Beste Säule 3a Schweiz 2026: Anbieter im Vergleich

Welche Säule 3a am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren Bedürfnissen ab und davon, wie viele Anlageentscheide Sie beim Einrichtung selbst treffen möchten.

Digitale Anbieter wie Descartes, VIAC, finpension, frankly und True Wealth unterscheiden sich darin, wie weit sie die Anlageauswahl für Sie übernehmen, welche langfristige Performance nach Kosten sie erzielt haben und wie unabhängig sie grundsätzlich sind. Wir zeigen, was die einzelnen Anbieter ausmacht und wie das unabhängige Vergleichsportal evaluno.ch ihre Angebote bewertet.

Nettoperformance (Datenstand 30.06.2026)

Wer Säule-3a-Anbieter vergleicht, sollte nicht nur auf die Gebühren achten. Entscheidend bei der Wahl des Säule-3a-Fonds sind vielmehr die langfristige Performance nach Kosten (Nettoperformance), wie einfach oder komplex das Konfigurieren der Anlage ist und auch wie unabhängig der Anbieter ist.

 

Kurz zusammengefasst

  • Die «beste Säule 3a für alle» gibt es nicht. Entscheidend sind Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Aktienquote, Kosten, Anlagestrategie, Konfigurationsmöglichkeiten, Flexibilität und persönliche Präferenzen. Manche Anlegerinnen und Anleger wünschen einen hohen Personalisierungsgrad, andere wollen es möglichst einfach und erwarten eine Produktkuratierung.  

  • Descartes, VIAC, finpension, frankly und True Wealth setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Deshalb lohnt sich ein Vergleich anhand der persönlichen Bedürfnisse. Dieser Artikel erklärt, was die einzelnen Anbieter im Detail ausmacht und unterscheidet. 

  • Auch die Eigentümerstruktur kann ein Auswahlkriterium sein. Descartes und finpension positionieren sich als unabhängige Anbieter, während hinter anderen digitalen Vorsorgelösungen Banken stehen oder Banken beteiligt sind.

  • Tiefe Gebühren sind wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Entscheidend ist, welche Rendite nach Kosten erzielt wird und welches Risiko dafür eingegangen wurde.

  • Descartes gehört im 5-Jahresvergleich der langfristigen Performance zu den führenden 3a-Lösungen. Im Ranking von Evaluno per 30. Juni 2026 gehört Descartes Index Responsible 100 bei den Strategien mit hohem Aktienanteil zu den Top-Performern über fünf Jahre. Die vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen.

Welche Kriterien sind bei einem Säule-3a-Vergleich wichtig?

Der Schweizer Markt für digitale Vorsorgelösungen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Anlegerinnen und Anleger können heute zwischen verschiedenen Anbietern, Anlagestrategien und Aktienquoten wählen.

Zu den bekannten digitalen Säule-3a-Anbietern in der Schweiz gehören unter anderem Descartes, VIAC, finpension, frankly und True Wealth.

Bei einem Vergleich sollten insbesondere folgende Kriterien berücksichtigt werden:

Kriterium

Warum es wichtig ist

Performance nach Kosten (Nettorendite)

Zeigt, wie sich das investierte Vorsorgevermögen tatsächlich entwickelt hat

Gebühren

Reduzieren langfristig die Rendite – eine bessere Nettorendite schlägt allerdings tiefe Kosten

Grad der Selbstbestimmung (Einfachheit vs. hoher Individualisierungsgrad)

Bestimmt, wie einfach oder komplex das Anlegen bei einem Anbieter ist bzw. wie viel Finanzwissen man mitbringen muss.

Oder anders gesagt: Man sollte sich bei der Wahl des Anbieters gut überlegen, bis zu welchem Grad man selbst bestimmen möchte, wie das Geld angelegt wird, oder wie viel Kuratierung man sich wünscht. 

Eigentümerstruktur und  Unabhängigkeit

Zeigt, ob beispielsweise eine Bank oder Finanzgruppe beteiligt ist und ob der Anbieter dadurch an hauseigene Anlageprodukte gebunden ist

Nachhaltigkeit

Relevant für Anlegerinnen und Anleger mit entsprechenden Präferenzen

Individuelle Beratung

Relevant für Anlegerinnen und Anleger mit entsprechenden Präferenzen

Die günstigste Säule 3a ist deshalb nicht automatisch die beste. Ebenso wenig sollte allein aufgrund der höchsten historischen Rendite entschieden werden. Entscheidend ist das Gesamtpaket. 

Welche Säule 3a passt zu wem?

Die Anbieter unterscheiden sich teilweise deutlich hinsichtlich Kosten, Anlagekonzept, Eigentümerstruktur und Service. Welche Lösung am besten passt, hängt deshalb von den persönlichen Prioritäten ab.

Descartes

Descartes kann insbesondere für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die nicht ausschliesslich die Kosten, sondern auch die bisher erzielte Nettoperformance berücksichtigen. Im Fünfjahresvergleich von Evaluno zählt die Strategie «Descartes Index Responsible 100» mit einer Performance von 40,87 % per 30. Juni 2026 zu den drei dort hervorgehobenen besten 3a-Produkten in der Schweiz.

Descartes richtet sich zudem an Personen, die Wert auf einfaches Anlegen, eine kuratierte Produktauswahl, Unabhängigkeit und persönliche Beratung legen. Kundinnen und Kunden müssen keine Fondsanbieter, Regionen oder einzelnen Anlageinstrumente vergleichen und selbst zusammenstellen.

Das macht Descartes aus:

Descartes setzt auf Einfachheit und kuratierte Produktauswahl mit persönlicher Beratung und legt einen Schwerpunkt auf Unabhängigkeit:

  • Die zentrale Anlageentscheidung beschränkt sich auf zwei klar voneinander abgegrenzte Anlagekonzepte: eine passive Indexstrategie oder die risikooptimierte Minimum-Risk-Strategie. Minimum Risk steht zusätzlich in einer Variante mit Bitcoin zur Verfügung.

  • Anders als bei VIAC oder finpension müssen Kundinnen und Kunden also nicht zwischen ähnlichen Passiv-Fonds verschiedener Anbieter wählen. Auch Anlagefokus, Regionen und einzelne Anlageinstrumente müssen sie nicht selbst festlegen. Das macht den Anlegerinnen und Anleger das Leben leichter. 

  • Nach der Wahl des Anlagekonzepts und der Risikostufe übernimmt Descartes die Auswahl und Gewichtung der konkreten Anlageinstrumente. Die Kundinnen und Kunden entscheiden damit über die grundlegende Ausrichtung, nicht über jedes einzelne Portfoliodetail.

  • Die Auswahl ist bewusst kuratiert: Descartes beschränkt das Angebot auf klar unterscheidbare Anlagekonzepte, statt dieselbe Produktkategorie mit zahlreichen ähnlichen Varianten und Anbietern zu besetzen.

  • Wer Unterstützung benötigt, erhält kostenlose persönliche Beratung.

  • Descartes ist ein unabhängiger und eigenfinanzierter Schweizer Vermögensverwalter, gehört keiner Bank oder Finanzgruppe, vertreibt keine hauseigenen Fonds und erhält keine Rückvergütungen.

  • Die Vorsorgegelder werden über die Lienhardt & Partner Privatbank und die Unabhängige Vorsorgestiftung Zürich verwahrt.

> Mehr über die Prinzipien und Unabhängigkeit von Descartes

VIAC

VIAC kann insbesondere für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die sich beim Investieren auskennen, Wert auf tiefe Kosten und weitreichende Individualisierungsmöglichkeiten legen und bei einem bekannten Anbieter vorsorgen möchten. VIAC lancierte als einer der erster Anbieter eine digitale Vorsorge-App und gehört unter anderem deshalb zu den bekanntesten Anbietern.

VIAC richtet sich an Personen, die ihre Portfolios teilweise oder vollständig selbst zusammenstellen möchten und keine enge Kuratierung erwarten. Finanzwissen ist zwar keine formale Voraussetzung von VIAC, hilft aber wahrscheinlich dabei, die zahlreichen Auswahlmöglichkeiten fundiert zu beurteilen.

Das macht VIAC aus:

VIAC bietet eine günstige, weitgehend passive Selbstbedienungslösung mit viel individuellem Gestaltungsspielraum und enger Anbindung an die WIR Bank:

  • Kundinnen und Kunden wählen pro Portfolio neben der Aktienquote auch den Anlagefokus (Global, Schweiz oder Nachhaltig), den Fondsanbieter (UBS oder Swisscanto) und eine Variante mit oder ohne Obligation.

