5 Marktindikatoren, die Anlegerinnen und Anleger kennen sollten
Finanzmärkte produzieren jeden Tag eine beeindruckende Menge an Daten. Kurse steigen, Volatilität nimmt zu, Konjunkturerwartungen ändern sich und die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger schwankt zwischen Zuversicht und Panik.
Marktindikatoren helfen, daraus ein etwas klareres Bild zu machen. Sie zeigen beispielsweise, wie sich ein Aktienmarkt entwickelt, wie teuer Aktien im historischen Vergleich erscheinen oder wie nervös die Marktteilnehmer gerade sind.
Was sie nicht können: zuverlässig sagen, was morgen passiert.
Marktindikatoren sind ein Thermometer. Keine Kristallkugel.
Kurz zusammengefasst
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Börsenindizes zeigen, wie sich bestimmte Aktienmärkte oder Marktsegmente entwickeln.
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Konjunkturindikatoren geben Hinweise auf Wachstum, Inflation und wirtschaftliche Aktivität.
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Bewertungskennzahlen wie der Buffett-Indikator setzen Aktienbewertungen in einen grösseren Zusammenhang.
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Sentiment-Indikatoren wie der Fear & Greed Index oder der VIX messen unterschiedliche Aspekte der Marktstimmung und Unsicherheit.
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Technische Indikatoren analysieren vergangene Kurs- und Volumendaten.
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Kein einzelner Marktindikator eignet sich zuverlässig für Market Timing.
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Für langfristiges Investieren sind Anlagestrategie, Diversifikation und Anlagehorizont meist wichtiger als das nächste Marktsignal.
1. Börsenindizes: Wie entwickelt sich der Markt?
Börsenindizes gehören zu den bekanntesten Marktindikatoren. Der S&P 500 bildet beispielsweise die Entwicklung grosser börsenkotierter US-Unternehmen ab, während der Swiss Performance Index einen breiten Teil des Schweizer Aktienmarktes umfasst.
Ein Index macht komplexe Märkte vergleichbar und zeigt, wie sich ein bestimmtes Marktsegment entwickelt.
Allerdings ist Index nicht gleich Markt.
Je nach Konstruktion können wenige grosse Unternehmen einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung eines Index haben. Ein steigender Leitindex bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche Aktien ebenfalls steigen.
Wer einen Index betrachtet, sollte also auch wissen, was darin steckt und wie er gewichtet wird.
2. Konjunkturindikatoren: Wie geht es der Wirtschaft?
Finanzmärkte und Realwirtschaft sind eng miteinander verbunden – aber nicht identisch.
Zu den wichtigsten Konjunkturindikatoren gehören das Bruttoinlandsprodukt, die Inflation, Arbeitsmarktdaten und Einkaufsmanagerindizes.
Sie geben Hinweise darauf, ob eine Volkswirtschaft wächst, Preise steigen oder Unternehmen optimistischer beziehungsweise vorsichtiger werden.
Für Anlegerinnen und Anleger sind solche Daten relevant, weil sie Erwartungen zu Unternehmensgewinnen, Zinsen und Geldpolitik beeinflussen können.
Der Haken: Die Börse handelt Erwartungen.
Wenn schlechte Wirtschaftsdaten bereits erwartet wurden, können Aktienkurse trotz schwacher Zahlen steigen. Umgekehrt können gute Zahlen zu fallenden Kursen führen, wenn der Markt noch bessere erwartet hatte.
An der Börse zählt nicht nur die Nachricht. Sondern auch, was vorher schon eingepreist war.
3. Bewertungsindikatoren: Ist der Aktienmarkt teuer?
Eine bekannte Bewertungskennzahl ist der Buffett-Indikator. Er setzt den Gesamtwert eines Aktienmarktes ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung eines Landes.
Ein hoher Wert kann darauf hindeuten, dass Aktien im Verhältnis zur Wirtschaft teuer bewertet sind. Ein tieferer Wert kann für eine günstigere Bewertung sprechen.
Solche Kennzahlen sind interessant, wenn man langfristige Bewertungen einordnen möchte.
Für kurzfristiges Market Timing sind sie deutlich weniger geeignet.
Ein Markt, der teuer erscheint, kann noch jahrelang teurer werden. Und ein günstig bewerteter Markt muss nicht morgen steigen.
Bewertung sagt etwas über den Preis.
Nicht über den Termin der nächsten Kursbewegung.
4. Sentiment-Indikatoren: Wie nervös oder euphorisch ist der Markt?
Finanzmärkte bestehen nicht nur aus Zahlen. Sie bestehen auch aus Menschen.
Und Menschen bringen FOMO, Verlustaversion, Herdentrieb und gelegentlich eine bemerkenswerte Portion Übermut mit.
Sentiment-Indikatoren versuchen, diese Marktstimmung messbar zu machen.
Der Fear & Greed Index bündelt verschiedene Marktdaten und versucht abzubilden, ob an den US-Aktienmärkten momentan eher Angst oder Gier dominiert.
Der VIX misst dagegen die vom Optionsmarkt erwartete kurzfristige Schwankungsintensität des S&P 500. Er wird deshalb häufig als «Angstbarometer» bezeichnet.
