Round-up Investing: Wie aus Kleingeld Vermögen werden kann
Früher landete das Rückgeld im Sparsäuli. Heute kann der gleiche Mechanismus digital funktionieren.
Beim Round-up Investing wird ein Einkauf automatisch auf einen bestimmten Betrag aufgerundet. Bezahlen Sie beispielsweise 3,60 Franken, werden 4 Franken verbucht. Die Differenz von 40 Rappen wird gespart oder investiert.
40 Rappen verändern Ihr finanzielles Leben eher nicht.
40 Rappen immer wieder über viele Jahre sind eine andere Geschichte.
Denn beim langfristigen Vermögensaufbau zählt nicht nur, wie viel Sie investieren.
Sondern auch, wie früh, wie regelmässig und wie lange.
Kurz zusammengefasst
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Beim Round-up Investing werden Zahlungen automatisch aufgerundet und die Differenz gespart oder investiert.
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Der grosse Vorteil liegt weniger in einzelnen Rappenbeträgen als in der Automatisierung und Regelmässigkeit.
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Wer kleine Beträge langfristig investiert, kann vom Zinseszinseffekt profitieren.
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Ein Sparplan verfolgt eine ähnliche Idee, arbeitet aber mit einem festen regelmässigen Betrag.
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Kleine Beträge beseitigen das Anlagerisiko nicht. Entscheidend bleiben Anlagehorizont, Diversifikation, Kosten und die gewählte Strategie.
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Round-up Investing ist kein Trick, um schnell reich zu werden. Es ist eine Methode, um regelmässiges Investieren möglichst langweilig zu machen. Das ist durchaus ein Kompliment.
Was ist Round-up Investing?
Das Prinzip ist denkbar einfach.
Bei jeder Zahlung wird der Betrag aufgerundet. Die Differenz fliesst automatisch auf ein Spar- oder Anlagekonto.
Aus 7,20 Franken werden beispielsweise 8 Franken.
80 Rappen werden zur Seite gelegt.
Das digitale Round-up ist damit die moderne Version des Münzglases. Früher sammelte man das Rückgeld in der Küche. Heute erledigt Software die Arbeit.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Automatisierung.
Sie müssen nicht jedes Mal entscheiden, ob Sie Geld sparen möchten. Es passiert einfach.
Kleine Beträge sind klein. Regelmässigkeit nicht.
Ein einzelner Franken macht beim Vermögensaufbau kaum einen Unterschied.
Jeden Tag ein Franken über Jahrzehnte schon eher.
Der Swiss Payment Monitor 2024 der Universität St.Gallen und der ZHAW zeigt, wie häufig in der Schweiz bezahlt wird. In der Erhebung vom Mai 2024 wurden durchschnittlich 1,6 Transaktionen pro Person und Tag erfasst, wenn Zahlungen im In- und Ausland berücksichtigt werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass bei jeder Zahlung automatisch ein Franken investiert wird. Die tatsächliche Round-up-Summe hängt vom Aufrundungsmechanismus und vom individuellen Zahlungsverhalten ab.
Nehmen wir deshalb einfach ein Rechenbeispiel.
Angenommen, Sie investieren durchschnittlich 1 Franken pro Tag. Das entspricht rund 365 Franken pro Jahr.
Bei einer angenommenen Nettorendite von 6 Prozent pro Jahr und einem Anlagezeitraum von 25 Jahren könnten daraus rechnerisch rund 21'000 Franken werden.
Davon stammen rund 9'125 Franken aus den Einzahlungen.
Der Rest entsteht in diesem vereinfachten Beispiel durch die Wertentwicklung und den Zinseszinseffekt.
Wichtig ist das Wort angenommen.
Sechs Prozent sind keine versprochene Rendite. Kapitalmärkte entwickeln sich nicht jedes Jahr gleich, Renditen können tiefer oder negativ ausfallen und Verluste sind möglich.
Das Beispiel zeigt deshalb keine Prognose.
Es zeigt, was Zeit mit kleinen Beträgen machen kann.
Warum Automatisierung beim Sparen hilft
Menschen sind erstaunlich gut darin, grosse finanzielle Pläne für nächsten Monat zu machen. Nächsten Monat leider auch.
Automatisiertes Sparen reduziert diese Entscheidung auf ein Minimum. Das Geld wird regelmässig zur Seite gelegt, ohne dass jedes Mal eine neue Entscheidung nötig ist.
Ein klassischer Fondssparplan funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Statt wechselnder Round-up-Beträge wird beispielsweise jeden Monat ein fixer Betrag investiert.
Für den langfristigen Vermögensaufbau kann das sogar übersichtlicher sein. Einkommen kommt meist monatlich. Ein Dauerauftrag ebenfalls.
Round-up Investing und Sparpläne schliessen sich deshalb nicht aus.
Das eine kann den Einstieg erleichtern. Das andere bringt Struktur hinein.
Und was passiert mit dem investierten Geld?
Hier endet der einfache Teil.
Denn regelmässig investieren ist noch keine Anlagestrategie.
Entscheidend ist, worin das Geld investiert wird.
Ein breit diversifiziertes Portfolio verteilt das Vermögen auf verschiedene Anlagen, Unternehmen oder Märkte. Dadurch lassen sich einzelne Risiken reduzieren, auch wenn Verluste natürlich weiterhin möglich sind.
Wie viel Risiko sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Anlagehorizont, von der finanziellen Situation und der persönlichen Risikobereitschaft ab.
Auch die Kosten spielen eine Rolle. Bei kleinen Anlagebeträgen sind fixe Transaktionskosten besonders relevant. Wer regelmässig Kleinstbeträge investiert, sollte deshalb prüfen, ob Gebühren einen unverhältnismässig grossen Teil der Einzahlung auffressen.
Kleingeld soll schliesslich investiert werden.
Nicht in Gebühren.
Round-up Investing oder Sparplan?
Round-up Investing hat einen psychologischen Vorteil: Sparen passiert nebenbei.
Ein Sparplan hat einen planerischen Vorteil: Der Betrag ist klar definiert.
Wer jeden Monat 200 Franken investieren möchte, muss dafür nicht erst genügend Kaffee kaufen, damit das Aufrunden funktioniert.
Für einen systematischen Vermögensaufbau ist ein automatisierter Sparplan deshalb oft die direktere Lösung. Round-ups können zusätzlich helfen oder einen unkomplizierten Einstieg schaffen.
Bei Descartes Invest können regelmässige Einzahlungen beispielsweise über einen Dauerauftrag automatisiert und in ein professionell verwaltetes Portfolio investiert werden.
Der Mechanismus ist weniger verspielt als das digitale Sparschwein.
Dafür weiss man ziemlich genau, wie viel jeden Monat investiert wird.
Weitere Möglichkeiten, mit kleinen Beträgen zu beginnen, vom wöchentlichen Sparbetrag bis zur Bonuszahlung, zeigt unser Blog zum Micro Investing.
Lohnt sich Round-up Investing?
Round-up Investing löst kein mathematisches Geheimnis.
Es nutzt ein Verhaltensprinzip.
Kleine Beträge fallen im Alltag weniger auf. Werden sie automatisch und regelmässig investiert, entsteht daraus eine Gewohnheit. Bleibt das Geld anschliessend lange investiert, kann zusätzlich der Zinseszinseffekt wirken.
Der eigentliche Vorteil liegt deshalb nicht in den 20, 50 oder 80 Rappen einer einzelnen Zahlung.
Er liegt darin, überhaupt anzufangen und dranzubleiben.
Denn beim Vermögensaufbau müssen die ersten Schritte nicht gross sein.
Sie müssen vor allem stattfinden.
Häufige Fragen zu Round-up Investing
Was bedeutet Round-up Investing?
Beim Round-up Investing werden Zahlungen automatisch aufgerundet. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem aufgerundeten Betrag wird gespart oder investiert. Aus einem Einkauf von 4,30 Franken könnten beispielsweise 5 Franken werden. Die verbleibenden 70 Rappen fliessen in die Spar- oder Anlagelösung.
Kann man mit Round-up Investing wirklich Vermögen aufbauen?
Ja, regelmässig investierte Kleinbeträge können sich über einen langen Zeitraum summieren. Wie viel Vermögen daraus entsteht, hängt jedoch von den Einzahlungen, dem Anlagehorizont, der Rendite, den Kosten und der gewählten Anlage ab. Eine bestimmte Rendite ist nicht garantiert.
Was ist besser, Round-up Investing oder ein Sparplan?
Das hängt vom Ziel ab. Round-up Investing automatisiert kleine, variable Beträge aus dem täglichen Konsum. Bei einem Sparplan wird dagegen regelmässig ein definierter Betrag investiert. Für einen planbaren langfristigen Vermögensaufbau kann ein fixer Sparplan einfacher zu steuern sein.
Wie viel kann aus 1 Franken pro Tag werden?
Wer 25 Jahre lang durchschnittlich 1 Franken pro Tag investiert, zahlt insgesamt rund 9'125 Franken ein. Bei einer rein angenommenen Nettorendite von 6 Prozent pro Jahr könnten daraus rechnerisch rund 21'000 Franken werden. Das ist ein Rechenbeispiel und keine Renditeprognose.
Welche Risiken hat Round-up Investing?
Das Aufrunden selbst verursacht kein Anlagerisiko. Das Risiko entsteht durch die Anlagen, in die das Geld investiert wird. Aktien, Fonds und andere Wertschriften können an Wert verlieren. Eine breite Diversifikation kann einzelne Risiken reduzieren, aber Verluste nicht ausschliessen.
Kann ich bei Descartes regelmässig kleine Beträge investieren?
Ja. Mit Descartes Invest können Einzahlungen automatisiert werden. Descartes investiert freie Vermögen ab 10 Franken. Damit lassen sich auch kleinere regelmässige Sparbeträge in ein verwaltetes Portfolio investieren.
Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Anlagen sind mit Risiken verbunden. Der Wert von Anlagen kann sowohl steigen als auch fallen. Vergangene Wertentwicklungen und Rechenbeispiele sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.