Säule 3a in der Schweiz: Das müssen Sie wissen
Mit der dritten Säule können Sie Ihre private Vorsorge selbst in die Hand nehmen. Wer früh beginnt, profitiert länger vom Kapitalmarkt. Wer in die Säule 3a einzahlt, kann Steuern sparen. Und wer das Vorsorgegeld passend zum eigenen Anlagehorizont investiert, gibt ihm die Chance, langfristig zu wachsen.
Trotzdem muss die Säule 3a nicht kompliziert sein. Im Kern geht es um drei Fragen: Wann beginnen? Wie viel einzahlen? Und wie das Geld anlegen?
Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.
Kurz zusammengefasst
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Die Säule 3a ist die gebundene private Vorsorge und bietet steuerliche Vorteile.
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Wer ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt, kann grundsätzlich in die Säule 3a einzahlen.
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Wie viel maximal eingezahlt werden kann, hängt insbesondere davon ab, ob ein Anschluss an eine Pensionskasse besteht.
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Bei einem langen Anlagehorizont kann das Vorsorgeguthaben in Wertschriften investiert werden, um an den Renditechancen der Kapitalmärkte teilzunehmen.
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Seit 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen verpasste Einzahlungen in die Säule 3a nachgeholt werden.
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Mehrere 3a-Konten oder 3a-Depots können einen gestaffelten Bezug ermöglichen und je nach persönlicher Situation steuerliche Vorteile bieten.
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Entscheidend sind nicht nur Steuern, sondern auch Anlagehorizont, Risikofähigkeit, Risikobereitschaft, Kosten und die geplante Verwendung des Vorsorgevermögens.
1. Was ist der Unterschied zwischen Säule 3a und Säule 3b?
Das Schweizer Vorsorgesystem besteht aus drei Säulen. Die erste Säule umfasst die staatliche Vorsorge, insbesondere die AHV. Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge über die Pensionskasse. Die dritte Säule ist die private Vorsorge.
Innerhalb der dritten Säule wird zwischen der gebundenen Säule 3a und der freien Säule 3b unterschieden.
Säule 3a: gebunden, aber steuerlich begünstigt
Einzahlungen in die Säule 3a können grundsätzlich bis zum geltenden Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dafür ist das Vorsorgevermögen gebunden und kann vor dem regulären Bezug nur unter bestimmten Voraussetzungen bezogen werden.
Die Säule 3a kann für die Altersvorsorge genutzt werden, aber beispielsweise auch für den Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum.
Säule 3b: frei und flexibel
Die Säule 3b umfasst die freie private Vorsorge. Dazu können beispielsweise Bankguthaben, Wertschriften oder andere private Vermögenswerte gehören.
Es gibt keinen allgemeinen jährlichen Maximalbetrag für Einzahlungen. Das Vermögen ist grundsätzlich frei verfügbar. Dafür können Einzahlungen nicht wie bei der Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Kurz gesagt: 3a bietet Steuervorteile gegen weniger Flexibilität. 3b bietet mehr Flexibilität ohne den 3a-Steuerabzug.
2. Wann sollte man mit der dritten Säule beginnen?
Früher ist meistens besser. Nicht weil Altersvorsorge mit 20 besonders aufregend wäre, sondern weil Zeit beim Investieren ein ziemlich mächtiger Faktor ist.
3a: So früh wie sinnvoll
Grundsätzlich kann in die Säule 3a einzahlen, wer ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt. Das kann bereits während einer Berufslehre, bei einem bezahlten Ferienjob oder mit der ersten Festanstellung der Fall sein.
Allerdings ist eine Einzahlung in die Säule 3a nicht in jeder Lebensphase automatisch die beste Verwendung des nächsten Frankens. Bei einem sehr tiefen steuerbaren Einkommen fällt beispielsweise auch der unmittelbare Steuervorteil vergleichsweise gering aus.
3b: Eine flexible Alternative
Bei einem noch tiefen steuerbaren Einkommen kann es sinnvoll sein, zusätzlich oder zunächst freies Vermögen in der Säule 3b aufzubauen. Bei einem langen Anlagehorizont kann dieses Vermögen chancenorientiert investiert werden. Ob eine hohe Aktienquote geeignet ist, hängt insbesondere von Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.
