Tiefe Gebühren bei der Säule 3a sind nett. Netto-Resultate sind wichtiger.
Beim Vergleich von Säule-3a-Lösungen läuft es oft so: Gebühren sortieren, günstigsten Anbieter wählen, fertig.
Verständlich. Aber etwas kurz gedacht.
Denn 0,39 Prozent Gebühren sind nur dann besser als 0,49 Prozent, wenn die Anlagelösung dahinter mindestens gleich gut funktioniert. Entscheidend ist nicht, wer auf dem Gebührenblatt gewinnt, sondern wie viel Vorsorgevermögen nach Kosten entsteht.
Tiefe Gebühren sind gut. Eine gute Nettoperformance ist besser.
Das heisst nicht, dass teurere 3a-Lösungen automatisch besser performen. Natürlich nicht. Es bedeutet nur, dass ein sinnvoller Vergleich mehr braucht als die zweite Nachkommastelle.
Performance, Kosten und Risiko gehören zusammen.
Schauen wir uns an, warum.
Kurz zusammengefasst
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Tiefe Gebühren sind bei der Säule 3a ein Vorteil. Entscheidend ist aber, wie sich das Vorsorgevermögen nach Kosten entwickelt.
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Die historische Nettoperformance zeigt, was Anlegerinnen und Anleger nach Kosten tatsächlich erzielt haben. Sie garantiert keine zukünftige Rendite.
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Performance ist nur sinnvoll vergleichbar, wenn Aktienquote, Risiko, Zeitraum und Anlagestrategie ausreichend ähnlich sind.
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Auch passive 3a-Lösungen können sich unterscheiden. Etwa bei Asset Allocation, Anlageinstrumenten, Rebalancing, Währungsmanagement und steuerlicher Umsetzung.
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Die günstigste Säule 3a ist deshalb nicht automatisch die beste. Der Anbieter mit der höchsten historischen Performance übrigens auch nicht.
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Ein sinnvoller Vergleich betrachtet Performance + Kosten + Risiko gemeinsam.
Sie haben die günstigste Säule 3a der Schweiz gefunden?
Gratulation.
Jetzt müssen Sie nur noch herausfinden, ob sie auch gut ist.
Denn Gebühren lassen sich wunderbar vergleichen. 0,39 Prozent sind weniger als 0,44 Prozent. Kein Finanzstudium nötig.
Entsprechend prominent stehen Kosten in fast jedem Vergleich von 3a-Anbietern.
Das ist grundsätzlich richtig. Gebühren reduzieren die Rendite. Über 20 oder 30 Jahre können selbst kleine Unterschiede ins Gewicht fallen.
Nur ist eine tiefe Gebühr noch kein Anlageergebnis.
Denn bei der Pensionierung zählt nicht, wie wenig Sie für Ihre Säule 3a bezahlt haben.
Es zählt, wie viel Vermögen vorhanden ist.
Gebühren sind wichtig. Nettoperformance ist wichtiger.
Nehmen wir zwei 3a-Lösungen.
Beide verfolgen eine vergleichbare Strategie und haben eine ähnliche Aktienquote.
Anbieter A ist 0,2 Prozentpunkte günstiger als Anbieter B.
Erzielen beide vor Kosten exakt dieselbe Rendite, ist A die bessere Lösung.
Logisch.
Die tiefere Gebühr bleibt als höhere Nettorendite im Vorsorgevermögen.
Erzielt B jedoch über denselben Zeitraum eine um mehr als 0,2 Prozentpunkte höhere Bruttorendite, kann sich das Ergebnis drehen.
Dann war A günstiger.
Aber nicht zwingend besser.
Das bedeutet nicht, dass höhere Gebühren höhere Renditen bringen.
Tun sie nicht.
Es bedeutet lediglich, dass die Gebühr nur eine Seite der Rechnung ist.
Die andere heisst Performance.
Und was für Anlegerinnen und Anleger am Ende zählt, ist die Kombination daraus.
Die Nettoperformance.
Kleine Renditeunterschiede werden über 30 Jahre ziemlich gross
Bei der Säule 3a ist das besonders relevant, weil der Anlagehorizont häufig Jahrzehnte beträgt.
Nehmen wir als vereinfachtes Beispiel eine jährliche Einzahlung von 7'373 Franken während 30 Jahren.
Bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr entsteht ein deutlich anderes Endvermögen als bei 6 Prozent.
Ein Prozentpunkt klingt nicht nach einer Revolution.
Über 30 Jahre hat der Zinseszinseffekt allerdings genügend Zeit, anderer Meinung zu sein.
Genau deshalb sollte man beim Vergleich von 3a-Lösungen nicht um jeden Basispunkt bei den Gebühren kämpfen und gleichzeitig grössere Unterschiede bei der tatsächlichen Anlage ignorieren.
Kosten wirken langfristig.
Performance ebenfalls.
Nur in die angenehmere Richtung.
Warum unterscheiden sich 3a-Lösungen überhaupt?
Auf den ersten Blick sehen sich viele digitale Säule-3a-Lösungen ziemlich ähnlich.
App öffnen.
Aktienquote wählen.
Geld einzahlen.
Fertig.
Unter der Oberfläche können die Unterschiede grösser sein.
Wie hoch ist die effektive Aktienquote? Welche Märkte werden abgedeckt? Welche Fonds oder anderen Anlageinstrumente werden verwendet? Wie wird die Schweiz gewichtet? Werden Fremdwährungsrisiken abgesichert? Wie funktioniert das Rebalancing? Wie hoch ist die Cashquote? Wie steuereffizient ist die Umsetzung?
Auch bei passiven beziehungsweise indexierten Strategien werden solche Entscheidungen getroffen.
Passiv bedeutet nicht entscheidungsfrei.
Es bedeutet primär, dass nicht laufend versucht wird, aufgrund kurzfristiger Marktprognosen einzelne Titel auszuwählen.
Welche Anlagestrategie gewählt und wie sie umgesetzt wird, kann deshalb auch bei ähnlichen Produktkosten zu unterschiedlichen Resultaten führen.
Performance vergleichen. Aber bitte fair.
Jetzt könnte man einfach den 3a-Anbieter mit der höchsten historischen Performance wählen.
Bitte nicht.
Das wäre derselbe Fehler in die andere Richtung.
Eine Lösung mit 100 Prozent Aktien hatte in einem starken Aktienmarkt andere Voraussetzungen als eine Lösung mit 60 Prozent Aktien.
Mehr Rendite kann schlicht bedeuten, dass mehr Risiko eingegangen wurde.
Auch unterschiedliche Regionen, Währungen oder Anlagekonzepte können das Resultat beeinflussen.
Ein vernünftiger Performancevergleich sollte deshalb möglichst dieselbe Sportart vergleichen.
Ähnliche Aktienquote.
Vergleichbares Risiko.
Gleicher Zeitraum.
Ähnliche strategische Ausgangslage.
Erst dann wird der Vergleich aussagekräftiger.
Wer einen aktuellen Überblick über verschiedene Schweizer Lösungen sucht, findet ihn in unserem Vergleich der Säule-3a-Anbieter.
Was sagt historische Performance überhaupt aus?
Sie sagt, was passiert ist.
Nicht, was passieren wird.
Das klingt banal, ist aber beim Vergleich von 3a-Lösungen entscheidend.
Ein längerer Track Record kann zeigen, wie sich eine Strategie unter unterschiedlichen Marktbedingungen tatsächlich entwickelt hat. Er kann auch sichtbar machen, welche Auswirkungen Asset Allocation, Produktauswahl, Kosten und Umsetzung bisher hatten.
Was er nicht kann, ist zukünftige Rendite garantieren.
Auch fünf Jahre gute Performance beweisen nicht, dass ein Anbieter in den nächsten fünf Jahren wieder vorne liegen wird.
Umgekehrt sollte historische Performance deshalb aber auch nicht einfach ignoriert werden.
Sie ist eine relevante Information.
Nur eben keine Kristallkugel.
Und was ist mit der TER?
Bei Fonds und ETF wird häufig die Total Expense Ratio verglichen.
Zu Recht.
Die TER zeigt einen wichtigen Teil der laufenden Produktkosten. Was genau darin enthalten ist, erklären wir in unserem Blog «Was bedeutet TER?».
Für den Vergleich kompletter 3a-Lösungen reicht die TER allein allerdings nicht.
Je nach Anbieter können zusätzlich Verwaltungs-, Depot-, Transaktions- oder Fremdwährungskosten anfallen.
Wer Kosten vergleicht, sollte deshalb möglichst die gesamten Kosten betrachten.
Und danach die Nettoperformance.
Ein Fonds mit einer TER von 0,10 Prozent ist nicht automatisch besser als einer mit 0,20 Prozent.
Er ist zuerst einmal günstiger.
Ob das gesamte Portfolio besser ist, ist eine andere Frage.
Die Aktienquote macht einen grossen Unterschied
Eine der wichtigsten Grössen beim Vergleich von Säule-3a-Lösungen ist die Aktienquote.
Aktien bieten langfristig höhere Renditechancen als risikoärmere Anlagen. Gleichzeitig schwanken sie stärker und können zwischenzeitlich deutlich an Wert verlieren.
Deshalb sollte nicht einfach die Lösung mit der höchsten Aktienquote gewählt werden.
Entscheidend sind Anlagehorizont, Risikofähigkeit, Risikobereitschaft und der geplante Bezugszeitpunkt.
Wer noch 30 Jahre bis zur Pensionierung hat, kann starke Schwankungen möglicherweise besser verkraften als jemand, der das Geld in drei Jahren beziehen möchte.
Eine sehr hohe Aktienquote kann deshalb sinnvoll sein.
Aber nicht für alle.
Mehr dazu finden Sie in unserem Blog «100 Prozent Aktien: Wann ist eine hohe Aktienquote sinnvoll?».
Was sollte ich bei einem 3a-Anbieter also vergleichen?
Nicht nur eine Zahl.
Schauen Sie zuerst, ob die Anlagestrategie zu Ihnen passt.
Vergleichen Sie danach die Aktienquote und das eingegangene Risiko.
Prüfen Sie die Gesamtkosten und nicht nur die prominent beworbene Verwaltungsgebühr.
Schauen Sie sich die historische Nettoperformance über einen ausreichend langen Zeitraum an.
Und achten Sie darauf, ob Sie tatsächlich vergleichbare Strategien gegenüberstellen.
Auch Transparenz und Unabhängigkeit können relevant sein.
Welche Produkte werden eingesetzt? Wie wird rebalanciert? Welche Kosten fallen tatsächlich an? Verdient der Anbieter zusätzlich an bestimmten Fonds oder Anlageprodukten?
Ein guter Vergleich sollte solche Fragen beantworten.
Nicht nur die zweite Nachkommastelle bei der Gebühr.
Wie macht es Descartes?
Bei der Descartes Säule 3a können Anlegerinnen und Anleger zwischen unterschiedlichen Anlagemodellen und Aktienquoten wählen.
Dabei setzen wir auf einen systematischen Anlageprozess, Diversifikation und kosteneffiziente Anlageinstrumente.
Unsere Gebühren weisen wir transparent aus. Die aktuellen Konditionen finden Sie auf unserer Gebührenseite.
Und wir zeigen auch unsere Performance.
Denn wer über Gebühren spricht, sollte das Resultat nicht verstecken.
Wichtig bleibt aber auch bei uns: Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Renditen.
Fazit
Tiefe Gebühren sind gut.
Sehr gut sogar.
Bei zwei ansonsten identischen Säule-3a-Lösungen würden wir ebenfalls die günstigere nehmen.
Nur sind zwei 3a-Lösungen selten identisch.
Sie unterscheiden sich bei Aktienquote, Asset Allocation, Anlageinstrumenten, Risikomanagement, Rebalancing und Umsetzung.
Deshalb reicht die Frage «Wer ist am günstigsten?» nicht.
Und «Wer hatte die höchste Performance?» reicht ebenfalls nicht.
Die bessere Frage lautet:
Welche Nettoperformance wurde mit welchem Risiko und zu welchen Kosten erzielt?
Oder noch kürzer:
Performance + Kosten + Risiko.
Denn am Ende geht es bei der Säule 3a nicht darum, den Gebührenvergleich zu gewinnen.
Sondern Vermögen für die Pensionierung aufzubauen.
Häufige Fragen
Was ist bei der Säule 3a wichtiger, Gebühren oder Performance?
Beides ist relevant. Gebühren reduzieren die Rendite direkt. Für das langfristige Vorsorgevermögen ist jedoch entscheidend, welche Nettoperformance nach Kosten erzielt wird und welches Risiko dafür eingegangen wurde.
Ist die günstigste Säule 3a die beste?
Nicht automatisch. Bei ansonsten identischen Lösungen sind tiefere Kosten ein Vorteil. 3a-Anbieter können sich jedoch bei Aktienquote, Asset Allocation, Produktauswahl, Rebalancing und weiteren Faktoren unterscheiden.
Wie vergleiche ich die Performance verschiedener 3a-Anbieter?
Vergleichen Sie möglichst Strategien mit ähnlicher Aktienquote und vergleichbarem Risiko über denselben Zeitraum. Eine höhere Performance aufgrund einer deutlich höheren Aktienquote ist kein fairer Vergleich.
Wie wichtig ist historische Performance?
Historische Performance zeigt, wie sich eine Strategie in der Vergangenheit tatsächlich entwickelt hat. Ein längerer Track Record kann deshalb wertvolle Informationen liefern. Vergangene Performance ist jedoch keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Warum unterscheiden sich passive 3a-Lösungen in der Performance?
Auch passive oder indexierte Lösungen können sich bei Aktienquote, Asset Allocation, verwendeten Anlageinstrumenten, Rebalancing, Währungsmanagement, Cashquote und steuerlicher Umsetzung unterscheiden.
Sollte ich bei der Säule 3a 100 Prozent Aktien wählen?
Eine sehr hohe Aktienquote kann bei langem Anlagehorizont und entsprechender Risikofähigkeit sinnvoll sein. Sie führt jedoch zu stärkeren Schwankungen. Entscheidend ist deshalb nicht die maximal mögliche Aktienquote, sondern diejenige, die zur persönlichen Situation passt.
Was ist der Unterschied zum Blog über gutes Asset Management?
Dieser Blog beschäftigt sich spezifisch mit dem Vergleich von Säule-3a-Lösungen anhand von Performance, Kosten und Risiko. Unser Blog «Gutes Asset Management: Was eine Anlagelösung leisten sollte» behandelt dagegen die allgemeinere Frage, wie ein gutes Portfolio aufgebaut und langfristig geführt werden sollte.
Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer-, Rechts- oder Vorsorgeberatung dar. Anlagen in Wertschriften sind mit Risiken verbunden. Kurse können schwanken und Verluste sind möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen und stellen keine Renditeprognose dar. Welche Säule-3a-Anlagestrategie geeignet ist, hängt unter anderem von Ihrer persönlichen finanziellen Situation, Ihrem Anlagehorizont sowie Ihrer Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.