  • Anders als bei Descartes entscheiden Anlegerinnen und Anleger hier also nicht nur zwischen zwei klar voneinander abgegrenzten Anlagekonzepten. VIAC bietet innerhalb derselben Produktkategorie (passive Fonds) mehrere ähnlich ausgerichtete Varianten an – beispielsweise «Global 100 UBS» und «Global 100 Swisscanto».

  • Die Auswahl ist damit weniger stark kuratiert. Kundinnen und Kunden müssen selbst beurteilen, welcher Fondsanbieter, Anlagefokus und Portfolioaufbau besser zu ihnen passt. Wer nur über ein Grundverständnis des Investierens verfügt, kann diese Unterschiede nur schwer einordnen. Für erfahrene Anlegerinnen und Anleger schafft das Angebot dagegen viel Gestaltungsspielraum.

  • Alternativ können Kundinnen und Kunden auch eine ganz eigene Strategie zusammenstellen und Regionen, Anlageklassen sowie die Anteile von Immobilien, Gold, Obligationen, Cash und Bitcoin individuell gewichten. 

  • VIAC berechnet die Kosten anhand der tatsächlich gewählten Portfoliozusammensetzung. Über das gesamte Angebot hinweg gehört VIAC zu den günstigeren Säule-3a-Anbietern. Über das Empfehlungsprogramm lässt sich die Verwaltungsgebühr zusätzlich reduzieren.

  • VIAC bietet ergänzend Absicherungen gegen Invalidität oder Tod an.

  • VIAC und das VIAC-Logo sind geschützte Marken der WIR Bank Genossenschaft. Die Säule 3a führt die Terzo Vorsorgestiftung der WIR Bank. Davon zu unterscheiden ist das separate Angebot VIAC Invest der VIAC Invest AG, die sich vollständig im Besitz der WIR Bank Genossenschaft befindet.

finpension

finpension kann insbesondere für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die sich beim Investieren gut auskennen und Wert auf tiefe Kosten, Bankunabhängigkeit und maximale Individualisierungsmöglichkeiten legen.

finpension richtet sich zudem an Personen mit Erfahrung im Investieren, die ihr Portfolio weitgehend selbst zusammenstellen und dabei unterschiedliche Währungsabsicherungen sowie alternative Anlagen berücksichtigen möchten. Das Anlageuniversum ist breiter als bei anderen 3a-Anbietern und umfasst neben Aktien, Obligationen, Immobilien, Rohstoffen und Gold auch Bitcoin und Ethereum. 

Das macht finpension aus:

  • Bei den Standardstrategien wählen Anlegerinnen und Anleger ähnlich wie bei VIAC den Anlagefokus (Global, Schweiz oder Nachhaltig), die Aktienquote und das Fondshaus (UBS oder Swisscanto). Wie bei VIAC stehen innerhalb derselben Produktkategorie teilweise vergleichbare Fonds verschiedener Anbieter zur Auswahl. finpension trifft hier keine eindeutige Vorauswahl, sondern überlässt den Kundinnen und Kunden die Entscheidung zwischen UBS und Swisscanto. Für Personen ohne vertiefte Anlagekenntnisse ist dies nur schwer zu beurteilen.

  • Die Standardstrategien kosten pauschal 0,39% pro Jahr. Depot- und Transaktionsgebühren sowie die Fondskosten der Standardstrategien sind darin enthalten. Damit gehört finpension zu den günstigeren Anbietern auf dem Markt.

  • Wer sich auskennt und eine individuelle Strategie zusammenstellt, kann zusätzlich vieles selbst bestimmen: einzelne Fonds, Regionen, Anlageklassen, Gewichtungen und Währungsabsicherungen. Dabei stehen deutlich mehr Anlageinstrumente zur Verfügung als bei VIAC.

  • Bei individuell gewählten Spezialanlagen können zusätzliche Produktkosten anfallen.

  • Wer über die letzten drei bis fünf Jahre in ein Musterportfolio von Finpension investiert war (also ohne individuelle Spezialanlage), lag laut unabhängiger Säule-3a-Analyse von Evoluno.ch bei der Nettoperformance deutlich hinter der von frankly, Descartes oder Viac (Datenstand 30.6.2026).

  • finpension setzt Vorsorgefonds von UBS und Swisscanto ein. Diese Fonds sind teilweise nur Vorsorgeeinrichtungen zugänglich und können ausländische Quellensteuern effizienter zurückfordern als gewöhnliche ETF. Dieser Vorteil wird jedoch oft überbewertet: Entscheidend ist die tatsächlich erzielte Nettoperformance, die dadurch langfristig kaum beeinflusst wird.

