Anleihen statt Cash: Was eignet sich besser für den defensiven Teil des Portfolios?
Cash oder Anleihen? Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach. Wer möglichst wenig Risiko eingehen möchte, hält Geld auf dem Konto. Wer etwas mehr Rendite sucht, investiert.
Für ein Portfolio greift diese Betrachtung jedoch zu kurz.
Cash und hochwertige Anleihen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Cash bietet Liquidität und weist kaum Kursschwankungen auf. Anleihen können dagegen laufende Erträge liefern, zur Diversifikation beitragen und bei fallenden Marktzinsen an Wert gewinnen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Cash oder Anleihen grundsätzlich «besser» sind.
Entscheidend ist, welche Funktion der defensive Teil eines Portfolios erfüllen soll.
Kurz zusammengefasst
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Cash und Anleihen erfüllen im Portfolio unterschiedliche Aufgaben. Cash eignet sich insbesondere als Liquiditätsreserve, Anleihen können zusätzlich zur Diversifikation beitragen.
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Hochwertige Staats- und Unternehmensanleihen weisen in der Regel tiefere Schwankungen auf als Aktien, sind aber nicht risikolos.
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Fallen die Marktzinsen, können bestehende Anleihen an Wert gewinnen. Steigen die Zinsen, können ihre Kurse dagegen sinken.
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Cash unterliegt kaum Kursschwankungen, trägt aber ein Inflations- und Wiederanlagerisiko.
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Wie stark Anleihen tatsächlich diversifizieren, hängt unter anderem von Bonität, Laufzeit, Währung und Marktumfeld ab.
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Ob Cash oder Anleihen sinnvoller sind, hängt von Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und der persönlichen Anlagestrategie ab.
Welche Rolle spielt Cash im Portfolio?
Cash hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist unmittelbar verfügbar.
Geld auf einem Bankkonto schwankt nominal nicht mit den Finanzmärkten und kann kurzfristig für Ausgaben verwendet werden. Deshalb eignet sich Cash insbesondere für Notfallreserven, geplante Ausgaben und Gelder, die in naher Zukunft benötigt werden.
Diese Stabilität bedeutet jedoch nicht, dass Cash risikolos ist.
Steigen die Preise stärker als die Verzinsung des Kontos, verliert das Geld real an Kaufkraft. Hinzu kommt das Wiederanlagerisiko: Sinkt das allgemeine Zinsniveau, werden auch Guthaben auf Konten oder kurzfristige Anlagen häufig tiefer verzinst.
Cash erfüllt deshalb vor allem eine Liquiditätsfunktion.
Für den langfristigen defensiven Teil eines Anlageportfolios können andere Eigenschaften wichtiger sein.
Welche Rolle spielen Anleihen im Portfolio?
Eine Anleihe ist vereinfacht gesagt ein Kredit an einen Staat, ein Unternehmen oder eine andere Institution.
Anlegerinnen und Anleger stellen dem Emittenten Kapital zur Verfügung und erhalten dafür grundsätzlich Zinszahlungen. Am Ende der Laufzeit wird der Nennwert zurückbezahlt, sofern der Emittent seinen Verpflichtungen nachkommen kann.
Im Portfolio können hochwertige Anleihen mehrere Aufgaben übernehmen.
Sie können laufende Erträge erzielen, die Schwankungen eines Aktienportfolios reduzieren und in bestimmten Marktphasen einen Diversifikationsbeitrag leisten.
Gerade diese Kombination macht Anleihen für den defensiven Teil eines langfristigen Portfolios interessant.
Warum können Anleihen besser diversifizieren als Cash?
Cash schwankt kaum. Das macht es stabil, bedeutet aber nicht automatisch, dass es ein Portfolio optimal diversifiziert.
Hochwertige Anleihen können sich in bestimmten Stressphasen anders entwickeln als Aktien. Wenn sich die Konjunkturaussichten verschlechtern und die Marktzinsen sinken, können die Kurse bestehender Anleihen steigen.
Dadurch können Verluste bei Aktien teilweise abgefedert werden.
Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht garantiert.
In Phasen hoher Inflation können Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck geraten. Steigen die Zinsen stark, verlieren bestehende Anleihen zunächst an Marktwert.
Die Aussage «Anleihen korrelieren negativ mit Aktien» wäre deshalb zu pauschal. Die Korrelation verändert sich über die Zeit und hängt vom jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld ab.
Trotzdem können hochwertige Anleihen aufgrund ihrer unterschiedlichen Renditetreiber einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation leisten.
Was passiert mit Anleihen, wenn die Zinsen steigen?
Anleihenkurse und Marktzinsen bewegen sich grundsätzlich in entgegengesetzte Richtungen.
