An der Börse investieren. Sieben Schritte für den Einstieg

Ein Anlagekonto ist schnell eröffnet. Doch was gehört ins Portfolio? Wie viel Risiko passt zu Ihnen? Und müssen Sie jetzt jeden Morgen die Börsenkurse verfolgen? Zum Glück nicht. Ein durchdachter Einstieg beginnt mit Ihrer finanziellen Situation. Die nächste heisse Aktie kann warten.

Kurz zusammengefasst

  • Legen Sie Ihr Anlageziel fest und halten Sie eine Reserve für unerwartete Ausgaben bereit.
  • Stimmen Sie Ihre Anlagen auf Ihren Zeithorizont und Ihr persönliches Risikoprofil ab.
  • Verteilen Sie Risiken und vergleichen Sie die gesamten Kosten.
  • Investieren Sie mit einem Plan und überprüfen Sie ihn regelmässig. Schlagzeilen sind keine Strategie.

Erst das Ziel, dann das Portfolio

Wofür legen Sie Geld an? Für die Pensionierung, einen späteren Immobilienkauf oder den langfristigen Vermögensaufbau? Das Ziel bestimmt mit, wann Sie das Geld brauchen und welche Schwankungen Sie sich leisten können.

Ihr Anlagehorizont ist dabei entscheidend. Geld für bald anstehende Ausgaben gehört nicht in stark schwankende Anlagen. Halten Sie zudem eine liquide Reserve für Unvorhergesehenes bereit. Eine kaputte Waschmaschine sollte keinen Aktienverkauf erzwingen.

Verstehen, was Sie kaufen

Sie müssen keine Geschäftsberichte zum Frühstück lesen. Die Grundlagen Ihrer Anlagen sollten Sie trotzdem kennen.

Mit Aktien beteiligen Sie sich an Unternehmen. Anleihen sind Schuldpapiere, mit denen Sie beispielsweise einem Unternehmen oder einem Staat Geld leihen. Fonds bündeln verschiedene Anlagen.

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds und keine eigene Anlageklasse. Er kann etwa Aktien oder Anleihen enthalten. Viele ETFs bilden einen Index ab, andere werden aktiv verwaltet. Entscheidend ist, was drinsteckt. Ein Fonds mit zwanzig ähnlichen Technologietiteln erfüllt eine andere Aufgabe als ein weltweit breit gestreuter Aktienfonds.

Das eigene Risiko ehrlich einschätzen

Zwei Fragen gehören zusammen. Welche Verluste können Sie finanziell verkraften? Und welche Schwankungen halten Sie persönlich aus?

Die Risikofähigkeit betrifft Ihre finanzielle Situation. Die Risikobereitschaft beschreibt Ihren Umgang mit Unsicherheit. Wer bei jedem Kursrückgang schlecht schläft, braucht möglicherweise eine andere Aufteilung als jemand, der gelassen bleibt. Gelassenheit allein ersetzt allerdings keine finanziellen Reserven.

Auch Aktien grosser, bekannter Unternehmen können stark fallen. Ein vertrautes Logo ist keine Kapitalgarantie.

Risiken verteilen

Eine einzelne Aktie kann sich hervorragend entwickeln. Sie kann aber auch dauerhaft an Wert verlieren. Mit Diversifikation verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Unternehmen, Branchen, Regionen und gegebenenfalls Anlageklassen.

Dabei zählt die Zusammensetzung des gesamten Portfolios. Mehrere Fonds können dieselben grossen Unternehmen enthalten. Drei ETFs sind deshalb nicht automatisch dreimal besser diversifiziert.

Breite Streuung reduziert Konzentrationsrisiken. Vor allgemeinen Marktrückgängen schützt sie nicht vollständig.

Die gesamte Kostenrechnung anschauen

Verwaltungsgebühren sind nur ein Teil der Rechnung. Je nach Angebot kommen Fondskosten, Handelsgebühren, Währungsumrechnung und weitere Kosten hinzu.

Vergleichen Sie deshalb Angebote auf derselben Grundlage. Bei einem unveränderten Anlagebetrag von 10'000 Franken entsprechen jährliche Kosten von einem Prozent 100 Franken. Bei 0,5 Prozent sind es 50 Franken. Über längere Zeit fehlt das bezahlte Geld zusätzlich beim weiteren Vermögensaufbau.

Welche Positionen Sie berücksichtigen sollten, erklärt unser Blog über die Kosten der Vermögensverwaltung.

Regelmässigkeit vor perfektes Timing stellen

Den besten Kaufzeitpunkt erkennen Sie zuverlässig erst im Rückblick. Regelmässige Einzahlungen können helfen, den Vermögensaufbau zur Gewohnheit zu machen und Einstiegszeitpunkte zu verteilen. Sie garantieren weder Gewinne noch eine bessere Rendite als eine einmalige Anlage.

Wer Erträge wieder anlegt, kann zudem vom Zinseszinseffekt profitieren. Voraussetzung sind entsprechende Erträge und genügend Zeit. Die Börse liefert diese Entwicklung allerdings nicht als glatte Kurve.

Überprüfen, ohne ständig umzubauen

Kontrollieren Sie regelmässig, ob Ihr Portfolio noch zu Ihren Zielen passt. Ein jährlicher Blick ist sinnvoll, ebenso eine Überprüfung nach grösseren Veränderungen bei Einkommen, Familie oder geplanten Ausgaben.

Kursbewegungen können auch die ursprüngliche Aufteilung verschieben. Dann kann eine Anpassung angebracht sein. Jede Schlagzeile mit einem Kauf oder Verkauf zu beantworten, ist dagegen selten ein tragfähiger Plan. Eine Push-Nachricht kennt Ihre Lebensplanung nicht.

Häufige Fragen zum Börseneinstieg

Wie viel Geld brauche ich zum Investieren?

Das hängt vom Angebot und dessen Mindestbeträgen ab. Wichtiger als ein möglichst grosser Startbetrag sind eine ausreichende Reserve und tragbare Kosten. Fixe Handelsgebühren können bei kleinen Beträgen besonders stark ins Gewicht fallen.

Sind ETFs für Einsteiger geeignet?

Breit gestreute ETFs können einen einfachen Zugang zu vielen Anlagen ermöglichen. Ihre Eignung hängt aber vom Inhalt, den Risiken, den Kosten und Ihrem Anlageziel ab. Die Bezeichnung ETF ist kein Gütesiegel für Sicherheit.

Was sollte ich bei fallenden Kursen tun?

Prüfen Sie, ob sich Ihre finanzielle Situation oder Ihre Anlageziele verändert haben. Ein Kursrückgang allein beantwortet die Frage nach Kaufen, Halten oder Verkaufen nicht. Entscheidend sind Ihre Strategie und die Risiken der konkreten Anlagen.

Wie lange sollte ich investiert bleiben?

Dafür gibt es keine pauschal richtige Zahl. Je stärker eine Anlage schwankt, desto wichtiger ist ein ausreichend langer Horizont. Auch eine lange Anlagedauer garantiert jedoch keinen Gewinn.

Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt weder eine persönliche Anlageberatung noch eine Empfehlung oder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Ob eine Anlage geeignet ist, hängt insbesondere von Ihrer finanziellen Situation, Ihren Zielen und Ihrem Risikoprofil ab. Anlagen unterliegen Wertschwankungen und können zu Verlusten bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Auch Diversifikation und ein langer Anlagehorizont bieten keine Gewinn- oder Kapitalgarantie. Vergangene Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf künftige Ergebnisse zu. Kosten und Steuern können die Rendite schmälern. Zahlenbeispiele dienen nur der Veranschaulichung und sind keine Prognosen. Trotz sorgfältiger Erstellung wird keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen.