Robo-Advisor Vergleich Schweiz 2027: Welcher Anbieter passt zu Ihnen?
Robo-Advisors ermöglichen es, bereits mit kleinen Beträgen automatisiert und breit diversifiziert zu investieren. Doch der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der beste, denn es gibt deutliche Unterschiede bei den Gebühren, der Anlagestrategie, der persönlichen Beratung, der Flexibilität, der Mindestanlage und den zusätzlichen Vorsorgelösungen.
Wer möglichst günstig selbständig investieren möchte, findet beispielsweise bei VIAC, finpension oder findependent interessante Lösungen. Wer digitale Vermögensverwaltung mit persönlicher Beratung kombinieren möchte, sollte Anbieter wie Descartes genauer ansehen. Für Anlegerinnen und Anleger, die maximale Kontrolle über einzelne Investments wünschen, kann dagegen ein Broker die bessere Wahl sein.
In diesem Vergleich zeigen wir, worauf es bei einem Robo-Advisor wirklich ankommt – und welcher Anbietertyp zu welchen Bedürfnissen passt.
Stand: August 2026. Anbieterinformationen und Gebühren können sich ändern.
Die wichtigsten Robo-Advisors der Schweiz im Vergleich
|
Anbieter |
Verwaltungsgebühr p.a. |
Produktkosten p.a. |
Mindestanlage |
Beratung |
Besonders interessant für |
|---|---|---|---|---|---|
|
Descartes |
0,45–0,60% |
0,21–0,25% |
ab CHF 10 |
Persönlich inklusive |
Beratung + digitale Vermögensverwaltung |
|
VIAC Invest |
0,25% |
0,21–0,27% |
ab CHF 1 |
Digital |
Kostenbewusstes Self-Service |
|
finpension Invest |
0,39% |
0,08–0,15% |
ab CHF 1 |
Digital |
Kostenbewusstes digitales Investieren |
|
findependent |
bis 0,40%* |
0,12–0,25% |
ab CHF 500 |
Digital |
Einfaches Self-Service |
|
True Wealth |
0,50%** |
0,12–0,21% |
ab CHF 8'500 |
Digital |
Automatisierte Vermögensverwaltung |
|
Selma Finance |
0,68%*** |
0,22% |
ab CHF 2'000 |
Digital |
Automatisiertes Investieren mit digitaler Begleitung |
* findependent: bis 0,40% Verwaltungsgebühr bei einem Anlagevermögen von CHF 2'000 bis CHF 50'000.
** True Wealth: 0,50% Verwaltungsgebühr bis CHF 500'000 Anlagevermögen.
*** Selma Finance: 0,68% Verwaltungsgebühr bis CHF 50'000 Anlagevermögen.
Kostenhinweis: Die Gebührenmodelle und enthaltenen Leistungen unterscheiden sich und sind deshalb nicht direkt 1:1 vergleichbar. Produktkosten können je nach Anlagestrategie und eingesetzten Anlageprodukten variieren. Angaben gemäss Anbieterinformationen, Stand August 2026.
Kurz gesagt: Es gibt nicht den einen besten Robo-Advisor für alle. Wer primär auf tiefe Kosten achtet, kommt zu einem anderen Ergebnis als jemand, der persönliche Beratung, Vorsorgelösungen oder professionelles Risikomanagement sucht.
Transparenzhinweis: Dieser Vergleich wird von Descartes veröffentlicht. Descartes ist selbst Anbieter digitaler Vermögensverwaltung. Wir legen deshalb die Vergleichskriterien offen und verwenden für Anbieter- und Gebührenangaben nach Möglichkeit öffentlich verfügbare Primärquellen.
Was ist ein Robo-Advisor?
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung. Anlegerinnen und Anleger definieren ihre finanzielle Situation, ihren Anlagehorizont und ihre Risikobereitschaft. Daraus wird eine passende Anlagestrategie abgeleitet und das Portfolio anschliessend weitgehend automatisiert verwaltet.
Der Name ist allerdings etwas irreführend. Im Serverraum sitzt kein kleiner Roboter und handelt hektisch Aktien.
Hinter Robo-Advisors stehen Algorithmen, regelbasierte Prozesse und Anlagekonzepte, die von Finanzexpertinnen und -experten entwickelt werden.