  • finpension bezeichnet sich als bankunabhängig, eigenfinanziert und eigentümergeführt. Nach eigenen Angaben besteht keine vertragliche Verpflichtung, bestimmte Fonds zu vertreiben, und keine Depotbank ist an finpension beteiligt.

  • Die Vorsorgegelder liegen bei der finpension 3a Vorsorgestiftung und werden über UBS oder die Zürcher Kantonalbank als Depotbanken verwahrt.

frankly

frankly kann insbesondere für Personen interessant sein, die eine vergleichsweise günstige digitale Säule 3a mit direkter Anbindung an eine etablierte Schweizer Kantonalbank bevorzugen.

frankly richtet sich zudem stärker an Personen, die ein fertiges Anlageprodukt wählen möchten, anstatt ein Portfolio individuell zu konfigurieren, ohne dabei aber auf die Wahl zwischen aktiv verwalteten und passiven (indexierten) Anlageprodukten zu verzichten.

Im Fünfjahresvergleich von Evaluno gehört die Strategie «frankly Extreme 95 Responsible» (Aktiv verwalteter Fonds) mit einer Nettoperformance von 43,0% per 30. Juni 2026 zu den dort hervorgehobenen besten 3a-Produkten.

Das macht frankly aus:

frankly bietet eine klar strukturierte Auswahl aus zahlreichen vordefinierten Anlagelösungen, hält die Konfiguration jedoch einfach und verbindet das Angebot direkt mit der Vorsorge- und Anlagewelt der Zürcher Kantonalbank:

  • Anlegerinnen und Anleger müssen zwischen mehr als zwei Strategien wählen (zwei aktive Strategien – Sustainable oder Responsible – eine passive und Cash). Eine individuelle Zusammenstellung oder Gewichtung einzelner Fonds, Regionen und Anlageklassen ist nicht nötig und auch nicht möglich.

  • frankly hat über alle Strategien hinweg eine Standard-Fee von 0,44%. Durch den Community-Rabatt liegt sie aktuell bei 0,43%. Je mehr Vermögen alle frankly-Kundinnen und Kunden gemeinsam anlegen, desto tiefer kann die Gebühr für alle werden. frankly gehört damit zu den günstigeren Anbietern in der Schweiz.

  • frankly ist die digitale Vorsorgelösung der Zürcher Kantonalbank und wurde von dieser entwickelt. Die Säule 3a wird über die Vorsorgestiftung Sparen 3 der Zürcher Kantonalbank geführt.

  • Bei den Wertschriftenlösungen setzt frankly ausschliesslich auf Anlageprodukte von Swisscanto. Swisscanto ist die Produktmarke der Zürcher Kantonalbank für Anlage- und Vorsorgelösungen.

True Wealth

True Wealth kann insbesondere für Anleger interessant sein, die höchsten Wert auf tiefe Kosten und eine weitgehend automatisierte Verwaltung ihrer Säule 3a ohne individuelle Anpassungsmöglichkeiten bevorzugen. Das Angebot richtet sich zudem eher an Personen, die ihre gesamten Säule-3a-Guthaben bei einem einzigen Anbieter bündeln möchten und dafür auf unterschiedliche Strategien pro Portfolio verzichten können.

Das macht True Wealth aus:

True Wealth setzt auf besonders tiefe Kosten – mit radikaler Vereinfachung und einem hohen Automatisierungsgrad – und verzichtet dabei auf individuelle Konfigurationsmöglichkeiten:

  • True Wealth erhebt für die Säule 3a keine Verwaltungs-, Depot- oder Handelsgebühren. Es fallen jedoch die Produktkosten der eingesetzten ETF und Indexfonds an. Damit gehört True Wealth zu den absolut günstigsten Säule-3a-Anbietern in der Schweiz.

  • Radikale Vereinfachung: Kundinnen und Kunden durchlaufen nur eine Risikoprofilierung und führen eine gemeinsame Anlagestrategie für das freie Vermögen und die Säule 3a. Das bedeutet, dass für das freie Vermögen und die Säule 3a keine unterschiedlichen Anlagestrategien gewählt werden können. Wer also im Invest-Bereich 99% Aktien wählt, hat gezwungenermassen auch bei der Säule 3a (bei allen Konten) immer 99% Aktien.  

  • Automatisierung: Die Konto-Staffelungs-Automatik, als Beispiel für die Automatisierung, eröffnet bei regelmässigen Einzahlungen während fünf Jahren automatisch bis zu fünf 3a-Konten.

  • Die Basellandschaftliche Kantonalbank hält eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent an True Wealth. True Wealth betont jedoch, bei den Anlageentscheiden und der Auswahl der Anlageinstrumente unabhängig zu handeln. Nach Angaben des Unternehmens werden keine Fonds der BLKB angeboten oder beworben.

  • Die Vorsorgegelder liegen bei der Vorsorgestiftung 3a Digital und werden über die Basellandschaftliche Kantonalbank verwahrt.

Welche Säule-3a-Anbieter sind unabhängig – und warum ist das wichtig?

Zu den unabhängigen digitalen Säule-3a-Anbietern in der Schweiz gehören unter anderem Descartes und finpension. Andere Vorsorgelösungen gehören zu Banken oder haben Banken als bedeutende Aktionäre.

Descartes ist ein unabhängiger und eigenfinanzierter Schweizer Vermögensverwalter. Descartes gehört keiner Bank oder Finanzgruppe, erhält keine Rückvergütungen und ist bei der Auswahl der Anlageprodukte nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden.

Auch finpension bezeichnet sich als inhabergeführt, eigenfinanziert und unabhängig von Banken.

Bei anderen bekannten digitalen 3a-Lösungen ist die Eigentümerstruktur anders: frankly ist die digitale Vorsorgelösung der Zürcher Kantonalbank. Das Säule-3a-Angebot von VIAC wird über die Terzo Vorsorgestiftung der WIR Bank angeboten. An True Wealth ist die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) als Minderheitsaktionärin beteiligt.

Dabei sollte zwischen zwei Formen der Unabhängigkeit unterschieden werden: der Eigentümerstruktur und der Unabhängigkeit bei den Anlageentscheiden. Eine Beteiligung einer Bank bedeutet nicht automatisch, dass ein Anbieter bei seiner Produktauswahl eingeschränkt ist. True Wealth beispielsweise betont trotz der Beteiligung der BLKB ausdrücklich seine unabhängige Produktauswahl.

Warum kann Unabhängigkeit für Anlegerinnen und Anleger relevant sein? Ein unabhängiger Vermögensverwalter kann Anlageprodukte verschiedener Anbieter auswählen, ohne aufgrund seiner Eigentümerstruktur an die Produkte einer bestimmten Bank oder Finanzgruppe gebunden zu sein. Entscheidend ist jedoch, wie die Produktauswahl tatsächlich erfolgt und ob mögliche Interessenkonflikte transparent offengelegt werden.

Bei einem Vergleich lohnt es sich deshalb, folgende Fragen zu stellen:

  • Wem gehört der Säule-3a-Anbieter?

  • Sind Banken oder andere Finanzinstitute beteiligt?

  • Ist der Anbieter bei der Auswahl der Anlageprodukte frei?

  • Werden eigene oder konzernverbundene Produkte eingesetzt?

  • Erhält der Anbieter Rückvergütungen oder andere Vertriebsentschädigungen?

  • Wie werden mögliche Interessenkonflikte offengelegt?

Unabhängigkeit allein macht eine Säule-3a-Lösung nicht besser. Sie kann jedoch ein wichtiges Auswahlkriterium sein – insbesondere für Anlegerinnen und Anleger, die Wert auf Vermeidung potenzieller Interessenkonflikte legen.

Performance: Welche Säule 3a hat sich langfristig gut entwickelt?

Die historische Performance ist ein wichtiges Vergleichskriterium bei der Wahl einer Säule 3a. Sie sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten möglichst längere Zeiträume sowie Strategien mit einer ähnlichen Aktienquote und einem vergleichbaren Risiko gegenübergestellt werden.

Eine unabhängige Einordnung bietet der Säule-3a-Fondsvergleich von Evaluno.

Unabhängiger Vergleich von Evaluno.ch per 30. Juni 2026

Evaluno vergleicht 341 Vorsorgefonds und Anlagestrategien von Schweizer Banken und digitalen Vorsorgeanbietern.

Über fünf Jahre liegt Descartes Index Responsible 100 auf Rang 3 von 341 verglichenen Vorsorgefonds und Anlagestrategien.

> Zum unabhängigen Säule-3a-Fondsvergleich von Evaluno

Die Top 3 im Evaluno-Vergleich über 5 Jahre per 30. Juni 2026

Rang

Vorsorgeprodukt

Aktienanteil

Performance 5 Jahre

1

BLKB IQ Responsible Equity World ex Switzerland B (USD)

100%

+50,17%

2

frankly Extreme 95 Responsible

95%

+42,96%

3

Descartes Index Responsible 100

99%

+40,87%

Die Top 6 im Evaluno-Vergleich über 5 Jahre per 30. Juni 2026

Nettoperformance

Bildlegende: Säule-3a-Performancevergleich über fünf Jahre. Descartes Index Responsible 100 erreicht im Evaluno-Vergleich Rang 3 von 341 untersuchten Vorsorgefonds und Anlagestrategien. Quelle: Evaluno, Datenstand: 30. Juni 2026.

Ausgewählte Digitalanbieter im Evaluno-Performancevergleich über 5 Jahre per 30. Juni 2026

Die bekannten Säule-3a-Anbieter Descartes, VIAC, Yuh, finpension und Frankly im aktuellen Performancevergleich von Evaluno.ch:

Anlagestrategie

Aktienanteil

Performance 5 Jahre

Descartes Index Responsible 100

99%

+40,87%

Yuh 100

99%

+40,84%

VIAC Global 100

100%

+39,60%

frankly Extreme 95 Index

95%

+39,21%

VIAC Global Nachhaltig 100

100%

+38,98%

finpension Global 100

100%

+34,66%

> Zum unabhängigen Säule-3a-Fondsvergleich von Evaluno

Damit liegt Descartes Index Responsible 100 im betrachteten Fünfjahreszeitraum vor verschiedenen bekannten digitalen 3a-Strategien mit ähnlich hoher Aktienquote, darunter VIAC Global 100 und finpension Global 100.

Die Zahlen sollten dennoch nicht isoliert betrachtet werden. Die einzelnen Produkte unterscheiden sich hinsichtlich Aktienquote, Portfoliozusammensetzung, Kosten, Nachhaltigkeitsansatz und Anlagestrategie. Eine höhere historische Performance bedeutet zudem nicht automatisch, dass eine Strategie für alle geeigneter ist. Und eine vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen.

Was ist bei den Gebühren wichtig?

Es ist wenig sinnvoll, bei den Anbietern nur auf eine möglichst tiefe Verwaltungsgebühr zu schauen. Zumal es Anbieter gibt, die mit tiefen Kosten werben, aber dann beispielsweise Fremdwährungsgebühren, Ausgabe- und Rücknahmekommissionen oder Transaktionskosten zusätzlich verrechnen. Wer Kosten vergleicht, sollte deshalb sämtliche Kosten berücksichtigen:

  • Verwaltungsgebühren

  • Fondskosten beziehungsweise TER

  • Depot- und Plattformgebühren

  • Transaktionskosten

  • Fremdwährungskosten

  • weitere Kosten beim Kauf oder Verkauf von Anlagen

Vergleichen sollte man also wenn schon denn schon die All-in-Kosten.

Aber wie schon gesagt: es macht nicht wirklich Sinn, nur auf die Gebühren zu schauen. Weil die günstigste Säule 3a definitiv nicht automatisch die beste ist. 

 

Warum die Nettoperformance wichtiger ist als die Gebühr allein

Bei digitalen Säule-3a-Lösungen stehen häufig die Gebühren im Zentrum des Vergleichs. Das ist verständlich, greift aber zu kurz.

Es ist nicht wirklich sinnvoll, die Anbieter anhand der Gebühren zu vergleichen. Gebühren sind zwar wichtig, weil sie die langfristige Rendite reduzieren. Entscheidend ist aber letztendlich nur, welche Rendite nach Kosten erzielt wird und welches Risiko dafür eingegangen wurde. Für das langfristige Vorsorgevermögen zählt also das Ergebnis nach Kosten.

Eine günstigere Lösung ist nicht automatisch besser. Eine Strategie mit etwas höheren Gebühren kann besser abschneiden als eine günstigere Alternative, wenn ihre Anlagestrategie über denselben Zeitraum eine entsprechend höhere Rendite erzielt.

