Quellensteuer in der Vorsorge: Wie wichtig ist die Rückforderung wirklich?
Wer mit seiner Säule 3a oder seinem Freizügigkeitsvermögen in ausländische Aktien investiert, stösst früher oder später auf die Quellensteuer. Bestimmte Vorsorgefonds können ausländische Quellensteuern auf Dividenden teilweise zurückfordern oder vermeiden. Das klingt nach einem klaren Vorteil.
Doch wie wichtig ist dieser Vorteil tatsächlich?
Die kurze Antwort: Die Rückforderung ausländischer Quellensteuern kann die Nettorendite einer Vorsorgelösung verbessern. Sie ist aber nur ein Faktor unter mehreren. Performance nach Kosten, Anlagestrategie, Gesamtkosten und Flexibilität können für das langfristige Ergebnis wesentlich wichtiger sein.
Kurz zusammengefasst
- Ausländische Dividenden können mit Quellensteuern belastet werden.
- Ob und in welchem Umfang diese Belastung reduziert oder zurückgefordert werden kann, hängt unter anderem vom Quellenstaat, vom Doppelbesteuerungsabkommen, vom Fondsdomizil und von der Struktur des Anlagegefässes ab.
- Bestimmte institutionelle Vorsorgefonds können steuerliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Anlagefonds haben.
- Der Renditevorteil daraus ist real, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden.
- Historische Performanceunterschiede zwischen Vorsorgestrategien können deutlich grösser sein als der Effekt der Quellensteuerrückforderung.
- Auch Kosten, Asset-Allokation, Rebalancing, Cash-Quote und die spätere Überführung des Vorsorgevermögens ins freie Vermögen beeinflussen das Ergebnis.
- Die Quellensteuer ist deshalb ein sinnvolles Vergleichskriterium, aber kein ausreichender Grund, sich für oder gegen einen Vorsorgeanbieter zu entscheiden.
Was ist die Quellensteuer auf ausländischen Dividenden?
Unternehmen können einen Teil ihres Gewinns als Dividende an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten. Viele Staaten erheben auf solchen Dividenden direkt an der Quelle eine Steuer. Sie wird deshalb Quellensteuer genannt.
Besitzt beispielsweise ein Schweizer Fonds Aktien eines ausländischen Unternehmens, kann auf dessen Dividenden im Ausland eine Quellensteuer anfallen.
Ob diese Steuer vollständig, teilweise oder gar nicht zurückgefordert werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere der Quellenstaat, das anwendbare Doppelbesteuerungsabkommen, das Domizil und die rechtliche Struktur des Fonds sowie der Status des Investors.
Für Vorsorgeeinrichtungen können dabei andere Voraussetzungen gelten als für private Anlegerinnen und Anleger.
Deshalb können institutionelle Fonds, die speziell für steuerbefreite Schweizer Vorsorgeeinrichtungen konzipiert sind, bei ausländischen Dividenden einen steuerlichen Vorteil haben.
Das betrifft sowohl Anlagen innerhalb der Säule 3a als auch Freizügigkeitsvermögen.
Wie gross ist der Vorteil der Quellensteuerrückforderung?
Grundsätzlich gilt: Je weniger Steuern und Kosten innerhalb eines Portfolios anfallen, desto mehr bleibt für die Anlegerin oder den Anleger übrig.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob die Rückforderung einen Vorteil bringt. Unter sonst gleichen Bedingungen tut sie das.
Entscheidend ist vielmehr, wie gross dieser Vorteil im Verhältnis zu allen anderen Faktoren ist.
Bei einer reinen Aktienstrategie mit einem Anteil von 50 Prozent entsprechend begünstigter Aktienfonds betrug die Differenz gemäss Daten der Zürcher Kantonalbank beziehungsweise Swisscanto im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2023 rund 2 Promille.
Bei einem Anlagevermögen von 10'000 Franken entsprechen 2 Promille rund 20 Franken pro Jahr.
Das ist nicht nichts. Bei langfristigem Vorsorgesparen können auch kleine Renditeunterschiede relevant werden.