Typischerweise übernimmt ein Robo-Advisor:
-
die Zusammenstellung eines diversifizierten Portfolios,
-
die Investition neuer Einzahlungen,
-
das Rebalancing,
-
die laufende Überwachung der Portfolioaufteilung und
-
je nach Anbieter weitere Dienstleistungen wie Steuerunterlagen, Spar- und Entnahmepläne oder persönliche Beratung.
Mehr dazu in unserem Glossar: Was ist ein Robo-Advisor?.
Für wen eignet sich ein Robo-Advisor?
Ein Robo-Advisor eignet sich vor allem für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig investieren möchten, ohne ihr Portfolio selbst laufend verwalten zu müssen.
Besonders interessant kann eine digitale Vermögensverwaltung sein, wenn Sie regelmässig Geld investieren möchten, Wert auf Diversifikation legen und weder einzelne Aktien auswählen noch Ihr Portfolio selbst rebalancen möchten.
Wer dagegen gerne selbst ETFs auswählt, Börsenorders platziert und die Asset Allocation kontrolliert, benötigt nicht zwingend einen Robo-Advisor.
Wir haben die beiden Ansätze ausführlich verglichen: Robo-Advisor oder selbst anlegen – was passt besser?
Was macht einen guten Robo-Advisor aus?
Beim Vergleich wird häufig zuerst auf die Verwaltungsgebühr geschaut. Verständlich – aber etwas kurz gegriffen.
Sieben Kriterien sind aus unserer Sicht besonders relevant.
1. Gesamtkosten vergleichen
Eine Verwaltungsgebühr von 0,4% klingt zunächst besser als 0,6%. Entscheidend ist aber, was zusätzlich anfällt.
Dazu können gehören:
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Depotgebühren
-
Transaktionskosten
-
Fremdwährungskosten
-
Kosten für Steuerunterlagen
-
Beratungsgebühren
Bei den hier verglichenen Robo-Advisors liegen die ausgewiesenen Verwaltungsgebühren – abhängig von Anbieter, Anlagebetrag und Anlagemodell – zwischen 0,25% und 0,68% pro Jahr. Hinzu kommen in der Regel Produktkosten.
Die Verwaltungsgebühr allein sagt deshalb noch nicht, welcher Robo-Advisor tatsächlich am günstigsten ist. Ebenso wichtig ist, welche Leistungen darin enthalten sind und welche weiteren Kosten beim Investieren entstehen.
Bei Descartes Invest beträgt die Verwaltungsgebühr je nach Anlagemodell 0,45 bis 0,60% pro Jahr exkl. MwSt. Für Index beträgt sie 0,60%, für Minimum Risk und Minimum Risk Bitcoin 0,45%. Hinzu kommen Produktkosten von rund 0,21 bis 0,25 % pro Jahr. Persönliche Beratung, Depotführung, Transaktionskosten und Fremdwährungsgebühren sind im Angebot enthalten.
Deshalb sollten Anlegerinnen und Anleger möglichst die Gesamtkosten einer vergleichbaren Strategie und die darin enthaltenen Leistungen betrachten.
Mehr dazu: Gebühren bei Descartes.
Warum selbst kleine Gebührenunterschiede langfristig relevant sind, erklären wir hier: Kleine Gebühren in der Vermögensverwaltung machen viel aus.
2. Anlagestrategie
Zwei Robo-Advisors mit derselben Aktienquote können sehr unterschiedliche Portfolios haben.
Zu prüfen sind beispielsweise:
Indexierung: Wird der Markt möglichst kostengünstig nachgebildet?
Risikomanagement: Wird lediglich nach Marktkapitalisierung investiert oder gibt es zusätzliche systematische Risikomodelle?
Diversifikation: Wie breit ist das Portfolio über Länder, Branchen und Anlageklassen verteilt?
Produkte: Kommen ETFs, Indexfonds, institutionelle Fonds oder eigene Produkte des Anbieters zum Einsatz?
Descartes bietet derzeit drei regelbasierte Modelle: Index, Minimum Risk und Minimum Risk Bitcoin. Die Unterschiede erklären wir ausführlich in Welche Anlagestrategie soll ich wählen?.
