US-Staatsanleihen. Fünf Typen, die Sie kennen sollten

Wer US-Staatsanleihen kauft, leiht dem amerikanischen Staat Geld. Das klingt übersichtlich. Doch zwischen einem kurzfristigen Treasury Bill und einer dreissigjährigen Anleihe liegen nicht nur viele Kalenderblätter. Auch Zinszahlungen, Kursschwankungen und Inflationsschutz unterscheiden sich.

Für Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz kommt eine weitere Frage hinzu. Was bleibt von der Rendite übrig, wenn man sie in Franken rechnet?

Kurz zusammengefasst

  • T-Bills sind kurzfristige Schuldtitel ohne laufende Zinszahlungen.

  • T-Notes und T-Bonds zahlen feste Zinsen. Sie unterscheiden sich durch ihre Laufzeiten.

  • TIPS berücksichtigen die US-Inflation, Floating Rate Notes haben variable Zinsen.

  • Auch US-Staatsanleihen können an Wert verlieren. Für Schweizer Portfolios ist zusätzlich der Dollarkurs entscheidend.

Die fünf Typen im Vergleich

Das US-Finanzministerium unterscheidet fünf Haupttypen handelbarer Staatsanleihen. Neben Laufzeiten und Zahlungsrhythmus zählt vor allem, ob die Verzinsung fest, variabel oder mit einem Inflationsausgleich verbunden ist. Die offizielle Übersicht von TreasuryDirect beschreibt diese Einteilung.

Typ

Laufzeit bei Ausgabe

Verzinsung und Auszahlung

Besonderheit

Treasury Bills, T-Bills

4 bis 52 Wochen

Keine laufenden Zinszahlungen

Üblicherweise Kauf unter dem Nennwert

Treasury Notes, T-Notes

2, 3, 5, 7 oder 10 Jahre

Fester Zinssatz, halbjährliche Zahlung

Mittlere Laufzeiten

Treasury Bonds, T-Bonds

20 oder 30 Jahre

Fester Zinssatz, halbjährliche Zahlung

Lange Laufzeiten

Treasury Inflation-Protected Securities, TIPS

5, 10 oder 30 Jahre

Fester Zinssatz auf inflationsbereinigtes Kapital, halbjährliche Zahlung

Anpassung an die US-Inflation

Floating Rate Notes, FRNs

2 Jahre

Variabler Zinssatz, vierteljährliche Zahlung

Orientierung an kurzfristigen US-Zinsen

Die Laufzeit bei Ausgabe ist nicht mit der Restlaufzeit beim Kauf gleichzusetzen. Eine ursprünglich dreissigjährige Anleihe kann beispielsweise nur noch fünf Jahre bis zur Rückzahlung haben.

So funktionieren die einzelnen Typen

T-Bills. Der Ertrag steckt im Preis

T-Bills zahlen keinen laufenden Coupon. Sie werden üblicherweise unter ihrem Nennwert gekauft und bei Fälligkeit zum Nennwert zurückbezahlt.

Ein vereinfachtes Beispiel. Sie bezahlen 980 US-Dollar und erhalten bei Fälligkeit 1'000 US-Dollar. Die Differenz von 20 US-Dollar ist Ihr Ertrag vor Kosten und Steuern. Das ist noch keine annualisierte Rendite. Dafür zählt auch die Haltedauer. Laut TreasuryDirect zu T-Bills ist auch eine Ausgabe zum Nennwert möglich.

T-Notes und T-Bonds. Fester Zins, beweglicher Kurs

Beide Typen zahlen halbjährlich einen festen Zins. T-Notes werden mit Laufzeiten von zwei bis zehn Jahren ausgegeben, T-Bonds mit zwanzig oder dreissig Jahren.

Ein fester Coupon bedeutet allerdings keinen festen Börsenkurs. Steigen die Marktzinsen, verlieren bestehende festverzinsliche Anleihen in der Regel an Wert. Bei vergleichbaren Eigenschaften reagieren längere Restlaufzeiten meist stärker. Länger bedeutet deshalb nicht automatisch besser. Auch eine höhere Rendite ist damit nicht garantiert.