Sie sollten den Effekt aber in Relation zu den Gesamtkosten und zur Performance der jeweiligen Vorsorgelösung betrachten.
Drei Fragen können für das langfristige Ergebnis wesentlich wichtiger sein:
-
Welche Performance nach Kosten erzielt die Strategie?
-
Welche Gesamtkosten entstehen?
-
Was passiert beim späteren Übertrag des Vorsorgevermögens ins freie Vermögen?
Quellensteuer oder Performance: Was ist wichtiger?
Die Quellensteuerrückforderung sollte nicht mit der gesamten Nettoperformance einer Vorsorgelösung verwechselt werden.
Eine Strategie kann steuerlich effizient sein und trotzdem schlechter abschneiden als eine andere Strategie. Umgekehrt kann eine Lösung ohne denselben Quellensteuervorteil eine höhere historische Nettoperformance erzielen.
Ein Vergleich ausgewählter Vorsorgestrategien mit hoher Aktienquote zeigt diesen Effekt.
Performance bei 100 Prozent Aktien mit und ohne Quellensteuerrückerstattung
Zeitraum: 1. Januar 2020 bis 31. Juli 2026
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Gap zu Descartes |
kumuliert |
2026 |
2025 |
2024 |
2023 |
2022 |
2021 |
2020 |
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ohne: |
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Descartes |
74,03% |
11,76% |
12,19% |
16,72% |
9,85% |
-16,68% |
22,33% |
6,21% |
|
|
mit: |
|||||||||
|
Viac |
-4,28% |
69.75% |
12,90% |
10,40% |
17,00% |
9,50% |
-17,50% |
22,60% |
5,10% |
|
Finpension |
-5,91% |
68,12% |
12,03% |
12,86% |
14,64% |
9,18% |
-17,67% |
20,85% |
6,77% |
Stand: 31. Juli 2026. Quellen: öffentlich zugängliche Performanceangaben der jeweiligen Anbieter.
Wichtig: Die verglichenen Strategien sind nicht vollständig identisch. Unterschiede bei Asset-Allokation, eingesetzten Fonds, Rebalancing, Kosten und Umsetzung können die Performance beeinflussen. Der Vergleich zeigt deshalb nicht, welcher Anbieter künftig die höchste Rendite erzielen wird.
Er zeigt aber etwas anderes: Ein einzelner steuerlicher Vorteil reicht nicht aus, um die Performance einer Vorsorgelösung zu erklären.
Auch fünf Untersuchungen der Handelszeitung zwischen Juni 2024 und Juli 2026 zeigen, dass die oben betrachteten Portfolios mit Quellensteuerrückforderung über fünf Jahre keine höhere Rendite erzielten als die verglichenen Portfolios ohne Rückforderung.
Mehr dazu finden Sie in unserem aktuellen Säule-3a-Anbietervergleich.
Auch eine Performanceanalyse von digitalmedia.ch für den Zeitraum Januar 2022 bis Juni 2025 zeigt, dass besonders günstige Anbieter nicht automatisch die höchste Performance erzielen.
Der unabhängige Vergleichsdienst Evaluno kommt mit seinen Daten 2026 ebenfalls zu einem ähnlichen Ergebnis. Im dortigen Fünfjahresvergleich liegt Descartes Index Responsible 100 vor vergleichbaren nachhaltigen Strategien von VIAC und finpension.
Die Performances der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Was bedeuten 0,2 Prozent über 25 Jahre?
Kleine Renditeunterschiede können durch den Zinseszinseffekt langfristig relevant werden. Deshalb wäre es falsch, einen Vorteil von beispielsweise 0,2 Prozent pro Jahr als bedeutungslos abzutun.
Bei einer stark vereinfachten Betrachtung entsprechen 0,2 Prozent pro Jahr über 25 Jahre rund 5 Prozentpunkten. Der tatsächliche Vermögensunterschied hängt jedoch von der Renditeentwicklung, dem investierten Kapital und dem Zinseszinseffekt ab.
Für den Vergleich von Vorsorgelösungen ist deshalb eine andere Frage wichtiger:
Entstehen an anderer Stelle Unterschiede, die grösser sind als dieser steuerliche Vorteil?
Das kann durchaus der Fall sein. Schon Unterschiede bei Performance, Gebühren oder der Zeit, während der das Kapital nicht investiert ist, können den Effekt der Quellensteuer übertreffen.
Warum unterscheiden sich ähnliche Vorsorgestrategien bei der Performance?
Zwei passive Vorsorgestrategien mit nahezu gleicher Aktienquote können auf den ersten Blick fast identisch aussehen und trotzdem unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Asset-Allokation
Die Asset-Allokation bestimmt, wie das Portfolio auf Länder, Regionen, Branchen und Anlageklassen verteilt wird.
Schon relativ kleine Unterschiede können Auswirkungen haben. Ein Portfolio mit einer etwas höheren Gewichtung der USA entwickelt sich beispielsweise anders als eines mit einem höheren Anteil an Schweizer Aktien oder Schwellenländern.
2. Rebalancing
Durch Kursbewegungen verändern sich die Gewichtungen eines Portfolios laufend.
Beim Rebalancing werden sie wieder an die vorgesehene strategische Aufteilung angepasst.
Wann und nach welcher Methode dieses Rebalancing erfolgt, kann die Performance beeinflussen.
3. Cash-Quote
Nicht jeder Franken eines Portfolios ist jederzeit investiert.
Eine höhere Cash-Quote kann in fallenden Märkten stabilisierend wirken. In stark steigenden Märkten kann sie dagegen Rendite kosten.
Auch kleine Unterschiede bei der durchschnittlichen Liquiditätsquote können sich über längere Zeit bemerkbar machen.
4. Tracking Error
Passive Fonds versuchen, die Entwicklung eines bestimmten Index möglichst genau abzubilden. Ganz identisch mit dem Index ist die tatsächliche Rendite jedoch selten.
Der Tracking Error beschreibt, wie stark die Renditedifferenz eines Portfolios gegenüber seinem Referenzindex schwankt.
Kosten, Transaktionen, Steuern und die konkrete Umsetzung des Fonds können zu Abweichungen vom Index beitragen.
5. Unterschiedliche Fonds und Indexmethoden
Zwei Fonds mit ähnlichem Namen müssen nicht exakt dasselbe Portfolio besitzen.
Unterschiedliche Nachhaltigkeitskriterien, Indexmethoden, Ländergewichtungen oder Ausschlüsse können dazu führen, dass sich die Renditen im Laufe der Zeit auseinanderentwickeln.
Über fünf oder zehn Jahre können sich solche scheinbar kleinen Unterschiede summieren.
Deshalb sollte ein Vorsorgevergleich nicht bei der Quellensteuer enden.
Was passiert beim Bezug des Vorsorgevermögens?
Ein weiterer Faktor wird bei Vergleichen häufig übersehen: Was passiert mit den Anlagen, wenn das Vorsorgevermögen bezogen wird?
Nehmen wir an, Sie haben während vieler Jahre von einer steuerlich effizienten Fondsstruktur profitiert. Bei der Pensionierung möchten Sie das Kapital aus Ihrer Säule 3a oder Freizügigkeit beziehen und danach einen Teil davon weiter investieren.
Je nach Anbieter müssen die Vorsorgefonds zunächst verkauft werden. Anschliessend wird das Kapital ausgezahlt und danach im freien Vermögen erneut investiert.
Während dieses Prozesses kann das Geld vorübergehend nicht am Markt investiert sein.
Das schafft ein Marktrisiko.
Steigen die Börsen beispielsweise während dieser Phase stark, nehmen Sie mit dem nicht investierten Kapital an dieser Entwicklung nicht teil. Fallen die Märkte, kann die vorübergehende Liquidität dagegen auch von Vorteil sein.
Niemand weiss im Voraus, welche Situation eintreten wird.
Entscheidend ist deshalb, die Dauer und die Kosten des Prozesses zu kennen.
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Blog Vorsorgefonds bei der Pensionierung: So lassen Sie kein Geld liegen.
Bei Descartes dauert die Überführung von Vorsorgevermögen in die freie Anlagelösung in der Regel rund eine Woche. Eine Transaktion ist notwendig, weil sich beim Bezug der wirtschaftlich Berechtigte ändert, beispielsweise von der 3a- oder Freizügigkeitsstiftung zur versicherten Person.
Kundinnen und Kunden können danach dieselben Anlagekonzepte im freien Vermögen weiterführen. Die Übertragung innerhalb dieser Lösung ist bei Descartes kostenlos.
Warum ist Flexibilität nach der Pensionierung wichtig?
Eine Vorsorgelösung sollte nicht nur während der Ansparphase überzeugen.
Gerade bei grösseren Vermögen kann die Frage relevant werden, was nach dem Bezug geschieht.
Wer das Kapital weiterhin investieren möchte, sollte deshalb vor der Wahl eines Anbieters prüfen:
-
Müssen sämtliche Anlagen beim Bezug verkauft werden?
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Wie lange dauert die Auszahlung?
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Wie schnell kann das Kapital wieder investiert werden?
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Welche Transaktionskosten fallen an?
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Kann dieselbe Anlagestrategie weitergeführt werden?
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Welche Gebühren gelten nach dem Wechsel ins freie Vermögen?
Ein kleiner Kostenvorteil während der Ansparphase kann weniger attraktiv sein, wenn beim späteren Wechsel hohe Kosten oder lange Wartezeiten entstehen.
Die aktuellen Kosten unserer Vorsorge- und Anlagelösungen finden Sie transparent auf unserer Seite Gebühren.
Wie wichtig ist die Unabhängigkeit des Vorsorgeanbieters?
Auch die Struktur hinter den eingesetzten Fonds verdient Aufmerksamkeit.
Bestimmte institutionelle Vorsorgefonds sind an spezifische Depotbanken oder Anbieterstrukturen gebunden. Das kann steuerliche oder operative Vorteile haben.
Gleichzeitig kann es die Auswahl einschränken.
Descartes verfolgt als unabhängiger Vermögensverwalter einen anderen Ansatz. Wir möchten Fonds und Bankpartner nach unseren Anlagekriterien auswählen können und nicht allein aufgrund eines einzelnen steuerlichen Vorteils an einen bestimmten Produktanbieter gebunden sein.
Auch hier gilt: Unabhängigkeit allein macht noch keine gute Vorsorgelösung.
Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Anlagestrategie, Performance nach Kosten, Risiko, Gebühren, Produktqualität und Flexibilität.
Welche Kriterien sind bei einer Vorsorgelösung wichtiger als die Quellensteuer?
Wer eine Säule-3a- oder Freizügigkeitslösung vergleicht, sollte mindestens folgende Faktoren gemeinsam betrachten:
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Kriterium |
Warum es wichtig ist |
|---|---|
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Performance nach Kosten |
Entscheidend für die tatsächliche Vermögensentwicklung |
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Anlagestrategie |
Bestimmt wesentlich, welchen Risiken und Renditechancen das Kapital ausgesetzt ist |
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Aktienquote |
Beeinflusst Renditepotenzial und Wertschwankungen |
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Gesamtkosten |
Reduzieren die langfristige Nettorendite |
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Diversifikation |
Kann Konzentrationsrisiken reduzieren |
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Quellensteuer |
Kann die steuerliche Effizienz verbessern |
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Flexibilität |
Wird insbesondere bei Strategiewechsel und Bezug wichtig |
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Transferkosten |
Können beim Anbieterwechsel oder Bezug ins Gewicht fallen |
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Zeit ausserhalb des Marktes |
Kann beim Übergang ins freie Vermögen das Anlageergebnis beeinflussen |
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Unabhängigkeit |
Kann für Produktauswahl und potenzielle Interessenkonflikte relevant sein |
Die Quellensteuer gehört also auf die Liste. Sie sollte nur nicht allein über die Wahl des Anbieters entscheiden.
Häufige Fragen zur Quellensteuer in der Vorsorge
Was bedeutet Quellensteuerrückforderung bei der Säule 3a?
Investiert eine Säule-3a-Lösung in ausländische Aktien, können auf deren Dividenden ausländische Quellensteuern anfallen.
Abhängig von Quellenstaat, Doppelbesteuerungsabkommen und Fondsstruktur können bestimmte Vorsorgegefässe diese Belastung teilweise reduzieren oder zurückfordern. Dadurch kann mehr von der Bruttodividende im Portfolio verbleiben.
Können alle Vorsorgefonds ausländische Quellensteuern zurückfordern?
Nein, eine pauschale Aussage ist nicht möglich.
Ob und in welchem Umfang eine Quellensteuer zurückgefordert werden kann, hängt unter anderem vom Quellenstaat, vom Doppelbesteuerungsabkommen, vom Fondsdomizil, von der rechtlichen Struktur des Anlagegefässes und vom Status des Investors ab.
Institutionelle Fonds für steuerbefreite Schweizer Vorsorgeeinrichtungen können dabei Vorteile haben.
Wie gross ist der Renditevorteil durch die Quellensteuerrückforderung?
Das lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten.
Der Effekt hängt unter anderem von der Höhe der Dividenden, den Herkunftsländern der Erträge, der Fondsstruktur und dem Anteil der betroffenen Anlagen am Gesamtportfolio ab.
Im hier betrachteten Beispiel lag der geschätzte Unterschied bei einer Aktienstrategie mit 50 Prozent entsprechend begünstigter Aktienfonds im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2023 bei rund 2 Promille.
Ist die Quellensteuerrückforderung wichtiger als tiefe Gebühren?
Nicht grundsätzlich.
Sowohl Steuern als auch Gebühren beeinflussen die Nettorendite. Zusätzlich spielen Performance, Risiko, Asset-Allokation, Diversifikation und Flexibilität eine Rolle.
Eine Vorsorgelösung sollte deshalb anhand des Gesamtergebnisses beurteilt werden und nicht anhand eines einzelnen Kosten- oder Steuervorteils.
Ist eine Säule-3a-Lösung mit Quellensteuerrückforderung automatisch besser?
Nein.
Unter sonst identischen Bedingungen ist eine geringere Steuerbelastung ein Vorteil. In der Realität sind Vorsorgestrategien jedoch selten vollständig identisch.
Unterschiede bei Fonds, Asset-Allokation, Rebalancing, Gebühren und Umsetzung können den steuerlichen Vorteil übertreffen.
Spielt die Quellensteuer auch bei Freizügigkeitsvermögen eine Rolle?
Ja. Wird Freizügigkeitsvermögen in Wertschriften investiert, können dieselben grundsätzlichen Fragen zur steuerlichen Behandlung ausländischer Dividenden relevant werden.
Auch hier sollte die Quellensteuer jedoch gemeinsam mit Performance, Kosten, Anlagestrategie, Risiko und Flexibilität betrachtet werden.
Fazit: Die Quellensteuer ist wichtig, aber nicht entscheidend
Die Rückforderung ausländischer Quellensteuern kann die Nettorendite einer Säule-3a- oder Freizügigkeitslösung verbessern. Dieser Vorteil ist real und sollte bei einem sorgfältigen Vergleich berücksichtigt werden.
Er ist aber kein Qualitätsurteil über die gesamte Vorsorgelösung.
Historische Performanceunterschiede zwischen verschiedenen Strategien können grösser sein. Dasselbe gilt für Unterschiede bei Gebühren, Asset-Allokation und der konkreten Umsetzung.
Spätestens bei der Pensionierung kommt ein weiterer Faktor hinzu: Wie schnell, flexibel und kostengünstig lässt sich das Vorsorgevermögen beziehen und gegebenenfalls im freien Vermögen weiter investieren?
Wer Vorsorgelösungen vergleicht, sollte deshalb nicht nur fragen:
«Kann dieser Anbieter Quellensteuer zurückfordern?»
Die bessere Frage lautet:
«Welches Gesamtpaket aus Performance nach Kosten, Risiko, Gebühren, steuerlicher Effizienz und Flexibilität passt zu meiner Situation?»
Die Quellensteuer ist ein Teil dieser Antwort. Nicht die ganze.
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