3. Performance – aber bitte richtig
Historische Renditen sind interessant. Sie sollten aber nie isoliert verglichen werden.
Ein Portfolio mit 100% Aktien kann naturgemäss eine höhere Rendite erzielen als eines mit 40% Aktien. Das macht den ersten Anbieter nicht automatisch zum besseren Vermögensverwalter.
Sinnvoller ist die Frage: Welche Nettorendite wurde nach Kosten bei welchem Risiko erzielt?
Dazu sollten möglichst vergleichbare Risikoprofile und identische Zeiträume betrachtet werden.
Und selbstverständlich gilt: Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
4. Sparplan und Automatisierung
Ein guter Robo-Advisor sollte regelmässiges Investieren über einen Sparplan möglichst langweilig machen.
Das ist als Kompliment gemeint.
Idealerweise richten Sie einen Dauerauftrag ein, das Geld wird automatisch investiert und das Portfolio bleibt entsprechend der gewählten Strategie ausgerichtet.
Regelmässiges Investieren hat zudem einen psychologischen Vorteil: Statt jeden Monat darüber nachzudenken, ob «jetzt wirklich ein guter Einstiegszeitpunkt» ist, folgt man einem definierten Prozess.
Der langfristige Effekt entsteht dabei nicht durch Magie, sondern vor allem durch regelmässiges Sparen, Rendite und Zinseszins.
Mehr dazu: Zinseszinseffekt beim Geldanlegen.
5. Mindestanlage und Flexibilität
Ein Robo-Advisor sollte zu Ihrem Leben passen – nicht umgekehrt.
Achten Sie deshalb darauf:
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Ab welchem Betrag kann ich starten?
-
Gibt es eine Mindest-Sparrate?
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Kann ich Einzahlungen pausieren?
-
Kann ich Geld jederzeit beziehen?
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Kann ich mehrere Portfolios führen?
-
Kann ich unterschiedliche Anlageziele trennen?
-
Gibt es einen Entnahmeplan?
Gerade mehrere Portfolios können sinnvoll sein: beispielsweise eines für den langfristigen Vermögensaufbau, eines für die Kinder und später ein Portfolio für regelmässige Entnahmen im Ruhestand.
6. Persönliche Beratung
Hier unterscheiden sich digitale Vermögensverwalter erheblich.
Bei reinen Self-Service-Lösungen übernimmt die Software den grössten Teil der Interaktion. Das kann für erfahrene Anleger:innen völlig ausreichend sein.
Komplexer wird es beispielsweise bei Fragen wie diesen:
-
«Soll ich zuerst in die Säule 3a oder frei investieren?»
-
«Wie investiere ich das ausbezahlte Kapital der Pensionskasse?»
-
«Wie viel Risiko kann ich mir vor der Pensionierung noch leisten?»
-
«Soll ich meine Strategie nach einem Börsencrash ändern?»
Dann kann der Zugang zu einer realen Fachperson wertvoll sein.
Bei Descartes ist persönliche Beratung Teil des Angebots. Fragen können per E-Mail, Video oder im persönlichen Gespräch geklärt werden.
7. Unabhängigkeit und Interessenkonflikte
Die Zugehörigkeit zu einer Bank oder Versicherung bedeutet nicht automatisch, dass ein Anbieter schlechte oder teure Produkte verwendet.
Relevant ist vielmehr:
-
Werden eigene Produkte eingesetzt?
-
Gibt es Retrozessionen?
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Welche Depotbank wird verwendet?
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Wie verdient der Anbieter sein Geld?
-
Ist die Produktauswahl eingeschränkt?
-
Werden Interessenkonflikte transparent offengelegt?
Das Geschäftsmodell sollte für Kundinnen und Kunden nachvollziehbar sein.
Welcher Robo-Advisor ist der beste in der Schweiz?
Die bessere Frage lautet: Welcher Robo-Advisor passt am besten zu Ihnen?
VIAC: interessant für kostenbewusstes Self-Service-Investieren
VIAC Invest richtet sich an Anlegerinnen und Anleger, die eine günstige digitale Lösung suchen und ihre Strategie weitgehend selbständig wählen möchten.
Kosten: VIAC Invest erhebt eine Verwaltungsgebühr von 0,25% pro Jahr. Hinzu kommen je nach Anlagestrategie Produktkosten von rund 0,21 bis 0,27% pro Jahr.
Geeignet für: kostenbewusste Anleger:innen, die wenig persönliche Beratung benötigen.
findependent: einfacher Einstieg für Self-Service-Anleger:innen
findependent positioniert sich als unkomplizierte digitale Anlagelösung. Der Einstieg ist vergleichsweise niedrig und der Fokus liegt auf einfacher, selbständiger Vermögensanlage.
Kosten: Bei einem Anlagevermögen zwischen CHF 2'000 und CHF 50'000 beträgt die Verwaltungsgebühr bis zu 0,40% pro Jahr. Hinzu kommen je nach Anlagelösung Produktkosten von rund 0,12 bis 0,25% pro Jahr.
Geeignet für: Anleger:innen, die eine schlanke App-Lösung und weitgehend eigenständiges Investieren suchen.
finpension: digital und kostenorientiert
finpension ist insbesondere aus dem Schweizer Vorsorgemarkt bekannt und bietet mittlerweile auch Lösungen für freies Vermögen.
Kosten: finpension Invest erhebt eine Verwaltungsgebühr von 0,39% pro Jahr. Hinzu kommen je nach Anlagestrategie Produktkosten von rund 0,08 bis 0,15% pro Jahr.
Geeignet für: digital affine und kostenbewusste Anleger:innen, die ihre Anlage weitgehend selbst steuern möchten.
True Wealth: etablierte digitale Vermögensverwaltung
True Wealth gehört zu den etablierten Schweizer Robo-Advisors und bietet eine stark automatisierte Vermögensverwaltung. Die Einstiegsschwelle ist im Vergleich zu mehreren anderen digitalen Lösungen hoch.
Kosten: Bis zu einem Anlagevermögen von CHF 500'000 beträgt die Verwaltungsgebühr 0,50% pro Jahr. Hinzu kommen je nach Portfolio Produktkosten von rund 0,12 bis 0,21% pro Jahr.
Geeignet für: Anleger:innen mit grösserem Startkapital, die eine weitgehend automatisierte Self-Service-Lösung suchen.
Selma Finance: Automatisierung mit digitaler Begleitung
Selma verfolgt einen stark automatisierten Ansatz und legt Wert auf eine einfache digitale Nutzerführung.
Kosten: Bis zu einem Anlagevermögen von CHF 50'000 beträgt die Verwaltungsgebühr 0,68% pro Jahr. Hinzu kommen Produktkosten von rund 0,22% pro Jahr.
Geeignet für: Anleger:innen, die möglichst wenig selbst konfigurieren und ihre Vermögensanlage digital begleiten lassen möchten.
Descartes: digitale Vermögensverwaltung mit persönlicher Beratung
Descartes positioniert sich etwas anders als klassische Self-Service-Robo-Advisors.
Die Vermögensverwaltung ist digital und regelbasiert, gleichzeitig ist persönliche Beratung im Angebot enthalten. Neben freiem Vermögen können auch Säule 3a und Freizügigkeitsvermögen über Descartes angelegt werden.
Anleger:innen können zwischen Index, Minimum Risk und Minimum Risk BTC wählen. Die konkrete Portfolioverwaltung wird anschliessend delegiert. Descartes führt diese drei Modelle auch aktuell für Descartes Invest.
Kosten: Die Verwaltungsgebühr beträgt bei Descartes Invest je nach Anlagemodell 0,45 bis 0,60 % pro Jahr exkl. MwSt.
Für das Index-Modell beträgt sie 0,60%. Bei Minimum Risk und Minimum Risk BTC beträgt sie 0,45%. Hinzu kommen Produktkosten von rund 0,21 bis 0,25% pro Jahr.
Im Unterschied zu einem reinen Preisvergleich sollte dabei berücksichtigt werden, welche Leistungen enthalten sind: Bei Descartes gehören unter anderem persönliche Beratung, Depotführung, Transaktionskosten und Fremdwährungsgebühren zum Angebot.
Geeignet für: Anleger:innen, die ihre Vermögensverwaltung delegieren möchten, aber bei wichtigen finanziellen Entscheidungen weiterhin Zugang zu persönlicher Beratung wünschen.
Das ist gewissermassen Robo-Advisor mit Puls.
Robo-Advisor oder ETF selbst kaufen?
Wer ETFs selbst über einen Broker kauft, kann in vielen Fällen günstiger investieren als über eine Vermögensverwaltung.
Dafür übernimmt man mehr Verantwortung.
|
Selbst investieren |
Robo-Advisor |
|---|---|
|
ETF-Auswahl selbst |
Portfolio wird verwaltet |
|
Rebalancing selbst |
automatisiertes Rebalancing |
|
Orders selbst ausführen |
automatisierte Investition |
|
häufig tiefere Kosten |
Verwaltungsgebühr |
|
maximale Kontrolle |
weniger Aufwand |
|
keine Beratung inklusive |
je nach Anbieter Beratung |
Wer gerne investiert und sich intensiv mit Portfolios beschäftigt, braucht möglicherweise keinen Robo-Advisor.
Wer dagegen sagt: «Ich möchte eine gute Strategie festlegen und mich danach möglichst wenig darum kümmern», gehört eher zur Zielgruppe digitaler Vermögensverwaltung.
Unser ausführlicher Vergleich: Selbst anlegen oder Robo-Advisor?.
Robo-Advisor oder Bank?
Auch hier gibt es keinen automatischen Sieger.
Klassische Banken bieten häufig ein breiteres Dienstleistungsspektrum – vom Zahlungsverkehr über Hypotheken bis zur Vermögensverwaltung. Digitale Vermögensverwalter konzentrieren sich stärker auf den Anlageprozess und können durch Automatisierung schlankere Kostenstrukturen anbieten.
Bei einem Vergleich sollten Sie deshalb nicht nur fragen:
«Was kostet es?»
Sondern auch:
«Was bekomme ich dafür?»
Eine günstige Self-Service-Lösung, eine hybride Vermögensverwaltung mit Beratung und ein klassisches Private-Banking-Mandat sind drei unterschiedliche Dienstleistungen.
Kann ich mehrere Robo-Advisors gleichzeitig nutzen?
Ja. Technisch ist das in der Regel möglich. Ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage.
Mehrere Anbieter können helfen, unterschiedliche Anlageziele zu trennen. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Komplexität, mehrere Steuerunterlagen und möglicherweise eine ungewollte Überlappung der Investments.
Drei Robo-Advisors mit jeweils einem MSCI-World-nahen Portfolio sind beispielsweise nicht automatisch dreimal besser diversifiziert.
Diversifikation entsteht durch unterschiedliche Anlagen – nicht durch unterschiedliche App-Icons.
Wie sicher sind Robo-Advisors in der Schweiz?
Hier sollte zwischen Anlagerisiko, Anbieter und Verwahrung der Vermögenswerte unterschieden werden.
Aktien und Fonds können im Wert schwanken. Dieses Marktrisiko verschwindet auch bei einem Robo-Advisor nicht.
Zusätzlich sollten Anleger:innen prüfen, wer die Vermögensverwaltung erbringt, welche regulatorische Struktur besteht und bei welcher Bank bzw. Depotstelle die Vermögenswerte verwahrt werden.
Ein seriöser Anbieter sollte diese Informationen transparent ausweisen.
Häufige Fragen zu Robo-Advisors in der Schweiz
Was ist der beste Robo-Advisor der Schweiz 2026?
Einen allgemein besten Robo-Advisor gibt es nicht. VIAC, finpension und findependent sind insbesondere für kostenbewusste Self-Service-Anleger:innen interessant. Descartes kombiniert digitale Vermögensverwaltung mit persönlicher Beratung. Entscheidend sind Kosten, Anlagestrategie, Service, Mindestanlage und Ihre persönlichen Bedürfnisse.
Welcher Robo-Advisor ist am günstigsten?
Unter den hier verglichenen Angeboten weist VIAC Invest mit 0,25% eine besonders tiefe Verwaltungsgebühr aus. finpension Invest liegt bei 0,39%, findependent bei bis zu 0,40% im genannten Anlagebereich. Bei Descartes Invest beträgt die Verwaltungsgebühr je nach Anlagemodell 0,45 bis 0,60%.