Steigen die Marktzinsen, werden neu ausgegebene Anleihen mit höheren Renditen attraktiver. Bereits bestehende Anleihen mit tieferen Zinszahlungen verlieren dadurch relativ an Attraktivität. Ihr Marktpreis kann sinken.
Ein vereinfachtes Beispiel: Eine bestehende Anleihe bietet eine Verzinsung von 2 Prozent. Steigen die Marktzinsen und vergleichbare neue Anleihen bieten nun 3 Prozent, ist die alte Anleihe weniger attraktiv. Ihr Kurs muss entsprechend sinken, damit ihre Rendite für neue Käuferinnen und Käufer wieder konkurrenzfähig wird.
Wie stark eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert, hängt insbesondere von ihrer Laufzeit und Zinssensitivität ab. Je höher die Zinssensitivität, desto stärker können die Kursschwankungen ausfallen.
Warum Zinsen und Anleihenkurse in entgegengesetzte Richtungen laufen
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Marktzinsen |
Bestehende Anleihen |
Typische Kursreaktion |
|---|---|---|
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steigen ↑ |
Bestehende Zinszahlungen werden relativ weniger attraktiv |
Anleihenkurse fallen ↓ |
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fallen ↓ |
Bestehende Zinszahlungen werden relativ attraktiver |
Anleihenkurse steigen ↑ |
Vereinfachte Darstellung. Die tatsächliche Kursreaktion hängt unter anderem von Laufzeit, Zinssensitivität, Bonität und Marktbedingungen ab.
Steigende Zinsen sind für Anlegerinnen und Anleger allerdings nicht ausschliesslich negativ. Wer Anleihen bis zur Fälligkeit hält oder neues Kapital investiert, kann nach einem Zinsanstieg von höheren Renditen profitieren.
Ein Zinsanstieg kann deshalb kurzfristig zu Kursverlusten führen und gleichzeitig die langfristigen Renditeaussichten von Anleihen verbessern.
Was passiert mit Anleihen, wenn die Zinsen fallen?
Bei sinkenden Marktzinsen funktioniert der Mechanismus in die andere Richtung.
Bereits bestehende Anleihen mit vergleichsweise hohen Zinszahlungen werden attraktiver. Ihre Kurse können deshalb steigen.
Genau hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied zu Cash.
Wird ein Bankkonto nach einer Zinssenkung tiefer verzinst, entsteht auf dem bestehenden Guthaben kein Kursgewinn. Eine länger laufende Anleihe kann dagegen von sinkenden Marktzinsen profitieren.
Das bedeutet nicht, dass Anleihen immer besser abschneiden als Cash. Es zeigt vielmehr, dass beide Anlageformen unterschiedlich auf Veränderungen des Zinsumfelds reagieren.
Sind Anleihen wirklich sicher?
Nein. Auch hochwertige Anleihen sind nicht risikolos.
Zu den wichtigsten Risiken gehören:
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Zinsrisiko: Steigen die Marktzinsen, können bestehende Anleihen an Wert verlieren.
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Kreditrisiko: Verschlechtert sich die Bonität eines Emittenten oder kann er seine Verpflichtungen nicht erfüllen, drohen Verluste.
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Inflationsrisiko: Eine hohe Inflation kann die reale Kaufkraft der Zinszahlungen und der späteren Rückzahlung reduzieren.
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Währungsrisiko: Bei Anleihen in Fremdwährungen können Wechselkursbewegungen die Rendite in Schweizer Franken erheblich beeinflussen.
Besonders wichtig ist deshalb die Bonität des Emittenten.
Eine Staatsanleihe eines finanziell soliden Staates hat ein anderes Risikoprofil als eine hochverzinsliche Unternehmensanleihe eines stark verschuldeten Unternehmens.
«Anleihe» bedeutet deshalb nicht automatisch «sicher». Wer Anleihen zur Stabilisierung eines Portfolios einsetzt, sollte insbesondere Kreditqualität, Laufzeit, Währung und Diversifikation berücksichtigen.
Warum sind High-Yield-Anleihen kein Ersatz für hochwertige Anleihen?
High-Yield-Anleihen bieten höhere Renditen als Anleihen guter Bonität. Dafür tragen Anlegerinnen und Anleger ein höheres Kredit- und Ausfallrisiko.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen kann dieser Unterschied entscheidend sein. Verschlechtert sich die finanzielle Lage von Unternehmen, steigen die von Anlegerinnen und Anlegern verlangten Risikoaufschläge. Die Kurse von High-Yield-Anleihen können dadurch deutlich fallen.
In solchen Marktphasen können sie sich stärker wie risikoreiche Anlagen verhalten und gleichzeitig mit Aktien an Wert verlieren.
Wer Anleihen hauptsächlich zur Stabilisierung eines Aktienportfolios einsetzt, sollte deshalb zwischen hochwertigen Anleihen und High-Yield-Anleihen unterscheiden.
Eine höhere erwartete Rendite gibt es auch am Anleihenmarkt nicht ohne zusätzliches Risiko.
Cash ist ebenfalls nicht vollständig risikolos
Cash weist keine täglichen Kursschwankungen auf. Daraus folgt jedoch nicht, dass Bargeld oder Bankguthaben wirtschaftlich risikolos sind.
Ein wichtiges Risiko ist die Inflation. Liegt die Verzinsung eines Kontos unter der Inflationsrate, verliert das Guthaben real an Kaufkraft.
Hinzu kommt das Wiederanlagerisiko. Sinken die kurzfristigen Zinsen, wird auch Cash häufig rasch tiefer verzinst.
Bei Bankguthaben besteht ausserdem ein Gegenparteirisiko gegenüber der Bank. In der Schweiz gelten für Bankeinlagen gesetzliche Regeln und Sicherungsmechanismen. Gerade bei grösseren Cashbeständen sollte deshalb berücksichtigt werden, bei welchem Institut und in welcher Form das Geld gehalten wird.
Cash bietet also hohe Liquidität und nominale Stabilität. Diese Eigenschaften sind wertvoll. Sie sind aber nicht dasselbe wie vollständige Risikofreiheit.
Sind Anleihen immer besser als Cash?
Nein. Denn Cash und Anleihen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Wer in den kommenden Monaten Geld für Steuern, eine grössere Anschaffung oder den Lebensunterhalt benötigt, sollte diese Mittel nicht unnötigen Marktschwankungen aussetzen.
Auch eine persönliche Liquiditätsreserve sollte jederzeit verfügbar sein. Dafür ist Cash grundsätzlich besser geeignet als länger laufende Anleihen, deren Marktwert kurzfristig schwanken kann.
Bei längerfristig investiertem Kapital sieht die Situation anders aus. Dort können hochwertige Anleihen neben laufenden Erträgen auch einen Diversifikationsbeitrag leisten.
Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht:
Cash oder Anleihen?
Sondern:
Welche Aufgabe soll dieses Geld im Portfolio erfüllen?
Cash oder Anleihen: Die wichtigsten Unterschiede
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Cash |
Hochwertige Anleihen |
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Hauptfunktion |
Liquidität und kurzfristige Reserve |
Defensiver Bestandteil des Portfolios |
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Kurzfristige Verfügbarkeit |
Sehr hoch |
Abhängig von Anlage und Markt |
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Kursschwankungen |
Praktisch keine nominalen Kursschwankungen |
Kurse können steigen und fallen |
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Zinsrisiko |
Geringe Kursschwankungen, aber Verzinsung kann sich rasch ändern |
Kurs reagiert auf Veränderungen der Marktzinsen |
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Kreditrisiko |
Abhängig von Bank und rechtlicher Absicherung |
Abhängig von Bonität des Emittenten |
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Inflationsrisiko |
Vorhanden |
Vorhanden |
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Potenzial bei sinkenden Zinsen |
Verzinsung kann sinken |
Kursgewinne sind möglich |
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Diversifikationsbeitrag im Portfolio |
Begrenzt |
Je nach Anleihe und Marktumfeld möglich |
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Typischer Einsatz |
Notfallreserve und kurzfristig benötigtes Geld |
Defensiver Teil eines längerfristigen Portfolios |
Die Tabelle zeigt typische Eigenschaften in vereinfachter Form. Die tatsächlichen Risiken und Renditen hängen unter anderem von Laufzeit, Bonität, Währung, Anlageform und Marktumfeld ab.
Welche Anleihen eignen sich zur Stabilisierung eines Portfolios?
Wenn Anleihen primär zur Stabilisierung eines Portfolios eingesetzt werden, sind mehrere Eigenschaften relevant.
Bonität: Eine hohe Kreditqualität reduziert das Risiko, dass ein Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.
Laufzeit: Je länger die Laufzeit beziehungsweise je höher die Zinssensitivität, desto stärker kann der Kurs auf Veränderungen der Marktzinsen reagieren.
Diversifikation: Eine breite Streuung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen, Staaten oder Emittenten.
Währung: Fremdwährungsschwankungen können den defensiven Charakter einer Anleihenposition erheblich verändern. Wird eine Anleihenposition primär zur Stabilisierung eingesetzt, sollte deshalb auch das Währungsrisiko berücksichtigt werden.
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Gesamtportfolio und von der persönlichen Anlagestrategie ab.
Anleihen oder Cash: Was ist langfristig sinnvoller?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Cash eignet sich besonders für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben muss. Dazu gehören beispielsweise die persönliche Liquiditätsreserve oder bereits geplante Ausgaben.
Hochwertige Anleihen können dagegen sinnvoll sein, wenn Kapital längerfristig investiert werden soll und der defensive Teil des Portfolios neben Stabilität auch laufende Erträge und Diversifikation liefern soll.
Ein gut strukturiertes Portfolio kann deshalb durchaus beides enthalten:
Cash für Liquidität.
Hochwertige Anleihen für den defensiven Anlagebaustein.
Aktien für das langfristige Wachstumspotenzial.
Wie diese Bausteine gewichtet werden, ist Teil der Asset Allocation und sollte zum Anlagehorizont, zur Risikofähigkeit und zur Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger passen.
Fazit: Cash und Anleihen haben unterschiedliche Aufgaben
Cash und Anleihen werden häufig als zwei Alternativen für den «sicheren» Teil eines Portfolios betrachtet.
Das greift zu kurz.
Cash bietet vor allem Liquidität und nominale Stabilität. Hochwertige Anleihen können zusätzlich laufende Erträge liefern, zur Diversifikation beitragen und bei sinkenden Marktzinsen an Wert gewinnen.
Dafür unterliegen Anleihen Kursschwankungen und können insbesondere bei steigenden Zinsen vorübergehend an Wert verlieren.
Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger kann es deshalb sinnvoll sein, die beiden Funktionen klar voneinander zu trennen: Cash für kurzfristige Liquidität, hochwertige Anleihen als möglichen defensiven Bestandteil eines diversifizierten Portfolios.
Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob Cash oder Anleihen grundsätzlich besser sind.
Entscheidend ist, welchen Job das Geld im Portfolio erledigen soll.
FAQ zu Anleihen und Cash
Sind Anleihen sicherer als Cash?
Nicht grundsätzlich. Cash auf einem Bankkonto weist kaum nominale Schwankungen auf, während Anleihenkurse steigen und fallen können. Anleihen bieten dafür andere Eigenschaften, beispielsweise laufende Erträge und potenzielle Diversifikation. Zudem unterscheiden sich die Risiken je nach Bonität, Laufzeit und Währung erheblich.
Warum können Anleihen fallen, obwohl sie als defensiv gelten?
Steigen die Marktzinsen, verlieren bestehende Anleihen mit tieferen Zinszahlungen relativ an Attraktivität. Ihre Kurse können deshalb sinken. Je höher ihre Zinssensitivität ist, desto stärker kann die Kursreaktion ausfallen.
Was passiert mit Anleihen bei sinkenden Zinsen?
Sinken die Marktzinsen, können bestehende Anleihen mit höheren Zinszahlungen attraktiver werden und im Kurs steigen. Dieser Effekt ist bei Anleihen mit höherer Zinssensitivität in der Regel stärker.
Sind Staatsanleihen immer sicher?
Nein. Das Risiko hängt unter anderem von der Bonität des Staates, der Laufzeit, der Inflation und der Währung ab. Staatsanleihen finanziell solider Länder können ein vergleichsweise tiefes Kreditrisiko aufweisen, sind aber trotzdem nicht frei von Markt- und Zinsrisiken.
Sind High-Yield-Anleihen für den defensiven Portfolioteil geeignet?
Nur bedingt. High-Yield-Anleihen weisen ein höheres Kreditrisiko auf und können sich in wirtschaftlichen Stressphasen stärker wie risikoreiche Anlagen verhalten. Wer mit Anleihen primär das Aktienrisiko diversifizieren möchte, sollte deshalb die Kreditqualität besonders berücksichtigen.
Sollte die Liquiditätsreserve in Anleihen investiert werden?
In der Regel sollte Geld, das kurzfristig oder jederzeit verfügbar sein muss, nicht unnötigen Marktschwankungen ausgesetzt werden. Eine Liquiditätsreserve erfüllt eine andere Funktion als der defensive Teil eines langfristigen Anlageportfolios.
Was ist besser: Anleihen oder Cash?
Das hängt vom Zweck ab. Cash eignet sich für kurzfristige Liquidität und nominale Stabilität. Hochwertige Anleihen können für längerfristig investiertes Kapital interessant sein, wenn Diversifikation und laufende Erträge gefragt sind. Ein Portfolio kann deshalb sinnvollerweise sowohl Cash als auch Anleihen enthalten.
Wie hoch sollte der Anleihenanteil im Portfolio sein?
Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Prozentsatz. Der passende Anteil hängt insbesondere vom Anlagehorizont, von der Risikofähigkeit, der Risikobereitschaft, dem Liquiditätsbedarf und den übrigen Vermögenswerten ab. Die Aufteilung sollte deshalb im Rahmen der persönlichen Anlagestrategie festgelegt werden.
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