Auch die Put/Call-Ratio oder Anlegerumfragen können Hinweise darauf geben, wie defensiv oder optimistisch Marktteilnehmer positioniert sind.
Solche Indikatoren gehören zur Behavioral Finance: Sie helfen, das Verhalten der Marktteilnehmer einzuordnen.
Aber extreme Angst bedeutet nicht automatisch, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Und extreme Euphorie ist kein zuverlässiger Countdown zum nächsten Börsencrash.
Stimmung beschreibt die Gegenwart. Sie kennt die Zukunft nicht.
5. Technische Indikatoren: Was erzählen vergangene Kurse?
Technische Indikatoren analysieren historische Kurs- und Volumendaten. Dazu gehören gleitende Durchschnitte, Momentum-Indikatoren oder der Relative Strength Index.
Sie sollen Trends, überkaufte oder überverkaufte Märkte und mögliche Wendepunkte sichtbar machen.
Für Trader können solche Informationen Bestandteil eines systematischen Handelsansatzes sein.
Langfristige Anlegerinnen und Anleger sollten daraus allerdings keine falsche Präzision ableiten.
Ein technisches Signal kann zeigen, was mit Kursen passiert ist.
Ob der Markt morgen steigt oder fällt, weiss auch der schönste Chart nicht.
Kann man mit Marktindikatoren den richtigen Einstiegszeitpunkt finden?
Das ist die verlockende Frage.
Und die schwierige Antwort lautet: nicht zuverlässig.
Im Rückblick erscheinen Wendepunkte oft offensichtlich. Vorher sind sie es selten.
Wer auf den perfekten Moment wartet, muss zudem zweimal richtig liegen: beim Ausstieg und beim Wiedereinstieg. Genau deshalb ist Market Timing langfristig so anspruchsvoll.
Für Anlegerinnen und Anleger mit einem langen Anlagehorizont ist eine andere Frage meist wichtiger:
Passt meine Anlagestrategie noch zu meinen Zielen, meiner Risikofähigkeit und meinem Anlagehorizont?
Eine breit diversifizierte Strategie muss nicht wissen, welcher Marktindikator nächste Woche nach oben oder unten zeigt.
Sie muss langfristig funktionieren.
Fazit: Beobachten ja. Hinterherlaufen nein.
Marktindikatoren können helfen, Finanzmärkte besser zu verstehen.
Börsenindizes zeigen die Marktentwicklung. Konjunkturdaten beschreiben das wirtschaftliche Umfeld. Bewertungskennzahlen liefern Kontext zu Preisen. Sentiment-Indikatoren messen Stimmung und technische Indikatoren analysieren Kursmuster.
Jeder davon beleuchtet einen anderen Teil des Marktes.
Keiner kennt dessen Zukunft.
Wer langfristig Vermögen aufbaut, sollte Marktindikatoren deshalb als Informationsquelle verstehen – nicht als Aufforderung, bei jedem neuen Signal die Anlagestrategie umzubauen.
Der Markt sendet jeden Tag neue Signale. Ihr Anlagehorizont sollte etwas ruhiger sein.
Häufige Fragen zu Marktindikatoren
Was ist ein Marktindikator?
Ein Marktindikator ist eine Kennzahl oder Datenreihe, die Informationen über Finanzmärkte, Bewertungen, Konjunktur, Volatilität oder Anlegerstimmung liefert. Marktindikatoren helfen, das aktuelle Marktumfeld einzuordnen.
Welche Marktindikatoren sind besonders wichtig?
Das hängt von der Fragestellung ab. Häufig beobachtet werden Börsenindizes, Inflations- und Konjunkturdaten, Bewertungskennzahlen, Volatilitätsindikatoren wie der VIX sowie Sentiment- und technische Indikatoren.
Ist der VIX dasselbe wie der Fear & Greed Index?
Nein. Der VIX basiert auf Optionspreisen und misst die erwartete kurzfristige Volatilität des S&P 500. Der Fear & Greed Index kombiniert mehrere unterschiedliche Marktindikatoren, um die aktuelle Anlegerstimmung einzuordnen.
Können Marktindikatoren einen Börsencrash vorhersagen?
Nicht zuverlässig. Einzelne Indikatoren können auf hohe Bewertungen, zunehmende Volatilität oder extreme Stimmung hinweisen. Daraus lässt sich jedoch weder Zeitpunkt noch Ausmass einer zukünftigen Marktkorrektur sicher ableiten.
Eignen sich Marktindikatoren für Market Timing?
Sie können zusätzliche Informationen liefern, ermöglichen aber kein verlässliches Market Timing. Für langfristige Anlegerinnen und Anleger sind eine passende Anlagestrategie, Diversifikation, Kosten und Anlagehorizont in der Regel entscheidender.
Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt weder eine Anlage-, Rechts- noch Steuerberatung dar. Marktindikatoren und historische Daten erlauben keine zuverlässigen Prognosen zukünftiger Marktentwicklungen. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Wertschriftenanlagen sind mit Risiken verbunden und können an Wert verlieren.