Ein Vergleich allein anhand der Verwaltungsgebühr greift jedoch zu kurz. Hinzu kommen je nach Anbieter Produktkosten und möglicherweise weitere Kosten. Auch die enthaltenen Leistungen – beispielsweise persönliche Beratung, Depotführung oder Fremdwährungstransaktionen – unterscheiden sich.
Vergleichen Sie deshalb möglichst die Gesamtkosten einer für Sie vergleichbaren Anlagestrategie und die dafür enthaltenen Leistungen.
Lohnt sich ein Robo-Advisor für kleine Beträge?
Das kann sinnvoll sein, wenn der Anbieter keine hohe Mindestanlage oder fixe Mindestgebühren verlangt. Einige Schweizer Anbieter ermöglichen den Einstieg bereits mit sehr kleinen Beträgen.
Ist ein Robo-Advisor besser als ein ETF-Sparplan?
Ein Robo-Advisor kann selbst ETFs oder Indexfonds einsetzen. Der wesentliche Unterschied liegt in der Dienstleistung: Beim Robo-Advisor werden Portfolioaufteilung, Investitionen und Rebalancing weitgehend automatisiert. Beim selbst verwalteten ETF-Sparplan trägt die Anlegerin oder der Anleger diese Verantwortung.
Kann ich mit einem Robo-Advisor monatlich investieren?
Ja. Viele Schweizer Robo-Advisors ermöglichen regelmässige Einzahlungen über einen Sparplan bzw. Dauerauftrag. Die konkrete Ausführung und allfällige Mindestbeträge unterscheiden sich je nach Anbieter.
Kann ich mein Geld jederzeit wieder beziehen?
Bei Anlagen im freien Vermögen ist ein Bezug grundsätzlich möglich, wobei Verkauf und Auszahlung einige Zeit beanspruchen können. Bei gebundenen Vorsorgelösungen wie der Säule 3a gelten dagegen gesetzliche Bezugsvoraussetzungen.
Sind Robo-Advisors sicher?
Robo-Advisors eliminieren das Marktrisiko nicht. Aktien, Obligationen und andere Anlagen können an Wert verlieren. Zusätzlich sollten Anleger:innen regulatorische Struktur, Depotbank, Verwahrung und Kosten des jeweiligen Anbieters prüfen.
Brauche ich persönliche Beratung bei einem Robo-Advisor?
Nicht zwingend. Für einfache langfristige Sparpläne kann eine Self-Service-Lösung ausreichen. Bei grösseren Vermögen, Vorsorgefragen, Pensionierung oder komplexeren finanziellen Entscheidungen kann persönliche Beratung zusätzlichen Nutzen bieten.
Fazit: Der beste Robo-Advisor ist der, der zu Ihrem Anlegerprofil passt
Der Schweizer Robo-Advisor-Markt ist erwachsen geworden. Die Frage lautet deshalb nicht mehr, ob digitales Investieren funktioniert, sondern welches Modell zu Ihnen passt.
Wer möglichst günstig und selbständig investieren möchte, findet attraktive Self-Service-Angebote. Wer dagegen Portfolioverwaltung delegieren und gleichzeitig Zugang zu persönlicher Beratung haben möchte, sollte hybride Lösungen vergleichen.
Entscheidend sind am Ende fünf Dinge: Kosten, Strategie, Risiko, Service – und ob Sie nachts ruhig schlafen können.
Denn ein theoretisch perfektes Portfolio bringt wenig, wenn man es beim ersten Börsengewitter über Bord wirft.
Disclaimer: Dieser Vergleich wird von Descartes veröffentlicht. Descartes ist selbst Anbieter digitaler Vermögensverwaltung und hat damit ein wirtschaftliches Interesse am Thema. Wir bemühen uns um eine sachliche und nachvollziehbare Darstellung und legen unsere Kriterien offen. Angaben zu Drittanbietern basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und können sich jederzeit ändern. Dieser Beitrag stellt keine individuelle Anlageberatung dar. Anlagen sind mit Risiken verbunden; vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.