Sichere Geldanlage in der Schweiz: Was ist wirklich sicher?
Geld sicher anlegen klingt nach einem einfachen Ziel. Möglichst wenig Risiko, möglichst keine Verluste und idealerweise trotzdem eine attraktive Rendite.
Leider funktioniert Geldanlage nicht ganz so bequem.
Eine Anlage kann kurzfristig sehr stabil sein und langfristig trotzdem an Kaufkraft verlieren. Eine andere kann zwischenzeitlich deutlich schwanken und über einen langen Anlagehorizont dennoch besser zum Vermögensaufbau geeignet sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
Welche Geldanlage ist am sichersten?
Sondern:
Vor welchem Risiko möchte ich mein Geld eigentlich schützen?
Kurz zusammengefasst
-
Eine vollkommen risikofreie Geldanlage gibt es praktisch nicht. Unterschiedliche Anlagen tragen unterschiedliche Risiken.
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Bargeld und Sparkonten weisen kaum Kursschwankungen auf, können aber durch Inflation real an Wert verlieren.
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Festgeld bietet Planbarkeit, schränkt dafür die Verfügbarkeit des Geldes ein.
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Hochwertige Anleihen können für den defensiven Teil eines Portfolios interessant sein, unterliegen aber unter anderem Zins-, Bonitäts- und Kursrisiken.
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Aktien schwanken deutlich stärker, bieten langfristig jedoch höhere Renditechancen.
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Diversifikation reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen, Branchen, Ländern und Anlageklassen.
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Welche Geldanlage geeignet ist, hängt vor allem von Anlageziel, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf sowie Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.
Was bedeutet «sichere Geldanlage» überhaupt?
Sicherheit wird beim Investieren häufig mit einer einzigen Frage gleichgesetzt:
Kann ich Geld verlieren?
Das ist wichtig, greift aber zu kurz.
Bei einer Geldanlage können verschiedene Risiken relevant sein:
|
Risiko |
Was bedeutet es? |
|---|---|
|
Kursrisiko |
Der Marktwert einer Anlage kann fallen. |
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Inflationsrisiko |
Das Geld verliert real an Kaufkraft. |
|
Bonitätsrisiko |
Ein Schuldner kann Zinsen oder Kapital nicht vollständig zurückzahlen. |
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Zinsrisiko |
Änderungen des Marktzinses können den Wert von Anleihen beeinflussen. |
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Liquiditätsrisiko |
Eine Anlage kann nicht jederzeit oder nur mit Abschlag verkauft werden. |
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Konzentrationsrisiko |
Ein grosser Teil des Vermögens hängt von wenigen Anlagen ab. |
|
Währungsrisiko |
Wechselkursschwankungen beeinflussen den Wert ausländischer Anlagen in Schweizer Franken. |
Eine Anlage kann also in einer Dimension sicher und in einer anderen riskant sein.
Ein Sparkonto hat beispielsweise kein tägliches Kursrisiko wie eine Aktie. Bleibt die Verzinsung jedoch längere Zeit unter der Inflation, sinkt die Kaufkraft des Vermögens.
Genau deshalb lohnt es sich, Sicherheit nicht nur nominal, sondern auch real zu betrachten. Die Realrendite zeigt, was von einer Rendite nach Berücksichtigung der Inflation übrig bleibt.
Welche Geldanlagen gelten in der Schweiz als vergleichsweise sicher?
Es gibt nicht die eine sicherste Anlage für jede Situation. Je nach Ziel kommen unterschiedliche Instrumente infrage.
1. Bargeld und Sparkonto
Bargeld und Bankguthaben sind einfach, liquide und unterliegen keinen täglichen Börsenschwankungen.
Das macht sie besonders geeignet für Geld, das kurzfristig verfügbar sein muss.
Typische Beispiele sind:
-
Notgroschen
-
laufende Ausgaben
-
Steuern
-
geplante grössere Anschaffungen
-
Geld, das innerhalb kurzer Zeit benötigt wird
Die hohe nominale Stabilität hat allerdings einen Preis.
Wenn die Verzinsung unter der Inflation liegt, verliert das Geld real an Kaufkraft.
100'000 Franken bleiben auf dem Konto zwar nominal 100'000 Franken. Entscheidend ist aber, was Sie einige Jahre später noch dafür kaufen können.
Cash ist deshalb besonders stark als Liquiditätsreserve. Als langfristige Vermögensstrategie erfüllt es eine andere Funktion.
2. Festgeld
Beim Festgeld wird ein Betrag für eine bestimmte Laufzeit zu einem vereinbarten Zinssatz angelegt.
Das schafft Planbarkeit.
Im Gegenzug steht das Geld während der vereinbarten Laufzeit nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Zudem besteht ein Wiederanlagerisiko: Läuft die Anlage aus, ist nicht garantiert, dass erneut ein ähnlich attraktiver Zinssatz verfügbar ist.
Festgeld kann deshalb sinnvoll sein, wenn bereits bekannt ist, wann ein bestimmter Geldbetrag benötigt wird.
Für langfristigen Vermögensaufbau löst es das Inflationsproblem jedoch nicht automatisch.
3. Schweizer Staatsanleihen und andere hochwertige Anleihen
Anleihen sind Schuldverschreibungen. Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Staat, Unternehmen oder einer anderen Institution Kapital.
Anleihen hoher Bonität können eine wichtige Rolle im defensiven Teil eines Portfolios übernehmen.
Sie sind jedoch nicht risikofrei.
Steigen die Marktzinsen, können bereits ausgegebene Anleihen an Wert verlieren. Zudem hängt die Sicherheit davon ab, wie zahlungsfähig der jeweilige Schuldner ist.
Bei Fremdwährungsanleihen kommt zusätzlich das Währungsrisiko hinzu.
Wer genauer verstehen möchte, welche Funktion Anleihen gegenüber Liquidität erfüllen können, findet dies in unserem Blog «Anleihen statt Cash: Was eignet sich besser für den defensiven Teil des Portfolios?».
Wer einzelne Anleihen beurteilen möchte, sollte zudem nicht nur auf den Coupon schauen. Laufzeit, Rendite auf Verfall, Bonität, Duration, Liquidität und Währung spielen ebenfalls eine Rolle. Mehr dazu erklären wir unter «Investieren in Anleihen».
4. Geldmarktanlagen
Geldmarktanlagen investieren typischerweise in kurzfristige verzinsliche Instrumente.
Durch die kurzen Laufzeiten reagieren sie in der Regel weniger stark auf Zinsänderungen als länger laufende Anleihen.
Sie können deshalb eine Alternative für kurzfristig orientierte Anlagen oder Liquiditätsmanagement sein.
Auch hier gilt jedoch: Geldmarktanlagen sind nicht automatisch risikofrei. Bonität, Kosten, Währung und die konkrete Struktur des Produkts bleiben relevant.
5. Aktien
Aktien werden normalerweise nicht als «sichere Geldanlage» bezeichnet.
Kurzfristig zu Recht.
Aktienmärkte können deutlich fallen. Auch bei einem breit diversifizierten Portfolio sind zwischenzeitliche Verluste möglich.
Über längere Zeiträume verändert sich jedoch die Perspektive.
Wer Vermögen über viele Jahre oder Jahrzehnte aufbauen möchte, muss nicht nur kurzfristige Kursschwankungen berücksichtigen, sondern auch das Risiko, mit sehr defensiven Anlagen langfristig zu wenig Rendite zu erzielen.
Das bedeutet nicht, dass Aktien plötzlich sicher sind.
Es bedeutet vielmehr, dass kurzfristige Wertstabilität und langfristige finanzielle Sicherheit nicht dasselbe sind.
Vergleich: Welche Anlage ist wie sicher?
Eine vereinfachte Einordnung zeigt die unterschiedlichen Eigenschaften:
|
Anlage |
Kursschwankungen |
Liquidität |
Renditechance |
Inflationsschutz |
Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
|
Bargeld / Sparkonto |
sehr gering |
hoch |
gering |
begrenzt |
Reserve, kurzfristige Ausgaben |
|
Festgeld |
sehr gering während der Laufzeit |
eingeschränkt |
gering bis moderat |
begrenzt |
planbarer Kapitalbedarf |
|
Hochwertige Anleihen |
gering bis moderat |
meist gut |
gering bis moderat |
teilweise |
defensiver Portfolioteil |
|
Geldmarktanlagen |
meist gering |
meist gut |
abhängig vom Zinsniveau |
begrenzt |
kurzfristige Anlage |
|
Diversifiziertes Aktienportfolio |
hoch |
meist gut |
langfristig höher |
langfristig potenziell besser |
langfristiger Vermögensaufbau |
Innerhalb jeder Anlageklasse können die Risiken erheblich variieren. Eine Schweizer Staatsanleihe ist beispielsweise etwas anderes als eine hochverzinsliche Unternehmensanleihe. Ein weltweit diversifiziertes Aktienportfolio ist etwas anderes als fünf Aktien aus derselben Branche.
Ist ein Sparkonto wirklich sicher?
Für kurzfristige Liquidität kann ein Sparkonto sehr sinnvoll sein.
Problematisch wird es, wenn «keine sichtbare Schwankung» mit «kein wirtschaftliches Risiko» verwechselt wird.
Ein einfaches Beispiel:
Angenommen, 100'000 Franken liegen über mehrere Jahre praktisch unverzinst auf einem Konto, während die Preise gleichzeitig steigen.
Auf dem Kontoauszug stehen weiterhin ungefähr 100'000 Franken.
Die Kaufkraft dieses Betrags ist jedoch gesunken.
Das Risiko war nicht als roter Kursverlust im Depot sichtbar. Es war trotzdem vorhanden.
Inflation arbeitet leise. Das macht sie nicht harmlos.
Warum der Anlagehorizont über Sicherheit mitentscheidet
Die gleiche Anlage kann für zwei Personen völlig unterschiedlich geeignet sein.
Wer in einem Jahr 100'000 Franken für einen Immobilienkauf benötigt, sollte mit diesem Geld normalerweise keine starken Börsenschwankungen eingehen.
Wer dagegen 30 Jahre bis zur Pensionierung hat, steht vor einer anderen Situation.
Über einen langen Anlagehorizont kann ein zu hoher Cash-Anteil bedeuten, dass ein grosser Teil des Vermögens nur geringe reale Renditen erzielt.
Deshalb gehört der Anlagehorizont zu den wichtigsten Faktoren bei der Wahl einer Anlagestrategie.
Grundsätzlich gilt:
Je früher das Geld benötigt wird, desto wichtiger wird kurzfristige Stabilität. Je länger der Anlagehorizont, desto stärker kann auch langfristiger Kaufkrafterhalt in den Vordergrund rücken.
Das ist keine starre Regel. Die persönliche finanzielle Situation bleibt entscheidend.
Sicherheit beginnt mit einer Liquiditätsreserve
Bevor langfristig investiert wird, sollte geklärt sein, welches Geld überhaupt investierbar ist.
Eine Liquiditätsreserve verhindert, dass langfristige Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden müssen, nur weil plötzlich eine grössere Rechnung anfällt.
Wie hoch diese Reserve sein sollte, lässt sich nicht pauschal bestimmen.
Relevant sind beispielsweise:
-
Stabilität des Einkommens
-
monatliche Fixkosten
-
familiäre Verpflichtungen
-
absehbare grössere Ausgaben
-
vorhandene Versicherungen
-
weitere liquide Vermögenswerte
Eine selbstständig erwerbende Person mit schwankendem Einkommen kann eine andere Reserve benötigen als eine Person mit sehr stabilem Einkommen und tiefen Fixkosten.
Diversifikation macht aus Risiko nicht Sicherheit, aber sie reduziert Abhängigkeiten
Eine der wichtigsten Methoden zur Risikoreduktion ist die Diversifikation.
Statt das gesamte Vermögen von einem Unternehmen, einer Branche oder einem Land abhängig zu machen, wird es auf verschiedene Anlagen verteilt.
Das kann Risiken reduzieren, die spezifisch für einzelne Unternehmen oder Märkte sind.
Diversifikation beseitigt jedoch nicht jedes Risiko.
Auch ein breit diversifiziertes Portfolio kann in einer Finanzkrise oder Rezession an Wert verlieren. Das sogenannte systematische Risiko lässt sich nicht einfach dadurch eliminieren, dass mehr Titel ins Portfolio aufgenommen werden.
Diversifikation ist deshalb kein Schutzschild gegen jeden Verlust.
Sie verhindert vor allem, dass die finanzielle Zukunft unnötig von wenigen einzelnen Wetten abhängt.
Sicherheit und Rendite stehen in einem Spannungsverhältnis
Eine Geldanlage mit gleichzeitig garantierter hoher Rendite, vollständiger Liquidität und keinerlei Verlustrisiko wäre ausgesprochen praktisch.
Genau deshalb sollte man skeptisch werden, wenn jemand sie verspricht.
Höhere Renditechancen sind normalerweise mit zusätzlichen Risiken verbunden.
Das bedeutet umgekehrt nicht, dass möglichst viel Risiko automatisch zu einer höheren Rendite führt. Risiken sollten nur übernommen werden, wenn sie verstanden werden, finanziell tragbar sind und zur gewählten Strategie passen.
Die Aufgabe einer guten Geldanlage besteht deshalb nicht darin, jedes Risiko zu vermeiden.
Sie besteht darin, die richtigen Risiken für das eigene Ziel bewusst zu wählen und unnötige Risiken möglichst zu reduzieren.
Wie kann ich mein Geld möglichst sicher anlegen?
Eine sinnvolle Struktur beginnt nicht mit der Suche nach dem «sichersten Produkt», sondern mit der Aufteilung des Vermögens nach Verwendungszweck.
Geld, das kurzfristig benötigt wird
Hier stehen Liquidität und nominale Stabilität im Vordergrund.
Je nach Situation kommen beispielsweise Bargeld, Sparkonto, Festgeld oder kurzfristige verzinsliche Anlagen infrage.
Geld für mittelfristige Ziele
Hier muss genauer abgewogen werden.
Wann wird das Kapital benötigt? Wie flexibel ist dieser Zeitpunkt? Welche zwischenzeitlichen Verluste wären akzeptabel?
Je klarer und näher der Auszahlungszeitpunkt ist, desto weniger sinnvoll kann ein hohes Marktrisiko sein.
Geld für langfristige Ziele
Bei einem langen Anlagehorizont kann ein diversifiziertes Wertschriftenportfolio sinnvoll sein.
Wie hoch der Aktienanteil sein sollte, hängt von der persönlichen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.
Eine höhere Aktienquote bedeutet höhere langfristige Renditechancen, aber auch stärkere zwischenzeitliche Schwankungen und höhere mögliche Verluste.
Wie diese Faktoren zusammenspielen, erklären wir ausführlich unter «Welche Anlagestrategie passt zu mir?».
Die häufigsten Fehler beim sicheren Anlegen
Sicherheit nur mit fehlenden Kursschwankungen gleichsetzen
Ein stabiler Kontostand schützt nicht automatisch vor Kaufkraftverlust.
Das gesamte Vermögen als einen einzigen Topf betrachten
Der Notgroschen und das Vermögen für die Pension in 25 Jahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Entsprechend müssen sie nicht gleich angelegt werden.
Für etwas mehr Rendite Risiken eingehen, die man nicht versteht
Ein höherer Zins hat häufig einen Grund. Besonders bei Anleihen können höhere Renditen auf höhere Bonitäts-, Liquiditäts- oder andere Risiken hinweisen.
Zu viel Geld dauerhaft in Cash halten
Eine ausreichende Liquiditätsreserve ist sinnvoll. Ein dauerhaft sehr hoher Cash-Anteil kann bei langfristigen Anlagezielen jedoch Rendite und Kaufkraft kosten.
Sicherheit durch Konzentration suchen
Nur in Schweizer Unternehmen, eine einzelne Immobilie oder wenige bekannte Aktien zu investieren, fühlt sich möglicherweise übersichtlich an. Konzentration reduziert das Risiko aber nicht automatisch.
Die Strategie beim ersten Kursverlust ändern
Wer langfristig investiert, muss mit Schwankungen rechnen.
Eine Strategie, die nur funktioniert, solange die Börse steigt, war wahrscheinlich von Anfang an nicht passend gewählt.
Was ist also die sicherste Geldanlage in der Schweiz?
Darauf gibt es keine universelle Antwort.
Für den Notgroschen kann ein Sparkonto sehr gut geeignet sein.
Für einen genau planbaren Kapitalbedarf kann Festgeld interessant sein.
Für den defensiven Portfolioteil können hochwertige Anleihen eine Rolle spielen.
Für langfristigen Vermögensaufbau kann ein breit diversifiziertes Wertschriftenportfolio trotz zwischenzeitlicher Schwankungen sinnvoller sein als dauerhaft sehr hohe Cash-Bestände.
Die entscheidende Frage ist nicht:
Wo schwankt mein Geld am wenigsten?
Sondern:
Welche Risiken kann und muss ich für mein konkretes Ziel vermeiden, und welche Risiken kann ich langfristig tragen?
Häufige Fragen zur sicheren Geldanlage
Welche Geldanlage ist in der Schweiz am sichersten?
Das hängt davon ab, wie Sicherheit definiert wird. Bargeld und Bankguthaben weisen kaum Kursschwankungen auf, unterliegen jedoch unter anderem dem Inflationsrisiko. Wertschriften können schwanken, bieten dafür andere Renditechancen. Die geeignete Anlage hängt deshalb von Anlageziel, Zeithorizont und persönlicher Risikosituation ab.
Ist Geld auf dem Sparkonto sicherer als Investieren?
Kurzfristig ist ein Sparkonto in Bezug auf Kursschwankungen stabiler. Langfristig muss jedoch auch der Kaufkraftverlust durch Inflation berücksichtigt werden. Ein Sparkonto und ein Wertschriftenportfolio erfüllen deshalb unterschiedliche Aufgaben.
Sind Schweizer Staatsanleihen sicher?
Schweizer Staatsanleihen gelten aufgrund der Bonität der Schweizerischen Eidgenossenschaft als vergleichsweise kreditwürdig. Sie sind trotzdem nicht frei von Risiken. Insbesondere können sich ihre Marktpreise bei Änderungen des Zinsniveaus bewegen.
Sind Anleihen sicherer als Aktien?
Hochwertige Anleihen weisen typischerweise geringere Kursschwankungen als Aktien auf. Das tatsächliche Risiko hängt jedoch unter anderem von Bonität, Laufzeit, Zinsentwicklung und Währung ab. Anleihen sind daher nicht grundsätzlich risikofrei.
Wie viel Geld sollte ich auf dem Sparkonto behalten?
Das lässt sich nicht pauschal bestimmen. Die passende Liquiditätsreserve hängt unter anderem von Fixkosten, Einkommenssicherheit, familiären Verpflichtungen und geplanten Ausgaben ab. Geld, das kurzfristig benötigt wird, sollte grundsätzlich nicht unnötigen Marktschwankungen ausgesetzt werden.
Kann ich sicher investieren und trotzdem Rendite erzielen?
Rendite und Risiko lassen sich nicht vollständig voneinander trennen. Entscheidend ist deshalb nicht, jedes Risiko zu vermeiden, sondern ein Risiko-Rendite-Verhältnis zu wählen, das zu Anlageziel, Anlagehorizont und persönlicher Situation passt.
Ist ein ETF eine sichere Geldanlage?
Ein ETF ist zunächst nur eine Struktur, über die in bestimmte Anlagen investiert wird. Das Risiko hängt davon ab, was der ETF enthält. Ein breit diversifizierter Aktien-ETF kann Konzentrationsrisiken reduzieren, unterliegt aber weiterhin den Schwankungen des Aktienmarkts.
Wie kann ich das Risiko beim Investieren reduzieren?
Zu den wichtigsten Ansätzen gehören eine breite Diversifikation, eine zum persönlichen Risikoprofil passende Aktienquote, ausreichende Liquiditätsreserven, ein langfristiger Anlagehorizont und das Vermeiden unnötiger Konzentrationsrisiken. Die passende Kombination hängt von der individuellen Situation ab.
Fazit: Sicherheit ist mehr als ein stabiler Kontostand
Wer Geld sicher anlegen möchte, sollte zuerst definieren, was «sicher» für das eigene Ziel bedeutet.
Geht es darum, morgen sicher auf das Geld zugreifen zu können? Dann ist Liquidität entscheidend.
Wird das Kapital zu einem festen Zeitpunkt benötigt? Dann gewinnt Planbarkeit an Bedeutung.
Geht es dagegen um Vermögensaufbau über Jahrzehnte, muss auch der langfristige Kaufkrafterhalt berücksichtigt werden.
Deshalb kann eine gute Vermögensstruktur mehrere Formen von Sicherheit kombinieren: ausreichend Liquidität für kurzfristige Bedürfnisse, defensive Anlagen für bestimmte Ziele und ein diversifiziertes Portfolio für langfristigen Vermögensaufbau.
Bei Descartes Invest wird die Anlagestrategie anhand des persönlichen Risikoprofils und Anlagehorizonts festgelegt. Auch dort gilt jedoch: Investieren ist mit Risiken verbunden und Verluste sind möglich.
Die sicherste Strategie ist deshalb nicht zwingend jene, bei der sich der Kontostand am wenigsten bewegt.
Es ist jene, deren Risiken Sie verstehen, finanziell tragen können und die zu dem Zeitpunkt passt, an dem Sie Ihr Geld tatsächlich benötigen.
Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine individuelle Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Keine Geldanlage ist vollständig risikofrei. Bankguthaben, Festgeld, Anleihen, Geldmarktanlagen und Wertschriften unterliegen unterschiedlichen Risiken. Wertschriften können im Wert schwanken und Verluste verursachen. Auch bei defensiven Anlagen können unter anderem Inflations-, Zins-, Bonitäts-, Liquiditäts- und Währungsrisiken bestehen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Welche Anlage geeignet ist, hängt insbesondere von der persönlichen finanziellen Situation, dem Anlageziel, dem Anlagehorizont sowie der individuellen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.