Day Trading: Lohnt sich tägliches Trading wirklich?

Day Trading klingt bestechend einfach: günstig kaufen, wenige Minuten oder Stunden warten, teurer verkaufen. Repeat.

Social Media macht den Rest. Screenshots mit hohen Tagesgewinnen, Charts mit perfekten Einstiegszeitpunkten und Trader, die scheinbar vom Laptop aus ein kleines Vermögen verdienen, vermitteln den Eindruck, dass Börsenerfolg vor allem eine Frage des richtigen Timings ist.

Die Realität ist weniger glamourös. Kurzfristige Kursbewegungen sind schwer vorhersehbar, häufiges Handeln verursacht Kosten und unter Zeitdruck treffen Menschen nicht immer die rationalsten Entscheidungen. Das bedeutet nicht, dass niemand mit Day Trading Geld verdienen kann. Es bedeutet aber, dass dauerhaft profitables Trading deutlich schwieriger ist, als es auf den ersten Blick erscheint.

Für Anleger:innen stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Will ich kurzfristige Kursbewegungen handeln – oder langfristig Vermögen aufbauen?

Das sind zwei sehr unterschiedliche Disziplinen.

Kurz zusammengefasst

  • Day Trading bedeutet, Finanzinstrumente innerhalb eines Handelstages zu kaufen und wieder zu verkaufen, um kurzfristige Kursbewegungen auszunutzen.

  • Dauerhaft profitables Day Trading ist schwierig. Untersuchungen zeigen, dass nur ein kleiner Teil privater Day Trader über längere Zeit konsistent Gewinne erzielt.

  • Häufiges Handeln verursacht Kosten. Courtagen, Spreads, Fremdwährungs- oder Finanzierungskosten können die Rendite belasten.

  • Day Trading verlangt Zeit und Disziplin. Märkte müssen laufend beobachtet und Entscheidungen häufig unter Zeitdruck getroffen werden.

  • Langfristiges Investieren verfolgt einen anderen Ansatz: Statt kurzfristige Kursbewegungen vorherzusagen, setzt es auf Diversifikation, Zeit und eine definierte Anlagestrategie.

  • Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein breit diversifizierter und regelbasierter Ansatz für die meisten Anleger:innen robuster.

Was ist Day Trading?

Day Trading bezeichnet den Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten innerhalb desselben Handelstages. Trader versuchen dabei, kurzfristige Preisbewegungen von Aktien, ETFs, Währungen, Kryptowährungen oder Derivaten auszunutzen. Positionen werden typischerweise nur für wenige Minuten oder Stunden gehalten und häufig noch vor Börsenschluss wieder geschlossen.

Damit unterscheidet sich Day Trading grundlegend vom klassischen Investieren.

Wer langfristig investiert, beschäftigt sich beispielsweise mit der Frage, wie sich Unternehmen, Volkswirtschaften oder ganze Kapitalmärkte über viele Jahre entwickeln könnten. Kurzfristige Schwankungen gehören dabei zum Investieren dazu, bestimmen aber nicht jeden Tag die Strategie.

Beim Day Trading sind genau diese kurzfristigen Schwankungen das Geschäftsmodell. Entscheidend ist nicht primär, ob ein Unternehmen in zehn Jahren erfolgreicher sein wird. Entscheidend ist, ob sich sein Aktienkurs in den nächsten Minuten oder Stunden in die erwartete Richtung bewegt.

Day Trader arbeiten deshalb häufig mit Charts, technischer Analyse, kurzfristigen Kursmustern sowie Stop-Loss- und Take-Profit-Orders. Teilweise kommen auch gehebelte Finanzinstrumente zum Einsatz.

Die Grundidee ist simpel. Ihre erfolgreiche Umsetzung ist es nicht.

Day Trading vs. langfristiges Investieren: Was ist der Unterschied?

Day Trading und langfristiges Investieren finden zwar beide an den Finanzmärkten statt, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.

 

Day Trading

Langfristiges Investieren

Anlagehorizont

Minuten bis Stunden

Jahre bis Jahrzehnte

Ziel

Kurzfristige Kursbewegungen nutzen

Langfristige Kapitalmarktentwicklung nutzen

Handelshäufigkeit

Hoch

Tief

Zeitaufwand

Hoch

Vergleichsweise gering

Transaktionskosten

Können sich stark summieren

In der Regel geringer

Emotionale Belastung

Tendenziell hoch

Tendenziell geringer

Diversifikation

Nicht zwingend

Zentraler Bestandteil

Market Timing

Kern der Strategie

Wird möglichst vermieden

Der wesentliche Unterschied liegt also nicht einfach in «aktiv» versus «passiv».

Ein Day Trader versucht, kurzfristige Preisbewegungen wiederholt richtig einzuschätzen. Ein langfristiger Investor akzeptiert dagegen, dass kurzfristige Marktbewegungen kaum zuverlässig vorhersehbar sind, und setzt stattdessen auf einen längeren Anlagehorizont, Diversifikation und eine Strategie, die nicht bei jeder Schlagzeile geändert wird.

Das klingt weniger aufregend. Beim Vermögensaufbau kann genau das ein Vorteil sein.

Kann man mit Day Trading Geld verdienen?

Ja. Es gibt Trader, die mit Day Trading Geld verdienen.

Die interessantere Frage ist allerdings nicht, ob jemand an einem einzelnen Tag oder während einiger erfolgreicher Monate Gewinne erzielen kann. Für Anleger:innen ist entscheidender, ob sich diese Gewinne über einen längeren Zeitraum und nach sämtlichen Kosten wiederholen lassen.

Und genau das ist schwierig.

Wissenschaftliche Untersuchungen privater Day Trader kommen je nach Markt, Zeitraum und Definition von Profitabilität zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gemeinsam ist vielen Studien jedoch die Erkenntnis, dass nur ein relativ kleiner Teil der untersuchten Trader langfristig und konsistent profitabel handelt.

Deshalb sollte man vorsichtig mit spektakulären Aussagen wie «99% aller Day Trader verlieren Geld» umgehen. Eine einzelne Prozentzahl lässt sich nicht ohne Weiteres auf alle Märkte, Zeiträume und Trading-Strategien übertragen.

Die belastbarere Aussage lautet: Dauerhaft profitables Day Trading ist möglich, aber selten – und wesentlich anspruchsvoller, als Trading-Werbung und Social Media vermuten lassen.

Hinzu kommt ein klassisches Wahrnehmungsproblem: Erfolgreiche Trades werden gerne gezeigt. Eine Excel-Tabelle mit allen Verlusten, Gebühren und investierten Arbeitsstunden ist deutlich weniger Instagram-tauglich.

Warum ist Day Trading so schwierig?

Um langfristig mit Day Trading erfolgreich zu sein, reicht es nicht, gelegentlich die richtige Aktie zu erwischen. Eine Trading-Strategie muss über viele Transaktionen hinweg funktionieren – nach Kosten und unter realen Marktbedingungen.

Dabei wirken mehrere Faktoren gleichzeitig.

1. Kurzfristige Kurse sind schwer vorhersehbar

Aktienkurse reagieren laufend auf neue Informationen: Konjunkturdaten, Unternehmenszahlen, Zinsentscheidungen, politische Ereignisse, Analystenkommentare oder schlicht Veränderungen von Angebot und Nachfrage.

Beim Day Trading müssen diese Bewegungen nicht nur grundsätzlich richtig eingeschätzt werden. Auch der Zeitpunkt spielt eine zentrale Rolle.

Ein Trader muss beispielsweise entscheiden, was er kauft, wann er einsteigt, wann er wieder verkauft und wie gross die Position sein soll. Selbst eine grundsätzlich richtige Einschätzung kann zu einem Verlust führen, wenn der Zeitpunkt nicht stimmt.

Und private Trader sind nicht allein am Markt. Professionelle Handelsfirmen, institutionelle Investoren und quantitative Systeme suchen ebenfalls laufend nach kurzfristigen Fehlbewertungen.

Man tritt also nicht gegen einen schläfrigen Markt an.

2. Häufiges Handeln verursacht Kosten

Beim Investieren sind Kosten einer der wenigen Faktoren, die Anleger:innen relativ gut kontrollieren können.