Umgekehrt rechtfertigen höhere Gebühren selbstverständlich keine schlechtere Anlageleistung.

Kosten, Performance und Risiko sollten gemeinsam betrachtet werden. Ein aussagekräftiger Vergleich betrachtet deshalb drei Faktoren gemeinsam:

Performance + Kosten + Risiko.

Welche Rolle spielt die Aktienquote?

Die Aktienquote hat einen wesentlichen Einfluss auf die langfristigen Renditechancen und die Wertschwankungen einer Säule-3a-Lösung.

Aktien bieten langfristig höhere Renditechancen als risikoärmere Anlagen. Gleichzeitig können ihre Kurse erheblich schwanken.

Eine hohe Aktienquote ist deshalb nicht für jede Person automatisch die beste Wahl.

Wer beispielsweise noch 30 Jahre bis zur Pensionierung hat, kann zwischenzeitliche Kursschwankungen möglicherweise besser verkraften als eine Person, die ihr Vorsorgevermögen in wenigen Jahren beziehen möchte.

Die passende Aktienquote hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • Anlagehorizont

  • Risikofähigkeit

  • Risikobereitschaft

  • übrige Vermögenssituation

  • geplanter Bezugszeitpunkt

Nicht die maximal mögliche Aktienquote ist entscheidend, sondern diejenige, die zur persönlichen Situation passt.

8 Fragen vor der Wahl einer Säule 3a

Sie entscheiden sich gerade für eine Säule 3a? Stellen Sie sich diese 8 Fragen:

1. Wie lange bleibt mein Geld investiert?

Je länger der Anlagehorizont, desto eher können zwischenzeitliche Kursschwankungen verkraftet werden.

2. Welche Aktienquote passt zu mir?

Nicht die höchstmögliche Aktienquote ist entscheidend, sondern diejenige, die zu Ihrer Risikofähigkeit und Ihrem Anlagehorizont passt.

3. Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Vergleichen Sie nicht nur die Verwaltungsgebühr, sondern auch Fonds-, Transaktions- und weitere Kosten.

4. Wie hat sich die Strategie langfristig entwickelt?

Betrachten Sie möglichst mehrere Jahre und vergleichen Sie Strategien mit ähnlicher Aktienquote und vergleichbarem Risiko.

5. Wie breit ist das Portfolio diversifiziert?

Eine breite Diversifikation über Unternehmen, Regionen und Anlageklassen kann Anlagerisiken reduzieren. 

6. Wie flexibel ist die Lösung?

Prüfen Sie unter anderem, ob mehrere 3a-Konten möglich sind (was heute der Standard ist), wie einfach die Strategie gewechselt werden kann, welche Möglichkeiten beim späteren Bezug bestehen und ob sie ein Vorsorgekonto kostengünstig in ein normales Invest-Konto übertragen können. 

7. Möchte ich Beratung oder alles selbst entscheiden?

Einige digitale Anbieter sind konsequent auf Self-Service ausgerichtet. Andere kombinieren digitale Vermögensverwaltung mit persönlicher Beratung.

8. Wer steht hinter dem Anbieter?

Prüfen Sie, wem der Anbieter gehört und ob Banken oder andere Finanzinstitute beteiligt sind.

Dabei sollte nicht nur die Eigentümerstruktur betrachtet werden. Relevant ist auch, ob der Anbieter bei der Auswahl der Anlageprodukte unabhängig handeln kann, ob eigene oder konzernverbundene Produkte eingesetzt werden und wie mögliche Interessenkonflikte offengelegt werden.

Häufige Fragen zur besten Säule 3a

Welche Säule 3a ist die beste in der Schweiz?

Kein Anbieter bietet für alle die beste Säule 3a. Entscheidend sind die langfristige Performance nach Kosten, die Unabhängigkeit des Anbieters und die Frage, wie viele Anlageentscheide Sie selbst treffen möchten. Eine grosse Auswahl bietet mehr Gestaltungsspielraum, verlangt aber auch mehr Wissen. Eine sorgfältige Vorauswahl durch den Anbieter vereinfacht die Entscheidung.

Welcher Säule-3a-Anbieter hat die beste Performance?

Das hängt vom betrachteten Zeitraum, der Aktienquote und dem Risikoprofil ab. Deshalb sollten möglichst vergleichbare Strategien über längere Zeiträume betrachtet werden. Im aktuellen Evaluno-Vergleich per 30. Juni 2026 gehört Descartes Index Responsible 100 bei den Strategien mit hohem Aktienanteil zu den Top-Performern über fünf Jahre.

Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen.

Ist die günstigste Säule 3a die beste?

Nein. Tiefe Gebühren sind wichtig, aber für das langfristige Anlageergebnis zählt die Performance, das Risiko, die Diversifikation, die Aktienquote und die Qualität der Anlagestrategie.

Ist eine Säule 3a mit 100% Aktien sinnvoll?

Eine sehr hohe Aktienquote kann für Personen mit langem Anlagehorizont und entsprechender Risikofähigkeit sinnvoll sein. Gleichzeitig sind stärkere Wertschwankungen möglich. Die Aktienquote sollte deshalb zur persönlichen Situation und zum geplanten Bezugszeitpunkt passen.

Spielt die Unabhängigkeit des Säule-3a-Anbieters eine Rolle?

Sie kann ein Auswahlkriterium sein. Dabei sollte zwischen der Eigentümerstruktur und der Unabhängigkeit bei Anlageentscheiden unterschieden werden.

Ein Anbieter kann beispielsweise eine Bank als Aktionärin haben und trotzdem bei der Produktauswahl unabhängig handeln. Umgekehrt kann ein unabhängiger Anbieter für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die bewusst einen Vermögensverwalter ohne Bank- oder Konzernzugehörigkeit bevorzugen.

Kann ich meine bestehende Säule 3a zu einem anderen Anbieter wechseln?

Grundsätzlich kann bestehendes Säule-3a-Guthaben von einer Vorsorgeeinrichtung zu einer anderen übertragen werden. Vor einem Wechsel sollten insbesondere Kosten, Anlagestrategie und Transferbedingungen geprüft werden.

Soll ich zu einem Anbieter, bei dem ich mehrere Säule-3a-Konten haben kann?

Beim Vergleich von Säule-3a-Anbietern sollte nicht nur die Anlagephase berücksichtigt werden. Auch der spätere Bezug des Vorsorgevermögens ist relevant. Mehrere separate Säule-3a-Konten können einen gestaffelten Bezug ermöglichen. Dadurch lässt sich die Steuerbelastung beim Kapitalbezug je nach Kanton und persönlicher Situation reduzieren. Es lohnt sich deshalb zu prüfen, ob ein Anbieter die Führung mehrerer 3a-Konten beziehungsweise Portfolios ermöglicht.

Sollte ich bei der Säule 3a stärker auf Performance oder Gebühren achten?

Beides ist relevant. Gebühren reduzieren die Rendite, tiefe Gebühren allein garantieren jedoch kein besseres Anlageergebnis. Sinnvoll ist ein Vergleich der langfristigen Performance nach Kosten unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos.

Was ist besser: Säule-3a-Konto oder Wertschriftenlösung?

Bei einem klassischen Säule-3a-Konto wird das Vorsorgeguthaben verzinst. Die Wertschwankungen sind entsprechend gering. Bei einer Wertschriftenlösung wird das Vorsorgevermögen dagegen beispielsweise in Aktien und Obligationen investiert. Dadurch entstehen kurzfristig höhere Schwankungen, langfristig aber auch höhere Renditechancen. Welche Variante besser geeignet ist, hängt insbesondere vom Anlagehorizont und von der persönlichen Risikofähigkeit ab. Für Personen mit einem langen Anlagehorizont kann eine Wertschriftenlösung deshalb interessant sein. Je näher der geplante Bezug rückt, desto wichtiger wird die individuelle Beurteilung des Risikos.

Quellen und Methodik

Die Angaben zu Performance und Rankings basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen von Evaluno und der Handelszeitung sowie auf öffentlich verfügbaren Anbieterinformationen.

Datenstand der Performanceangaben: 30. Juni 2026.

Die verschiedenen Rankings und Anbieter unterscheiden sich hinsichtlich Methodik, Anlagestrategie, Aktienquote und Risiko. Ranglisten und Performancezahlen sind deshalb nicht ohne Weiteres direkt miteinander vergleichbar.

Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen.

Disclaimer: Unsere Fachbeiträge sollen wichtige Finanzthemen verständlich und zugänglich machen. Dabei setzen wir auf eine unabhängige und objektive Aufbereitung der Inhalte. Trotz sorgfältiger Recherche und regelmässiger Aktualisierung können wir jedoch keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen übernehmen.