TIPS. Inflationsschutz mit genauer Adresse

Bei TIPS wird das Kapital an die amerikanische Inflation angepasst. Der feste Zinssatz wird auf dieses veränderte Kapital angewendet. Dadurch schwanken die Zinszahlungen.

Gemäss den TIPS-Bedingungen wird bei Fälligkeit mindestens der ursprüngliche Nennwert zurückbezahlt. Das schützt jedoch keinen darüberliegenden Kaufpreis. Zudem betrifft der Inflationsausgleich die USA, nicht die Schweizer Lebenshaltungskosten. Auch TIPS können vor Fälligkeit Kursverluste erleiden.

Floating Rate Notes. Der Zins bleibt beweglich

Bei Floating Rate Notes orientiert sich der variable Zinssatz an dreizehnwöchigen T-Bills zuzüglich eines bei Ausgabe festgelegten Spreads. Die Referenz wird wöchentlich angepasst, die Zinszahlung erfolgt vierteljährlich.

Steigen die kurzfristigen Referenzzinsen, können die Zahlungen zunehmen. Fallen sie, sinken auch die Erträge. Variabel funktioniert in beide Richtungen.

Was für Schweizer Portfolios besonders zählt

US-Staatsanleihen gelten als vergleichsweise bonitätsstark. Daraus folgt keine Garantie für eine positive Anlagerendite. Die amerikanische Börsenaufsicht erläutert auf Investor.gov die wesentlichen Anleiherisiken, darunter Zinsänderungen, Inflation und mögliche Zahlungsausfälle.

Für ein Portfolio in Franken spielt zusätzlich die Währung mit. Ein positiver Ertrag in US-Dollar kann durch einen schwächeren Dollar teilweise oder vollständig aufgezehrt werden. Das betrifft auch kurzfristige T-Bills.

Eine Absicherung kann diesen Einfluss reduzieren, verursacht aber Kosten und ist nicht immer vollständig. Unser Blog über die Währungsabsicherung erklärt die Überlegungen dahinter. Eine attraktive Dollar-Rendite ist jedenfalls noch keine attraktive Franken-Rendite.

Häufige Fragen zu US-Staatsanleihen

Sind US-Staatsanleihen risikofrei?

Nein. Auch bei einem bonitätsstarken Schuldner bleiben Kurs-, Inflations- und Währungsrisiken. Zudem ist ein Zahlungsausfall grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Ist der Coupon dasselbe wie die Rendite?

Nein. Der Coupon beschreibt die Zinszahlung im Verhältnis zum Nennwert. Ihre Rendite hängt zusätzlich vom Kaufpreis, dem Rückzahlungs- oder Verkaufspreis, der Haltedauer und den Kosten ab.

Schützen TIPS vor einem schwächeren Dollar?

Nein. TIPS berücksichtigen die US-Inflation. Wechselkursverluste gegenüber dem Franken werden dadurch nicht ausgeglichen.

Kann ich US-Staatsanleihen vor Fälligkeit verkaufen?

Die hier beschriebenen Titel sind handelbar. Der erzielbare Preis kann jedoch unter dem Kaufpreis liegen. Handelbarkeit ist keine Preisgarantie.

Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und stellt weder eine persönliche Anlage- oder Steuerberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die Eignung einer Anlage hängt von Ihren finanziellen Verhältnissen, Zielen und Ihrem Risikoprofil ab. US-Staatsanleihen unterliegen insbesondere Zins-, Kredit-, Inflations-, Liquiditäts- und Währungsrisiken. Auch inflationsgeschützte oder währungsgesicherte Anlagen können Verluste verursachen. Vergangene Wertentwicklungen erlauben keine verlässlichen Rückschlüsse auf künftige Ergebnisse. Das Zahlenbeispiel ist vereinfacht und berücksichtigt weder Kosten noch Steuern oder Wechselkurse. Prüfen Sie die jeweiligen Produktbedingungen und ziehen Sie bei Bedarf qualifizierte Fachpersonen bei. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernommen. Bedingungen und regulatorische Vorgaben können sich ändern. Die Haftung wird im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen.