht vor Verlusten der Anlage selbst.

  • Bei hochwertigen ausländischen Anleihen kann sie helfen, deren stabilisierende Funktion zu erhalten.

  • Bei Aktien hängt die passende Absicherung vom Gesamtportfolio und den persönlichen Zielen ab.

  • Zinsunterschiede und Transaktionskosten beeinflussen das Ergebnis. Die Handelswährung allein sagt nichts über eine Absicherung aus.

Was in Dollar steigt, kann in Franken fallen

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Zusammenhang. Sie investieren 10'000 Franken in eine Anlage in US-Dollar. Diese gewinnt zehn Prozent in Dollar. Gleichzeitig sinkt der Wert eines Dollars in Franken um zehn Prozent.

Schritt

Vereinfachte Rechnung

Anfangswert

10'000 Franken

Anlagerendite in Dollar

+10 %

Veränderung des Dollarwerts in Franken

−10 %

Endwert in Franken

10'000 × 1,10 × 0,90 = 9'900 Franken

Gesamtrendite in Franken

−1 %

Das Beispiel ist hypothetisch und lässt Kosten und Steuern weg. Anlage- und Währungsrendite werden miteinander multipliziert, nicht einfach addiert. Ein stärkerer Dollar könnte das Ergebnis umgekehrt verbessern. Solche Effekte können bereits kurzfristig auftreten.

Was eine Absicherung leistet

Eine Absicherung, auch Hedging genannt, wirkt Währungsbewegungen mit Finanzgeschäften entgegen. Häufig werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Diese legen einen Wechselkurs für einen bestimmten Betrag und Termin fest und werden regelmässig erneuert.

Die Absicherung vermindert sowohl mögliche Währungsverluste als auch mögliche Währungsgewinne. Wie sie technisch funktioniert und welche Kosten entstehen, erläutert UBS zur Währungsabsicherung bei ETFs.

Sinkt der Aktienkurs oder fällt ein Schuldner aus, hilft die Währungsabsicherung dagegen nicht. Zudem können zwischen Anpassungsterminen Restpositionen entstehen. «Abgesichert» bedeutet also nicht «risikofrei».

Bei Anleihen und Aktien gelten unterschiedliche Überlegungen

Hochwertige Anleihen sollen im Portfolio häufig für mehr Stabilität sorgen. Unabgesicherte Fremdwährungen können zusätzliche Schwankungen einbringen und diese Aufgabe beeinträchtigen. Eine Absicherung in die Währung der geplanten Ausgaben kann deshalb sinnvoll sein.

Bei Aktien ist die Abwägung weniger eindeutig. Neben der Volatilität der Aktien zählt, wie Währungen und Aktienmärkte zusammenspielen. Auch die internationalen Geschäfte der Unternehmen beeinflussen deren wirtschaftliche Währungsrisiken. Diese verschwinden durch eine Fondsabsicherung nicht vollständig. Vanguard erläutert die Unterschiede zwischen abgesicherten und ungesicherten Anlagen, auf Englisch.

Eine breite Diversifikation und eine Währungsabsicherung erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die eine verteilt Risiken, die andere reduziert gezielt bestimmte Währungseinflüsse.

Die Kosten sind keine feste Versicherungsprämie

Der wirtschaftliche Effekt einer Absicherung hängt wesentlich von den Zinsunterschieden zwischen den Währungen ab. Liegt der Fremdwährungszins über dem Frankenzins, belastet dieser Unterschied typischerweise die Absicherung in Franken. Bei umgekehrter Zinskonstellation kann ein positiver Effekt entstehen. Dazu kommen Handelskosten und die konkrete Umsetzung.

Ein pauschaler jährlicher Kostensatz eignet sich deshalb nicht für jede Währung und jeden Zeitraum. Vergleichen Sie die tatsächlichen Produkte und deren Absicherungspolitik. Eine Absicherung kann sinnvoll sein, ohne in jeder Marktphase die höhere Rendite zu liefern.

Häufige Fragen

Ist ein ETF in Franken automatisch abgesichert?

Nein. Die Handels- oder Fondswährung reicht dafür nicht aus. Prüfen Sie, ob die konkrete Anteilsklasse eine Absicherung in Franken vorsieht und welche Risiken sie abdeckt.

Sollte ich alle Fremdwährungen absichern?

Das hängt von Ihren Ausgaben, den Anlageklassen und dem Gesamtportfolio ab. Wer später Ausgaben in Euro hat, benötigt für diesen Teil eine andere Betrachtung als jemand mit ausschliesslichen Ausgaben in Franken.

Kann ich mit der Absicherung warten, bis der Franken steigt?

Wechselkursbewegungen lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen. Eine festgelegte Absicherungspolitik reduziert die Abhängigkeit von kurzfristigen Prognosen. Der Franken muss nicht in jeder Periode aufwerten.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt weder eine persönliche Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Das Rechenbeispiel ist hypothetisch. Währungsabsicherungen können Risiken reduzieren, verursachen aber Kosten und eigene Risiken und gewährleisten keinen vollständigen Schutz. Anlagen können an Wert verlieren. Vergangene Entwicklungen sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Massgebend sind Ihre finanzielle Situation, Ihre Ziele und die aktuellen Produkt- und Vertragsunterlagen.