Der entscheidende Punkt ist weniger, wo der erste Franken investiert wird. Entscheidend ist, früh mit dem langfristigen Vermögensaufbau zu beginnen.
Auch ein kleines Kapital kann über die Jahre dank des Zinseszinseffekts zu einer beträchtlichen Summe anwachsen.
3. Welche Vorteile hat die Säule 3a?
Steuern sparen
Der offensichtlichste Vorteil ist steuerlicher Natur. Einzahlungen in die Säule 3a können grundsätzlich bis zum geltenden Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Wie gross die tatsächliche Steuerersparnis ausfällt, hängt unter anderem vom Einkommen, Wohnort und persönlichen Steuersatz ab.
Flexibel einzahlen
Innerhalb des gesetzlichen Maximalbetrags kann grundsätzlich selbst entschieden werden, wie viel eingezahlt wird. Es besteht keine Verpflichtung, jedes Jahr den Maximalbetrag auszuschöpfen.
Langfristig investieren
Wer sein 3a-Guthaben über viele Jahre in Wertschriften investiert, kann an der langfristigen Entwicklung der Kapitalmärkte teilnehmen. Aktien bieten langfristig höhere Renditechancen als eine reine Kontolösung, sind jedoch auch mit stärkeren Wertschwankungen und Verlustrisiken verbunden.
Kursgewinne und wieder investierte Ausschüttungen können dazu führen, dass nicht nur das ursprünglich eingezahlte Kapital Rendite erwirtschaftet, sondern zunehmend auch bereits erzielte Erträge.
Das ist der Zinseszinseffekt. Er wirkt langsam. Dafür arbeitet er auch am Wochenende.
Natürlich gibt es keine Rendite ohne Risiko. Ein langer Anlagehorizont verhindert Verluste nicht, schafft aber mehr Zeit, Marktschwankungen auszuhalten.
4. Säule 3a auf dem Konto oder investieren?
Bei einer Banklösung kann das Vorsorgeguthaben auf einem verzinsten 3a-Konto gehalten oder im Rahmen einer Wertschriftenlösung investiert werden.
Ein 3a-Konto weist keine marktbedingten Kursschwankungen auf und ist einfach verständlich. Dafür ist das langfristige Renditepotenzial begrenzt.
Bei einer Wertschriftenlösung wird das Vorsorgevermögen beispielsweise in Aktien und Obligationen investiert. Damit steigen die Renditechancen – und die Wertschwankungen.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt deshalb nicht davon ab, welche Lösung gerade die höchste historische Rendite ausweist. Entscheidend sind insbesondere Anlagehorizont, Risikofähigkeit und Risikobereitschaft.
Wer noch mehrere Jahrzehnte bis zum Bezug des Vorsorgevermögens hat, kann grundsätzlich mehr Schwankungen tragen als jemand, der das Kapital in wenigen Jahren benötigt.
5. Säule 3a bei der Bank oder Versicherung?
Die Säule 3a kann über eine Bank beziehungsweise Vorsorgestiftung oder im Rahmen einer Versicherungslösung geführt werden.
Bei einer Banklösung kann grundsätzlich flexibel entschieden werden, wie viel innerhalb des gesetzlichen Rahmens eingezahlt wird. Bei einer Wertschriftenlösung kann das Kapital zusätzlich investiert werden.
Eine Versicherungslösung kombiniert die gebundene Vorsorge mit einem Versicherungsvertrag. Je nach Produkt werden Spar- und Versicherungsleistungen miteinander verbunden und regelmässige Prämien vereinbart.
Beides kann sinnvoll sein. Es löst nur nicht dasselbe Problem.
Wer primär Vermögen für das Alter aufbauen und bei den Einzahlungen flexibel bleiben möchte, hat andere Anforderungen als jemand, der gleichzeitig bestimmte Versicherungsrisiken absichern möchte. Deshalb sollten Kosten, Flexibilität, Versicherungsleistungen und Anlagekonzept getrennt beurteilt werden.
Mehr dazu: 3. Säule bei der Bank oder Versicherung – was ist besser?