Beim Day Trading wird das besonders relevant, weil deutlich häufiger gehandelt wird. Je nach Broker, Börsenplatz und Finanzinstrument können Courtagen, Geld-Brief-Spannen, Fremdwährungsgebühren, Börsengebühren, Stempelabgaben oder bei gehebelten Positionen Finanzierungskosten anfallen.

Eine einzelne Transaktion kann günstig aussehen. Hundert günstige Transaktionen sind trotzdem hundert Transaktionen.

Das bedeutet: Eine Trading-Strategie muss nicht nur vor Kosten funktionieren. Sie muss genügend Mehrwert erzielen, um sämtliche Kosten zu kompensieren und danach noch eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.

Langfristige Anleger:innen haben hier einen simplen strukturellen Vorteil: Was nicht ständig gehandelt wird, verursacht auch nicht ständig neue Handelskosten.

Mehr zu den Kosten beim Investieren erfahren Sie in unseren Beiträgen zu TER und Fondskosten sowie zur Schweizer Stempelabgabe.

3. Emotionen sind schlechte Trading-Algorithmen

Auf dem Papier ist Trading rational. Man definiert eine Strategie, legt Ein- und Ausstiegspunkte fest und hält sich konsequent daran. In der Praxis sitzt allerdings ein Mensch vor dem Bildschirm.

Nach mehreren Verlusten kann der Wunsch entstehen, das verlorene Geld möglichst schnell zurückzugewinnen. Nach einigen erfolgreichen Trades kann Selbstüberschätzung einsetzen. Bei stark steigenden Kursen kommt FOMO dazu. Fallen die Märkte plötzlich, wird aus einer langfristig geplanten Position schnell ein emotionales Problem.

Diese Verhaltensmuster sind nicht ungewöhnlich. Sie sind menschlich.

Finanzmärkte haben allerdings die unangenehme Eigenschaft, sie regelmässig zu testen.

Ein regelbasierter Anlageprozess versucht deshalb, möglichst viele grundlegende Entscheidungen zu treffen, bevor die nächste turbulente Marktphase beginnt – und nicht mitten darin.

Market Timing: Einmal richtig liegen reicht nicht

Day Trading basiert letztlich auf Market Timing. Trader versuchen, günstige Kauf- und Verkaufszeitpunkte zu identifizieren.

Das Problem dabei: Es genügt nicht, einmal richtigzuliegen.

Wer langfristig erfolgreich traden möchte, muss über viele Transaktionen hinweg wiederholt gute Entscheidungen treffen. Dabei müssen sowohl Ein- als auch Ausstiegszeitpunkt stimmen – und die Gewinne erfolgreicher Trades müssen die Verluste und Kosten der weniger erfolgreichen Trades überkompensieren.

Für langfristige Anleger:innen ist die Ausgangslage eine andere. Sie müssen nicht wissen, ob der SMI morgen steigt oder fällt. Entscheidend ist vielmehr, über einen ausreichend langen Zeitraum investiert zu bleiben und ein Risiko einzugehen, das zur persönlichen finanziellen Situation passt.

Raiffeisen hat diesen Effekt anhand des Schweizer Aktienmarkts von 2000 bis 2019 analysiert. Wer während des gesamten Zeitraums 10'000 Franken investiert liess, erzielte in dieser Berechnung einen Gewinn von 15'000 Franken. Wer hingegen die zehn besten Börsentage verpasste, kam lediglich auf 4'000 Franken.

Das Interessante daran: Die besten Börsentage lassen sich nicht bequem Monate im Voraus im Kalender markieren. Besonders starke positive Tage können zudem in turbulenten Marktphasen auftreten – also genau dann, wenn Anleger:innen möglicherweise versucht sind, nicht investiert zu sein.

Der Punkt ist deshalb nicht, dass Market Timing grundsätzlich unmöglich wäre. Der Punkt ist: Es muss wiederholt funktionieren.

Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag 5 Investment-Mythen im Faktencheck.

Day Trading kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit

Ein Kostenfaktor wird in Trading-Vergleichen gerne vergessen: Zeit.

Wer Day Trading ernsthaft betreibt, muss Märkte beobachten, Nachrichten einordnen, Charts analysieren, Positionen eröffnen und schliessen, Risiken überwachen und idealerweise auch die eigenen Trades systematisch auswerten.

Das kann schnell mehrere Stunden pro Tag beanspruchen.

Deshalb ist für einen fairen Vergleich nicht nur die Frage relevant: «Wie viel Geld habe ich mit Trading verdient?»

Sondern auch: «Wie hoch war meine Rendite nach sämtlichen Kosten – und wie viel Zeit habe ich dafür investiert?»

Wer beispielsweise über ein Jahr eine leicht höhere Rendite als ein breit diversifiziertes Portfolio erzielt, dafür aber mehrere hundert Stunden vor Trading-Charts verbringt, sollte auch diesen Zeitaufwand in seine persönliche Bilanz einbeziehen.

Das ist die Performance-Kennzahl, die auf Trading-Screenshots erstaunlich selten vorkommt.

Day Trading oder Buy and Hold?

Buy and Hold verfolgt nahezu den gegenteiligen Ansatz.

Anleger:innen kaufen Wertpapiere mit der Absicht, sie langfristig zu halten. Sie versuchen nicht, bei jeder kurzfristigen Marktbewegung ein- und wieder auszusteigen. Stattdessen bleiben sie über unterschiedliche Marktphasen investiert.

Der Vorteil liegt nicht darin, dass Buy and Hold automatisch hohe Renditen garantiert. Auch langfristige Portfolios können erheblich an Wert verlieren. Aktienmärkte kennen Crashs, Rezessionen und längere Schwächephasen.

Der Unterschied liegt im Umgang damit.

Bei einem langfristigen Ansatz werden kurzfristige Schwankungen nicht laufend prognostiziert. Sie werden als Bestandteil des Investierens akzeptiert. Entscheidend sind vielmehr der Anlagehorizont, die Diversifikation, das gewählte Risiko und die Kosten.

Weniger Handelsaktivität bedeutet zudem weniger Gelegenheiten, aufgrund kurzfristiger Emotionen die Strategie zu verändern.

Mehr dazu: Was bedeutet Buy and Hold?

Was ist besser: Day Trading oder langfristiges Investieren?

Das hängt zunächst vom Ziel ab.

Wer Day Trading als anspruchsvolle spekulative Tätigkeit betreibt, Märkte aktiv analysieren möchte und bewusst Kapital dafür einsetzt, verfolgt ein anderes Ziel als jemand, der über 10, 20 oder 30 Jahre Vermögen für die Pensionierung, ein Eigenheim oder finanzielle Unabhängigkeit aufbauen möchte.

Für langfristigen Vermögensaufbau sprechen aus unserer Sicht insbesondere fünf Prinzipien.

Diversifikation: Das Vermögen wird nicht von wenigen einzelnen Trades oder Titeln abhängig gemacht, sondern über unterschiedliche Unternehmen, Regionen und Anlageklassen verteilt.

Langfristiger Anlagehorizont: Kurzfristige Schwankungen verlieren an Bedeutung, wenn das Kapital über viele Jahre investiert werden kann.

Regelbasiertes Investieren: Die Strategie wird nicht bei jeder Schlagzeile oder Marktbewegung neu definiert.

Kostenkontrolle: Unnötige Transaktionen und damit verbundene Reibungsverluste werden reduziert.

Passendes Risiko: Entscheidend ist nicht die theoretisch höchste Rendite, sondern ein Risiko, das zur persönlichen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft passt.

«An der Börse geht es nicht darum, jeden Tag recht zu haben. Entscheidend ist, eine Anlagestrategie zu verfolgen, die zum eigenen Risiko und Anlagehorizont passt – und sie auch in turbulenten Marktphasen durchzuhalten.»

Adriano Lucatelli, Gründer und CEO, Descartes Finance

Diese Prinzipien sind weniger spektakulär als der perfekte Trade.

Vermögensaufbau muss allerdings nicht spektakulär sein. Er muss funktionieren.

Für wen kann Day Trading trotzdem interessant sein?

Day Trading ist nicht automatisch «schlecht». Es ist schlicht etwas anderes als langfristiger Vermögensaufbau.

Wer Freude an Finanzmärkten hat, sich intensiv mit Trading beschäftigen möchte, eine klar definierte Strategie verfolgt und die damit verbundenen Risiken versteht, kann sich bewusst dafür entscheiden.

Wichtig ist aus unserer Sicht vor allem, Trading und langfristigen Vermögensaufbau nicht miteinander zu verwechseln.

Day Trading sollte deshalb nur mit Kapital betrieben werden, dessen Verlust die persönliche finanzielle Situation und langfristige Ziele nicht gefährdet. Wer Geld für die Pensionierung, eine Immobilie oder andere zentrale Lebensziele investiert, sollte besonders vorsichtig sein, dieses Kapital kurzfristigen Spekulationen auszusetzen.

Eine mögliche Trennung lautet:

Core: langfristiges, breit diversifiziertes Vermögen für die wichtigen finanziellen Ziele.

Play Money: ein klar begrenzter Betrag für spekulative Ideen und Trading.

Damit wird aus einem interessanten Trading-Experiment nicht versehentlich die Altersvorsorge.

Wie investiert Descartes?

Descartes verfolgt keinen Day-Trading-Ansatz. Unsere Vermögensverwaltung basiert auf systematischen, regelbasierten Anlageprozessen. Anleger:innen wählen nicht täglich einzelne Aktien aus und müssen auch nicht versuchen, den nächsten optimalen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu finden.

Je nach Anlageziel und Präferenz stehen unterschiedliche Anlagemodelle zur Verfügung: Index, Minimum Risk und Minimum Risk Bitcoin. Welche Strategie geeignet ist, hängt unter anderem von Anlagehorizont, Risikofähigkeit, Risikobereitschaft und persönlichen Präferenzen ab.

Mehr zu den Unterschieden erfahren Sie unter Welche Anlagestrategie soll ich wählen?.

Der grundlegende Unterschied zum Day Trading lässt sich damit auf eine Frage reduzieren.

Beim Trading lautet sie:

«Was macht der Markt als Nächstes?»

Bei langfristiger Vermögensverwaltung lautet sie:

«Welche Strategie passt zu meinen langfristigen Zielen und meinem Risiko?»

Das klingt weniger nach Wall Street. Das ist Absicht.

Was kostet Descartes Invest?

Bei Descartes Invest beträgt die Verwaltungsgebühr je nach Anlagemodell 0,45 bis 0,60% pro Jahr exkl. MwSt. Beim Index-Modell beträgt sie 0,60%, bei Minimum Risk und Minimum Risk Bitcoin 0,45%.

Hinzu kommen je nach Anlagestrategie Produktkosten. Persönliche Beratung ist Teil des Angebots.

Die aktuellen Konditionen und enthaltenen Leistungen finden Sie jederzeit transparent auf unserer Seite Gebühren bei Descartes.

Kosten sollten allerdings auch hier nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Dienstleistung Anleger:innen dafür erhalten, welche Anlageprodukte eingesetzt werden und welches Risiko mit der gewählten Strategie verbunden ist.

Für wen eignet sich langfristiges Investieren?

Ein langfristiger Anlageansatz eignet sich besonders für Menschen, die über Jahre oder Jahrzehnte Vermögen aufbauen möchten und nicht jeden Tag Finanzmärkte beobachten wollen.

Dabei geht es nicht darum, Kursschwankungen vollständig zu vermeiden. Das ist bei Kapitalmarktanlagen nicht möglich. Vielmehr wird ein Portfolio so aufgebaut, dass das eingegangene Risiko zur persönlichen Situation passt und auch schwierigere Marktphasen möglichst ausgehalten werden können.

Regelmässiges Investieren kann dabei helfen, Vermögensaufbau zu einem Prozess statt zu einer Serie einzelner Entscheidungen zu machen.

Statt jeden Monat zu fragen «Ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt?», wird nach einer definierten Strategie investiert.

Wer noch am Anfang steht, findet in unserem Beitrag Geld anlegen für Anfänger: 3 wichtige Punkte eine Einführung.

Häufige Fragen zu Day Trading

Was ist Day Trading?

Beim Day Trading werden Finanzinstrumente innerhalb desselben Handelstages gekauft und wieder verkauft. Ziel ist es, kurzfristige Kursbewegungen auszunutzen. Im Gegensatz zum langfristigen Investieren werden Positionen typischerweise nur wenige Minuten oder Stunden gehalten.

Kann man mit Day Trading Geld verdienen?

Ja, einzelne Trader können mit Day Trading profitabel sein. Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nur einem kleinen Teil privater Day Trader gelingt, über längere Zeit konsistent Gewinne zu erzielen. Einzelne erfolgreiche Trades oder Monate sind deshalb nicht mit langfristiger Profitabilität gleichzusetzen.

Wie riskant ist Day Trading?

Day Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden. Kurzfristige Kursbewegungen sind schwer vorhersehbar und häufiges Handeln kann zusätzliche Kosten verursachen. Werden gehebelte Finanzinstrumente eingesetzt, können Gewinne, aber auch Verluste deutlich verstärkt werden.

Wie viel Geld braucht man für Day Trading?

Das hängt vom Broker, dem gehandelten Markt und den verwendeten Finanzinstrumenten ab. Wichtiger als ein bestimmter Mindestbetrag ist die Frage, wie viel Kapital Sie verlieren können, ohne dadurch Ihre finanzielle Situation oder langfristige Anlageziele zu gefährden.

Ist Day Trading Glücksspiel?

Day Trading ist nicht per Definition Glücksspiel. Professionelles Trading kann auf systematischen Strategien, Datenanalyse und konsequentem Risikomanagement basieren. Kurzfristiges Spekulieren ohne belastbare Strategie oder Risikomanagement kann jedoch Eigenschaften annehmen, die Glücksspiel ähneln.

Ist Day Trading besser als langfristiges Investieren?

Das hängt vom Ziel ab. Day Trading versucht, kurzfristige Preisbewegungen auszunutzen und erfordert laufende Entscheidungen. Langfristiges Investieren setzt stärker auf Diversifikation, Zeit und die langfristige Entwicklung der Kapitalmärkte. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein diversifizierter Anlageansatz für die meisten Anleger:innen robuster.

Was ist der Unterschied zwischen Day Trading und Investieren?

Beim Day Trading beträgt der Anlagehorizont typischerweise Minuten oder Stunden. Beim langfristigen Investieren werden Anlagen über Jahre oder Jahrzehnte gehalten. Day Trader versuchen kurzfristige Preisbewegungen vorherzusagen, während langfristige Anleger:innen stärker auf Diversifikation, Anlagehorizont und langfristige Kapitalmarktentwicklung setzen.

Muss ich beim langfristigen Investieren auf den richtigen Einstiegszeitpunkt warten?

Nicht zwingend. Der Versuch, den optimalen Einstiegszeitpunkt vorherzusagen, ist schwierig. Für langfristige Anleger:innen sind Anlagehorizont, Diversifikation, Kosten und eine zur eigenen Risikofähigkeit passende Strategie häufig wichtiger als kurzfristiges Market Timing.

Fazit: Trading ist schnell. Vermögensaufbau nicht.

Day Trading bietet etwas, das langfristiges Investieren nur selten liefert: Action, unmittelbares Feedback und die Aussicht auf schnelle Gewinne.

Genau darin liegt ein Teil seiner Faszination.

Langfristiger Vermögensaufbau funktioniert anders. Er basiert auf Diversifikation, Zeit, Kostenkontrolle, einem passenden Risikoniveau und der Disziplin, eine Strategie auch dann beizubehalten, wenn die Börse gerade andere Pläne hat.

Das bedeutet nicht, dass Day Trading grundsätzlich falsch und langfristiges Investieren grundsätzlich richtig ist. Beide verfolgen unterschiedliche Ziele.

Wer traden möchte, sollte wissen, worauf er sich einlässt, Risiken bewusst begrenzen und Trading-Kapital von langfristigem Vermögen trennen.

Für langfristige Anleger:innen ist dagegen eine andere Frage entscheidender als die Suche nach dem nächsten perfekten Trade:

Welche Anlagestrategie kann ich über viele Jahre konsequent durchhalten?

Das ist weniger Wall Street. Aber vermutlich mehr Vermögensaufbau.

Transparenz & Disclaimer: Dieser Artikel wird von Descartes veröffentlicht. Descartes bietet selbst digitale Vermögensverwaltung an und hat damit ein wirtschaftliches Interesse an der Gegenüberstellung von aktivem Trading und langfristiger Vermögensverwaltung. Der Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Anlagen sind mit Risiken verbunden und können an Wert verlieren. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.