Budgetplan Schweiz: Wie lassen sich 5'000 Franken im Monat sinnvoll einteilen?
Der erste richtige Lohn fĂĽhlt sich gut an. 5'000 Franken netto im Monat erst recht.
Dann kommen Miete, Krankenkasse, Lebensmittel, ÖV, Steuern, Ferien und die eine oder andere Ausgabe, die im Budget irgendwie nie vorgesehen war. Und plötzlich stellt sich eine erstaunlich einfache Frage: Wo ist das Geld geblieben?
Ein Budgetplan soll nicht jeden Kaffee rechtfertigen müssen. Er soll zeigen, wie viel Geld für Fixkosten benötigt wird, wie viel für Sparziele zur Verfügung steht und was ohne schlechtes Gewissen ausgegeben werden kann.
Nehmen wir als Beispiel ein monatliches Nettoeinkommen von 5'000 Franken.
Kurz zusammengefasst
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Ein Budget sollte zu den tatsächlichen Lebenshaltungskosten passen und nicht zu einer starren Prozentregel.
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Wohnen und Krankenkasse gehören in der Schweiz meist zu den grössten Fixkosten.
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Ein Notgroschen sollte vor allem unerwartete Ausgaben auffangen und schnell verfĂĽgbar sein.
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Die Säule 3a kann steuerlich attraktiv sein, sollte aber nicht auf Kosten der kurzfristigen Liquidität maximal gefüllt werden.
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Geld, das langfristig nicht benötigt wird, kann je nach Risikofähigkeit und Anlagehorizont investiert werden.
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Ein gutes Budget enthält auch Geld für Freizeit. Ein Plan, den niemand durchhalten möchte, ist kein besonders guter Plan.
Beispiel fĂĽr ein Budget mit 5'000 Franken Nettoeinkommen
So könnte ein monatliches Budget aussehen:
|
Kategorie |
Anteil |
Betrag |
|---|---|---|
|
Wohnen und Nebenkosten |
30% |
1'500 Franken |
|
Krankenkasse |
10% |
500 Franken |
|
Lebensmittel und Haushalt |
12% |
600 Franken |
|
Mobilität |
8% |
400 Franken |
|
Sparen, Vorsorge und Investieren |
20% |
1'000 Franken |
|
Freizeit und Lifestyle |
12% |
600 Franken |
|
Versicherungen und unregelmässige Ausgaben |
5% |
250 Franken |
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Puffer |
3% |
150 Franken |
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Total |
100% |
5'000 Franken |
Das ist keine allgemeingĂĽltige Empfehlung.
Wer in Zürich allein wohnt, hat möglicherweise höhere Wohnkosten. Wer in einer WG lebt und kein Auto besitzt, kann deutlich darunter liegen. Auch Krankenkassenprämien, Mobilitätskosten und Steuern unterscheiden sich je nach Wohnort und persönlicher Situation.
Der Nutzen der Tabelle liegt deshalb nicht in den einzelnen Prozentzahlen. Sie zeigt vielmehr, welche Aufgaben das Einkommen erfĂĽllen muss.
Wer lieber mit einer einfachen Faustregel startet, findet sie in unserem Blog zur 50/30/20-Regel.
Wohnen: meist der grösste Posten
Miete und Nebenkosten beanspruchen häufig einen erheblichen Teil des monatlichen Budgets.
Eine Grenze von 30 Prozent des Nettoeinkommens kann als Orientierung dienen, ist aber keine Naturkonstante. Gerade in Städten wie Zürich oder Genf lässt sie sich nicht immer einhalten.
Ist die Miete höher, muss das Budget an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Dabei lohnt es sich, die gesamten Wohnkosten zu betrachten. Zur Miete können beispielsweise Strom, Internet, Serafe, Hausratversicherung oder ein Parkplatz hinzukommen.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht: «Liegt meine Miete unter 30 Prozent?»
Sondern: Wie viel bleibt mir nach allen Fixkosten fĂĽr meine ĂĽbrigen Ziele?
Krankenkasse: nicht nur die Prämie einplanen
Die obligatorische Krankenversicherung gehört in der Schweiz zu den wichtigsten Fixkosten.
Neben der monatlichen Prämie sollten aber auch Franchise und Selbstbehalt berücksichtigt werden.
Eine hohe Franchise kann die laufende Prämie reduzieren, erhöht jedoch den Betrag, den man im Krankheitsfall selbst tragen muss. Sie ist deshalb nicht automatisch die günstigste Lösung für jede Person.
Gesundheitskosten gehören entsprechend auch in die Planung des Notgroschens.
Notgroschen: zuerst finanzielle Bewegungsfreiheit schaffen
Eine unerwartete Zahnarztrechnung, eine Autoreparatur oder ein Stellenwechsel kommen selten zum idealen Zeitpunkt.
Deshalb gehört eine liquide Reserve zu einem soliden Budget.
Als Orientierung werden häufig drei bis sechs Monatsausgaben genannt. Entscheidend ist aber nicht eine bestimmte Zahl.
Wer sehr stabile Einnahmen und geringe Fixkosten hat, benötigt möglicherweise weniger Reserve. Wer allein für einen Haushalt verantwortlich ist, hohe Fixkosten hat oder mit schwankendem Einkommen arbeitet, möchte möglicherweise mehr Sicherheit.
Wichtig ist vor allem: Der Notgroschen sollte rasch verfügbar sein und nicht von Börsenkursen abhängen.
Wer die Reserve erst durch den Verkauf von Aktien beschaffen muss, hat möglicherweise genau dann ein Problem, wenn die Märkte gerade gefallen sind.
Säule 3a: sinnvoll, aber nicht um jeden Preis maximieren
Wer in der Schweiz erwerbstätig ist, kann mit der Säule 3a für das Alter vorsorgen und Einzahlungen im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen vom steuerbaren Einkommen abziehen.
Für Angestellte mit Pensionskassenanschluss beträgt der maximale ordentliche Beitrag 2027 7'373 Franken.
Das entspricht rund 614 Franken pro Monat, wenn der Betrag gleichmässig über das Jahr verteilt wird.
Muss deshalb jede und jeder zwingend 605 Franken monatlich einzahlen?
Nein.
Wer beispielsweise teure Konsumschulden hat oder noch keine ausreichende Liquiditätsreserve aufgebaut hat, sollte diese Faktoren ebenfalls berücksichtigen. Geld in der Säule 3a ist grundsätzlich langfristig gebunden und kann nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen vorzeitig bezogen werden.
Die steuerliche Attraktivität ist wichtig. Die persönliche Liquidität ist es ebenfalls.
Wie hoch der aktuelle Maximalbetrag der Säule 3a ist und für wen welche Grenze gilt, erklären wir separat.
Schulden: hohe Zinsen verdienen besondere Aufmerksamkeit
Nicht jede Schuld ist gleich.
Eine Hypothek mit vergleichsweise tiefem Zinssatz unterscheidet sich fundamental von Kreditkartenschulden oder einem teuren Konsumkredit.
Bei hoch verzinsten Schulden kann die Rückzahlung wirtschaftlich sinnvoller sein als gleichzeitig zusätzliches Geld anzulegen.
Denn während eine mögliche Anlagerendite unsicher ist, sind die eingesparten Schuldzinsen bekannt.
Deshalb sollte ein Budget nicht nur Sparziele, sondern auch einen realistischen Tilgungsplan enthalten.
Sparen und Investieren: zuerst den Zeithorizont klären
Nicht jedes gesparte Geld gehört an die Börse.
Geld für die nächste Steuerrechnung, eine geplante Weiterbildung oder eine grössere Anschaffung in naher Zukunft sollte nicht denselben Risiken ausgesetzt werden wie Vermögen, das erst in 20 oder 30 Jahren benötigt wird.
FĂĽr langfristige Ziele kann Investieren dagegen sinnvoll sein.
Je länger der Anlagehorizont, desto eher können kurzfristige Marktschwankungen getragen werden. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Risikofähigkeit, den Zielen und dem Zeithorizont ab.
Wer regelmässig investieren möchte, kann beispielsweise einen Sparplan verwenden.
Für freies, langfristig verfügbares Vermögen bietet Descartes Invest unterschiedliche Anlagelösungen.
Mobilität: das Auto kostet mehr als Benzin
Beim Vergleich zwischen Auto und öffentlichem Verkehr wird häufig nur der offensichtliche Preis betrachtet.
Bei einem Auto gehören jedoch auch Versicherung, Verkehrsabgaben, Parkplatz, Wartung, Reparaturen und Wertverlust zu den Kosten.
Beim öffentlichen Verkehr können Halbtax, GA oder regionale Abonnemente günstiger sein. Welche Variante besser passt, hängt vom Wohnort und vom tatsächlichen Mobilitätsbedarf ab.
Für das Budget zählt deshalb nicht, welche Variante theoretisch günstiger ist, sondern was die eigene Mobilität tatsächlich pro Monat kostet.
Freizeit gehört ins Budget
Ein Budget, das nur aus Miete, Krankenkasse und Sparen besteht, sieht auf Excel hervorragend aus.
Im wirklichen Leben meistens weniger.
Restaurantbesuche, Ferien, Sport, Konzerte und Shopping sind keine Rechenfehler. Wer dafĂĽr bewusst einen Betrag einplant, weiss, was zur VerfĂĽgung steht.
Das kann sogar helfen, Ausgaben entspannter zu geniessen: Das Geld ist bereits dafĂĽr vorgesehen.
Problematisch wird Konsum weniger durch einen einzelnen Restaurantbesuch als durch viele Ausgaben, die nie im Budget auftauchen.
Wie man solche Prioritäten auch gegenüber Freunden offen anspricht, zeigt unser Blog zum Loud Budgeting.
Vergessen Sie die unregelmässigen Ausgaben nicht
Ein häufiger Budgetfehler besteht darin, nur monatliche Rechnungen zu berücksichtigen.
Viele Kosten kommen aber nur ein- oder zweimal pro Jahr:
- Versicherungsprämien
- Steuern
- Ferien
- Zahnarzt
- Reparaturen
- Geschenke
- Weiterbildungen
- Vereins- oder Fitnessabonnemente
Eine einfache Lösung besteht darin, die erwarteten Jahreskosten durch zwölf zu teilen und jeden Monat den entsprechenden Betrag zurückzulegen.
So wird aus einer Rechnung von 1'200 Franken eine planbare monatliche Ausgabe von 100 Franken.
So erstellen Sie Ihren eigenen Budgetplan
Ein gutes Budget beginnt nicht mit einer perfekten Prozentverteilung, sondern mit den tatsächlichen Zahlen.
Erstens erfassen Sie Ihr monatliches Nettoeinkommen.
Zweitens notieren Sie alle Fixkosten.
Drittens rechnen Sie unregelmässige Jahresausgaben auf einen monatlichen Betrag herunter.
Viertens definieren Sie Ihre finanziellen Prioritäten: Notgroschen, Schuldenabbau, Säule 3a, andere Sparziele und langfristige Anlagen.
Und erst danach bestimmen Sie, wie viel fĂĽr Freizeit und flexible Ausgaben zur VerfĂĽgung steht.
Nach einigen Monaten können Sie den Plan mit der Realität vergleichen und anpassen.
Ein Budget ist kein Vertrag mit Ihrem früheren Ich. Es darf sich verändern.
Häufige Fragen zum Budget in der Schweiz
Wie viel sollte ich monatlich sparen?
Es gibt keine Sparquote, die für alle richtig ist. Entscheidend sind Einkommen, Fixkosten, Schulden, finanzielle Ziele und Lebenssituation. 20 Prozent können für manche Haushalte gut funktionieren und für andere unrealistisch oder unnötig hoch sein.
Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?
Als Orientierung können drei bis sechs Monatsausgaben dienen. Je nach Arbeitsplatzsicherheit, Fixkosten, familiären Verpflichtungen und Versicherungsdeckung kann eine kleinere oder grössere Reserve sinnvoll sein.
Sollte ich zuerst den Notgroschen oder die Säule 3a aufbauen?
Das hängt von der finanziellen Ausgangslage ab. Eine ausreichende Liquiditätsreserve verhindert, dass unerwartete Ausgaben über teure Kredite finanziert oder langfristige Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden müssen. Gleichzeitig kann die Säule 3a steuerliche Vorteile bieten. Beides sollte deshalb im Gesamtbudget betrachtet werden.
Soll ich Schulden zurĂĽckzahlen oder investieren?
Bei hoch verzinsten Konsum- und Kreditkartenschulden spricht häufig viel für eine prioritäre Rückzahlung. Bei günstigeren langfristigen Finanzierungen ist die Entscheidung differenzierter und hängt von Zins, Risiko, Liquidität und persönlichen Zielen ab.
Sind 5'000 Franken netto ein gutes Einkommen fĂĽr dieses Budget?
Die 5'000 Franken dienen lediglich als Rechenbeispiel. Ob das Einkommen für die eigenen Lebenshaltungskosten ausreicht, hängt insbesondere von Wohnort, Haushalt, Miete, Mobilität und persönlichen Verpflichtungen ab. Die Struktur lässt sich auf andere Einkommen übertragen.
Fazit
Ein gutes Budget sagt nicht, wie viel Sie fĂĽr Kaffee ausgeben dĂĽrfen.
Es sorgt dafĂĽr, dass kurzfristige Rechnungen, finanzielle Sicherheit und langfristige Ziele nicht miteinander konkurrieren mĂĽssen.
Bei 5'000 Franken Nettoeinkommen könnte beispielsweise ein Teil für Wohnen und Fixkosten, ein Teil für den Alltag, ein Teil für Freizeit und ein Teil für Notgroschen, Vorsorge oder langfristige Anlagen reserviert werden.
Die genaue Aufteilung ist individuell.
Entscheidend ist, dass Sie wissen, wohin Ihr Geld fliesst und warum.
Disclaimer: Die Informationen in diesem Blog dienen ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Das dargestellte Budget mit einem Nettoeinkommen von 5'000 Franken ist ein vereinfachtes Beispiel und keine Empfehlung für eine bestimmte Aufteilung des Einkommens. Tatsächliche Lebenshaltungskosten, Krankenkassenprämien, Steuern und geeignete Sparquoten unterscheiden sich je nach Wohnort und persönlicher Situation. Anlagen sind mit Risiken verbunden und können zu Verlusten führen.