6. Wie viel kann man in die Säule 3a einzahlen?
Die Höhe des maximal möglichen Beitrags hängt insbesondere davon ab, ob ein Anschluss an eine Pensionskasse besteht.
Für Erwerbstätige mit Pensionskassenanschluss gilt der Maximalbetrag der sogenannten kleinen Säule 3a. Erwerbstätige ohne Pensionskassenanschluss können grundsätzlich bis zu 20 Prozent ihres Erwerbseinkommens einzahlen, höchstens jedoch bis zum geltenden Maximalbetrag der grossen Säule 3a.
Die Beträge können sich im Zeitverlauf ändern. Deshalb finden Sie die aktuellen und historischen Maximalbeträge der Säule 3a auf einer separat aktualisierten Übersichtsseite.
Innerhalb des geltenden Maximums kann grundsätzlich frei entschieden werden, wie viel eingezahlt wird. Es besteht keine Verpflichtung, jedes Jahr den Maximalbetrag auszuschöpfen.
Kann man verpasste Einzahlungen nachholen?
Ja. Seit 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen Beitragslücken aus früheren Jahren nachträglich geschlossen werden. Dabei gelten verschiedene Voraussetzungen und Höchstgrenzen.
Alle Details finden Sie im Beitrag Säule 3a nachzahlen: ab 2026 erstmals möglich.
7. Alles auf einmal oder monatlich einzahlen?
Wer den Jahresbeitrag bereits zur Verfügung hat und langfristig investiert, steht vor einer klassischen Frage: sofort investieren oder auf mehrere Monate verteilen?
Rein statistisch spricht bei langfristig steigenden Kapitalmärkten vieles dafür, verfügbares Kapital früh zu investieren. Der Grund ist simpel: Das Geld verbringt mehr Zeit im Markt.
Eine gestaffelte Einzahlung kann trotzdem sinnvoll sein. Sie reduziert das Risiko, einen grösseren Betrag unmittelbar vor einem Kursrückgang zu investieren, und kann psychologisch angenehmer sein.
Finanzmathematik und Bauchgefühl kommen nicht immer zum gleichen Ergebnis. Eine gute Strategie ist deshalb nicht nur theoretisch sinnvoll, sondern muss auch durchgehalten werden können.
Mehr dazu: Alles auf einmal investieren oder gestaffelt mit Dollar Cost Averaging (DCA)?
8. Wann kann die Säule 3a bezogen werden?
Das Vorsorgeguthaben kann grundsätzlich frühestens fünf Jahre vor Erreichen des Referenzalters bezogen werden.
Wer über das Referenzalter hinaus erwerbstätig bleibt, kann die Säule 3a unter bestimmten Voraussetzungen bis zu fünf Jahre weiterführen.
Daneben gibt es gesetzlich vorgesehene Möglichkeiten für einen vorzeitigen Bezug. Dazu gehören insbesondere:
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der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum oder die Amortisation einer entsprechenden Hypothek,
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die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit,
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der endgültige Wegzug aus der Schweiz,
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sowie bestimmte Invaliditätsfälle.
Bei der Auszahlung wird das 3a-Kapital getrennt vom übrigen Einkommen besteuert.
Wer das Vorsorgevermögen für Wohneigentum einsetzen möchte, findet die Details im Beitrag Vorbezug der Säule 3a für Ihr Eigenheim.
9. Warum mehrere 3a-Konten oder 3a-Depots?
Ein einzelnes 3a-Konto beziehungsweise 3a-Depot muss beim regulären Bezug grundsätzlich vollständig aufgelöst werden. Eine Auszahlung in beliebig kleinen jährlichen Portionen ist nicht möglich.
Deshalb kann es sinnvoll sein, das Vorsorgevermögen im Laufe der Zeit auf mehrere 3a-Gefässe zu verteilen.
Diese können später in unterschiedlichen Steuerperioden bezogen werden. Bei progressiver Besteuerung kann dies je nach Wohnkanton, Höhe des Vorsorgevermögens und persönlicher Situation die gesamte Steuerbelastung reduzieren.
Mehr Konten sind allerdings nicht automatisch besser. Entscheidend ist eine sinnvolle Bezugsplanung unter Berücksichtigung der übrigen Vorsorgegelder, beispielsweise aus Pensionskasse und Freizügigkeit.
10. Die Säule 3a in fünf Entscheidungen
Wer seine Säule 3a sinnvoll aufstellen möchte, muss keine Vorsorgeexpertin und kein Vorsorgeexperte werden. Fünf Fragen reichen für den Anfang.
Kann ich einzahlen?
Voraussetzung ist grundsätzlich ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.
Wie viel möchte ich einzahlen?
Der gesetzliche Maximalbetrag ist eine Obergrenze, kein Einzahlungssoll.
Wie lange bleibt das Geld investiert?
Der Anlagehorizont beeinflusst wesentlich, welches Risiko sinnvoll getragen werden kann.
Konto oder Wertschriften?
Ein Konto bietet Stabilität, Wertschriften bieten langfristig höhere Renditechancen bei entsprechend höheren Risiken.
Wann möchte ich das Kapital beziehen?
Mehrere 3a-Gefässe können bei einer langfristigen Bezugsplanung sinnvoll sein.
Fazit: Vorsorge darf langweilig sein. Das Geld nicht.
Die Säule 3a ist kein Finanzprodukt, über das man jeden Morgen nachdenken sollte. Im Idealfall wird sie einmal sauber aufgesetzt, regelmässig bespart und langfristig investiert.
Der grösste Fehler ist deshalb häufig nicht die Wahl zwischen zwei ähnlichen Fonds oder die Frage, ob im Januar oder Februar eingezahlt wird. Es ist, jahrelang gar nichts zu tun.
Früh beginnen, Kosten im Blick behalten, passend zum eigenen Risiko investieren und dem Kapital Zeit geben. Viel komplizierter muss gute Vorsorge nicht sein.
FAQ zur Säule 3a
Wer darf in die Säule 3a einzahlen?
Grundsätzlich können Personen mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen in die Säule 3a einzahlen. Dazu gehören Erwerbstätige mit und ohne Pensionskassenanschluss. Der Pensionskassenanschluss beeinflusst die Höhe des maximal möglichen Beitrags.
Wie hoch ist der Maximalbetrag der Säule 3a?
Die Höhe hängt insbesondere davon ab, ob ein Anschluss an eine Pensionskasse besteht. Da die Beträge periodisch angepasst werden können, finden Sie die aktuellen und historischen Maximalbeträge der Säule 3a in unserer laufend aktualisierten Übersicht.
Kann man verpasste Einzahlungen in die Säule 3a nachholen?
Ja. Seit 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen Beitragslücken aus früheren Jahren geschlossen werden. Welche Jahre nachgezahlt werden können und welche Höchstgrenzen gelten, erklären wir im Beitrag Säule 3a nachzahlen.
Sollte man die Säule 3a auf einem Konto halten oder investieren?
Das hängt insbesondere vom Anlagehorizont, der Risikofähigkeit und der Risikobereitschaft ab. Ein 3a-Konto weist keine marktbedingten Kursschwankungen auf, bietet dafür aber ein geringeres langfristiges Renditepotenzial. Wertschriften bieten höhere Renditechancen, sind jedoch mit Wertschwankungen und Verlustrisiken verbunden.
Wann kann die Säule 3a bezogen werden?
Das Vorsorgeguthaben kann grundsätzlich frühestens fünf Jahre vor Erreichen des Referenzalters bezogen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein früherer Bezug möglich, beispielsweise für selbstgenutztes Wohneigentum, bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder beim endgültigen Wegzug aus der Schweiz.
Warum kann es sinnvoll sein, mehrere 3a-Konten oder 3a-Depots zu führen?
Mehrere 3a-Gefässe können in unterschiedlichen Steuerperioden bezogen werden. Dadurch kann sich je nach Wohnkanton, Höhe des Vorsorgevermögens und persönlicher Situation die Steuerbelastung beim Bezug reduzieren.
Quellen
Disclaimer: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die steuerliche Behandlung der Säule 3a hängt unter anderem von der persönlichen Situation und dem Wohnkanton ab. Gesetzliche und steuerliche Bestimmungen sowie Maximalbeträge können sich ändern. Anlagen in Wertschriften sind mit Risiken verbunden. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.