Was bedeutet TER und welche Kosten stecken dahinter?

«Total» klingt nach allem. Bei der Total Expense Ratio lohnt sich trotzdem ein zweiter Blick. Die TER zeigt, wie hoch bestimmte laufende Kosten eines Fonds im Verhältnis zu seinem durchschnittlichen Nettovermögen sind. Sie ist eine wichtige Vergleichszahl, aber noch nicht die ganze Rechnung für Ihre Anlage.

Kurz zusammengefasst

  • TER steht für Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote.

  • Sie umfasst insbesondere die Verwaltung und den laufenden Betrieb eines Fonds.

  • Die erfassten Kosten werden dem Fondsvermögen belastet und mindern den Anteilswert. Eine separate TER-Rechnung erhalten Sie normalerweise nicht.

  • Handelskosten im Fonds und persönliche Depot- oder Beratungsgebühren sind grundsätzlich zusätzlich zu prüfen.

  • Vergleichen Sie dieselbe Anteilsklasse und Kostenbasis. Eine niedrige TER allein macht noch keine gute Anlage.

So wird die TER berechnet

Vereinfacht teilt man die für die TER berücksichtigten jährlichen Kosten durch das durchschnittliche Nettofondsvermögen. Das Ergebnis wird als Prozentsatz angegeben.

Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen. Bei 50'000 Franken an berücksichtigten Jahreskosten und einem durchschnittlichen Nettofondsvermögen von 10'000'000 Franken beträgt die TER 0,5 Prozent. Für eine Anlage mit einem durchschnittlichen Wert von 10'000 Franken entspricht das näherungsweise 50 Franken pro Jahr.

Der tatsächliche Betrag hängt unter anderem vom investierten Wert und der Haltedauer ab. Die Kosten werden im Fonds laufend berücksichtigt und wirken sich auf den Nettoinventarwert aus. Keine Rechnung im Briefkasten bedeutet also nicht, dass keine Kosten entstehen.

Was enthalten ist und was Sie zusätzlich prüfen sollten

Zur TER gehören typischerweise die Vergütung der Fondsverwaltung, die Depotbankkosten auf Fondsebene sowie Aufwendungen für Administration und Revision. Die Depotbank des Fonds ist dabei nicht mit Ihrem persönlichen Wertschriftendepot zu verwechseln.

Kostenposition

In der TER enthalten?

Worauf achten?

Verwaltung und laufender Fondsbetrieb

In der Regel ja

Die genaue Kostenabgrenzung steht in den Fondsunterlagen.

Depotbank des Fonds

In der Regel ja

Davon getrennt sind Ihre eigenen Depotgebühren.

Käufe und Verkäufe innerhalb des Fonds

Üblicherweise nein

Auch diese Transaktionskosten belasten die Fondsrendite.

Performance Fee

Abhängig von der ausgewiesenen Kennzahl

Prüfen, ob die TER inklusive oder exklusive Erfolgsvergütung angegeben ist.

Ausgabe- und Rücknahmekommissionen

Üblicherweise nein

Die Bedingungen beim Kauf und Verkauf prüfen.

Persönliche Depot-, Handels- und Vermögensverwaltungsgebühren

Nein

Diese Kosten gehören zur gesamten Anlagelösung.

Gerade bei Performance Fees ist die Fussnote wichtig. Es gibt TER-Angaben mit und ohne erfolgsabhängige Vergütung. Ein Fondsprospekt mit beiden TER-Ausweisen zeigt diesen Unterschied konkret. Das Beispiel dient der Erklärung, nicht als Produktempfehlung.

Wo Sie die richtige Kennzahl finden

Prüfen Sie das aktuelle Factsheet sowie den Jahres- oder Halbjahresbericht für die konkrete Anteilsklasse. Verschiedene Anteilsklassen desselben Fonds können unterschiedliche Kosten haben. Auch der Bezugszeitraum und eine allfällige Hochrechnung verdienen Aufmerksamkeit.

Das Basisinformationsblatt ergänzt die Prüfung. Setzen Sie dort ausgewiesene laufende Kosten oder Gesamtkosten nicht ungeprüft mit der TER gleich. Die Angaben können andere Kostenpositionen, Schätzungen und Berechnungsmethoden verwenden. Ein gleicher Prozentwert bedeutet nicht automatisch die gleiche Leistung.

Tiefe Kosten helfen. Die Strategie muss trotzdem passen.

Bei gleicher Bruttorendite und sonst gleichen Bedingungen bleibt mit geringeren Kosten mehr übrig. Daraus folgt aber nicht, dass ein Fonds mit tieferer TER zwingend besser abschneidet als jeder teurere Fonds. Anlagen, Risiken und Umsetzung können sich unterscheiden.

Vergleichen Sie deshalb möglichst ähnliche Strategien und fragen Sie nach sämtlichen Kosten. Unser Blog über die Kosten der Vermögensverwaltung erklärt, weshalb Produkt-, Depot- und Verwaltungsgebühren gemeinsam betrachtet werden sollten.

Auch bei Descartes sind Fonds- und Dienstleistungskosten zu unterscheiden. Die TER der eingesetzten Fonds kommt zu den ausgewiesenen Verwaltungs- und Depotgebühren hinzu und ist bereits im Fondsvermögen berücksichtigt. Die aktuellen Konditionen und Einzelheiten finden Sie auf unserer Gebührenseite.

Häufige Fragen zur TER

Wird die TER einmal im Jahr vom Konto abgebucht?

Normalerweise nicht. Die erfassten Kosten werden dem Fondsvermögen belastet. Sie tragen sie indirekt über den Wert Ihrer Fondsanteile.

Muss ich die TER von der ausgewiesenen Rendite abziehen?

Bei einer auf dem Nettoinventarwert basierenden Fondsperformance sind die im Fonds belasteten Kosten bereits berücksichtigt. Ziehen Sie sie nicht nochmals ab. Persönliche Depot- oder Verwaltungsgebühren können dagegen noch fehlen. Prüfen Sie die Erläuterungen zur Renditeangabe.

Ist die TER jedes Jahr gleich?

Nicht zwingend. Tatsächliche Aufwendungen, Fondsvolumen und allfällige Erfolgsvergütungen können sich verändern. Eine historische TER ist keine Preisgarantie für die Zukunft.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt weder eine individuelle Anlageberatung noch eine verbindliche Offerte oder Kaufempfehlung dar. Kostenkennzahlen und deren Abgrenzung können je nach Fonds, Anteilsklasse und Dokument variieren. Massgeblich sind die aktuellen Produkt- und Vertragsunterlagen. Das Rechenbeispiel ist vereinfacht und keine Renditeprognose. Tiefere Kosten garantieren keine positive Wertentwicklung; Anlagen können an Wert verlieren. Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse. Prüfen Sie die Eignung, Kosten und Risiken einer Anlage anhand Ihrer persönlichen Verhältnisse und ziehen Sie bei Bedarf qualifizierte Fachpersonen bei. Trotz sorgfältiger Bearbeitung übernimmt Descartes keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität und schliesst die Haftung im gesetzlich zulässigen Umfang aus.